Heft 
(1.1.2019) 06
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In Potsdam zu Gast: Dr. Consuela Macias-Matos

Foto: zg.

Kubanische Ernährungswissenschaftlerin zu Gast

Im Rahmen eines Wissenschaftleraustau­sches des Deutschen Akademischen Aus­tauschdienstes(DAAD) weilte Dr. Consuelo Macias-Matos für drei Monate am Institut für Ernährungswissenschaft der Universität Potsdam. In Kuba leitet Dr. Macias-Matos die Arbeitsgruppe Vitaminstoffwechsel am Institut für Ernährung und Lebensmittel­hygiene Havanna. Ziel ihres Aufenthaltes in Deutschland war die Etablierung einer For­schungskooperation zur Beurteilung der Vitaminversorgung der kubanischen Bevöl­kerung. Im Rahmen des Aufenthaltes hat die Gastwissenschaftlerin an Hand von Blutproben die Versorgungslage kubani­

scher Mütter mit den fettlöslichen Vitami­nen A und E sowie den Carotinoiden unter­sucht. Durch die Analyse von Milchproben konnte auch die Versorgungslage der Neu­geborenen über die Muttermilch mit diesen Nahrungskomponenten beurteilt werden. Zusätzlich dazu liefert die Studie eine Aus­sage über grundlegende laktationsphysio­logische Vorgänge hinsichtlich der Aus­scheidung von Fetten und fettlöslichen Be­standteilen mit der Milch. Die begonnenen Untersuchungen werden in einer direkten Kooperation des Potsdamer Instituts mit dem Institut in Havanna weiter fortgeführt.

FJ.S.

GREMIENWAHLEN AN DER UNI

Vom 16. bis 18. Juni 1998 waren alle Mitglie­der der Hochschule aufgerufen, an die Wahl­urnen zu treten. Sie entschieden über die Zu­sammensetzung des Konzils, des Senates und der Fakultätsräte. Die Studierenden der Einrichtung wählten erstmals ein 27köpfiges Studierendenparlament. Das für die Potsda­mer Uni neue Gremium löst den Studieren­denrat sowie den Koordinierungsrat der

Fachschaftsräte ab. Das Amt der Gleichstel­lungsbeauftragten übt nach dem Votum der Frauen, wie in der ablaufenden Wahlperiode, Monika Stein aus. Die Wahlbeteiligung fiel in den vier Statusgruppen sehr unterschiedlich aus: Professoren 68 Prozent, wissenschaftli­Che Mitarbeiter 36 Prozent, Mitarbeiter in Technik und Verwaltung 45 Prozent, Studie­rende zehn Prozent. BE:

90% 80% 70% 60% 50% 40% 30% 20% 10%

0%

Jur. Fak Phil. Fak. I Phil. Fak. II

Wahlbeteiligung der 4 Statusgruppen an der UP

WiSo. Fak

@ Professoren

®wiss. Mitarbeiter

OMitarb. Technik/Verw. tudierende

Math.-Nat. Fak

Zentralebene

gesamt

Übersicht: UP

Platon, Bacon, Bohr: Die männliche Prägung der Naturwissenschaften

Bis heute sind dieharten Naturwissen schaften fest in männlicher Hand. Naturwi: senschaftlerinnen gelten als Eindringlinge ins Revier und müssen sich an die Spielre­geln anpassen. Daß die sexuelle Prägung der Naturwissenschaften tiefe Wurzeln ha, zeigt die Biomathematikerin Ellen Fox-Keller mit ihren Betrachtungen zur Philosophie der Wissenschaften von der Antike bis zur Ge genwart. Anders als die meisten Frauer forscherinnen lehnt Fox-Keller die Naturwi: senschaften keineswegs ab, sondern be leuchtet sie kritisch und kenntnisreich. Die Sammlung ihrer Essays aus den 70er un« 80er Jahren gilt unter Kennern der Materi: als Klassiker und ist jetzt als Taschenbuch neu erschienen.

Für Platon war die homoerotische Lehre Schüler-Beziehung der beste Weg, der Wei: heit näherzukommen, ein Weg allerding: der Frauen ausdrücklich nicht offen stanc Sie waren für die Produktion von Nachwuch zuständig, nicht für die von Gedanken. Wäl rend Platon aber im Eros noch ein beflügelr des Moment sah, läutete Francis Bacon di moderne Naturwissenschaft mit der Metz pher derkeuschen Ehe ein. Möglich: ohne Ablenkung durch Gefühle sollte de männliche Intellekt die als weiblich interpre tierte Natur unterwerfen. Auch im 20. Jah hundert wirke diese Tradition noch fort un behindere den Einzug neuer Ideen und ar derer Zugänge zur Naturerforschung, meir Fox-Keller. In einem eigenen Kapitel über di Biologin und Nobelpreisträgerin Barbar McClintock porträtiert sie eine Frau, dere eigensinnige Arbeitsweise vielleicht unte anderen Umständen schon weitaus früher z Erfolg, Anerkennung und fruchtbarem Aus tausch mit Kollegen geführt hätte. a

Ellen Fox-Keller: Liebe, Macht und Er kenntnis, Fischer Taschenbuch Verlag 1998, 229 S., 22,90 DM.

Wenn die Rechnung nicht aufgeht

Zahlen, Statistiken und quantitative Anga ben in Zeitungen täuschen dem Leser ge legentlich nur vor, daß er exakt informiert wird. Dabei stimmen die Zahlenangabe: nicht immer. Oft ist es wohl nur die Nach lässigkeit der Journalisten und eine gewis se Verachtung der einfachsten Rechen regeln, manchmal aber soll auch bewußt mit Hilfe von suggestivem Zahlenmaterial manipuliert werden.

Der Wissenschaftsjournalist Cuardian Kette­ler wollte es genauer wissen und hat inner­halb eines Jahres in den verschiedenen Ta­geszeitungen von FAZ bis taz mehr als 500

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PUTZ 6/98