LUST AN KUNST
Angehörige der Univesität Potsdam vorzustellen, die künstlerisch arbeiten, teils professionell, teils„nebenberuflich“, ist das Anliegen der Reihe„Lust an Kunst“. Jene interessierten und engagierten Mitarbeiter und Studierenden sind aus eigenem Antrieb und nicht zuletzt zum eigenen Vergnügen kulturell-künstlerisch tätig. Deutlich werden soll auch die Motivation für diese Arbeit.
Als junge Musiklehrerin wurde Johanna Arndt 1968 Preisträgerin des Chansonwettbewerbs der DDR. Das ermutigte sie zur Aufnahme eines Studiums, Fachrichtung Chanson/Musical an der Musikhochschule„Hanns Eisler“, Berlin. Sie bekennt:„Die Verbindung von Wort und Musik im Lied, im Song, im Chanson durch die Interpretation lebendig werden zu lassen und damit Herzen und Hirne zu erreichen, ist immer wieder ein faszinierendes Erlebnis.“
Nach dem Studium, ab 1972, arbeitete Johanna Arndt als Gesangssolistin in verschiedenen Orchestern und Ensembles, zum Beispiel im Folkloreensemble und im Erich-Weinert-Ensemble, und bereiste Kuba, Mocambique, Madagaskar, Korea, Jemen,
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Schon zur Tradition geworden sind kleine Ausstellungen in der Bibliothek des Uni-Standortes Golm. Jetzt zeigt dort Harald Herzel„Neue Bılder 1996-1998". Die Exposition umfaßt 30 Werke zum Sujet Landschaft— Märkische, Potsdamer und Usedomer-—, die in jüngster Zeit entstanden.„Neben der Auseinandersetzung mit den gesellschaftlichen und persönlichen Umbrüchen stellt auch die Landschaft ein wichtiges Feld ganz persönlicher Lebenshaltungen und Identitätssuche mit den Mitteln der Malerei in meinem umfangreichen künstlerischen Schaffen
HARALD HERZEL STELLT WIEDER AUS
Norwegen, die Sowjetunion. Sie nahm 1980 die Unterrichtstätigkeit— Gesang, Sprecherziehung, darstellendes Spiel— an der Pädagogischen Hochschule Potsdam auf. Künstlerische Kreativität erreicht die gestandene Diseuse gerade durch die Verquickung von eigener Interpretation und Unterrichtstätigkeit. Johanna Arndt bevorzugt literarisch-musikalische Formen, weil ihr gleichermaßen Musik wie auch Literatur am Herzen liegen, sie diese anderen Menschen näher bringen will. Vielfältige Anregungen erhielt sie durch das Werk des phantasievollen Poeten Jacques Prevert und dessen Komponisten Joseph Kosma. Auf diese Weise entstand in Zusammenarbeit mit der Akkordeonistin Gudrun Wall und dem am Institut für Musik und Musikpädagogik der Uni unterrichtenden Bajanspieler Eduard Wall ein gemeinsames Programm. Ähnlich inspirierend waren für sie Poesie und vertonte Lyrik von Eva und Erwin Strittmatter, die im Zusammenspiel mit dem Gitarristen Axel Elter auf die Bühne kamen, gleichfalls finden sich jiddische Lieder in ihrem Repertoire. Bereits seit 1980 arbeiten Johanna Arndt und die Pianistin Ingnd Reckin, Leiterin der Abteilung Instrumentale Ausbildung der Universität, eng zusammen. Die Sängerin schätzt die Künstler
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dar“, so Herzel zu seinen Motiven. Der 194] Geborene ist als künstlerischer Mitarbeiter im Bereich musisch-ästhetische Erziehung des Institutes für Grundschulpädagogik der Uni Potsdam tätig. Die interessierte Öffentlichkeit kann die Schau noch bis zum September in der Bibliothek, Haus 22, in Golm, Karl-LiebknechtStraße 24/25, in Augenschein nehmen. Die Einrichtung ist montags bis donnerstags von 09.00 bis 20.00 Uhr, freitags von 09.00 bis 16.00 Uhr und samstags von 09.00 bis 14.00 Uhr geöffnet.
B.E./Foto: Tribukeit
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Johanna Arndt in Aktion Foto: Tribuke
kollegin ob ihrer musikalischen Sensibilit: und Disziplin. In einem gemeinsamen litere nNsch-musikalischen Programm werden Brie fe von Goethe, Charlotte v. Stein, Christian Vulpius, Fridericke Brion, Marianne Wille mer zitiert sowie Goethelieder und Klavie musik interpretiert.
Der Komponist und Jazzmusiker Manfre Schmitz schrieb für die Sängerin eine Reih von Chansons, die den Lebensanspruch e ner Frau, Beruf, Familie, Partnerschaft beir halten und die 1989 in den Altbundesländer aufgeführt werden konnten. Im April 199 hatte das Brecht-Kinderprogramm„Glotze ist nicht sehen“ Premiere. Zur Zeit entste ein Hanns-Eisler-Programm, das zu desse 100. Geburtstag im Brecht-Weigel-Hau Buckow aufgeführt wird. Brisante Kabare Chansons der„Belle epoque“ und der„Go denen zwanziger Jahre“ zeigt Johanna Arnc mit dem Programm ‚Vom Chat Noir zur W den Bühne“, korrespondierend dazu füh: ihre Vorlesung„La Chanson— Die groß: Kunst der kleinen Form“ Studenten in das Minuten-Drama“ Chanson ein.
Chanson, Song oder Musical— seit 198 stellt sie mit ihren Studenten jährlich in e nem Projekt darstellerische und sänger sche Fähigkeiten erfolgreich unter Beweis Unter anderem seien genannt: Das Gerst win-Programm, das Musical„Dschunge buch“ und in diesem Jahr ‚Welcome, Bier venue, Willkommen im Cabaret“. Ar. /Fı
Comedy Sommer‘98
Die„Bar jeder Vernunft“ in Berlin, Schaperstraße 24, präsentiert ihren diesjährigen Comedy Sommer. Zum Programm gehören die Auftritte von Janice Perry„Devil With a Blue Dress“(bi: 12. Juli, jeweils 20.30 Uhr); Gayle Tufts„The Big Show“(14.7. bis 2.8., jeweils 20.30 Uhr) Desiree Nick ‚Vollklimaktisiert“(4. bis 15 August, jeweils 20.30 Uhr) und Lioba Albus „Wenn Männer zuviel liegen— und andere Bestseller“(10. und 17. August, 20.30 Uhr) An der Abendkasse(außer samstags) sind Studentenkarten zum halben Eintrittspreis, sonntags bis donnerstags für 15,00 DM und freitags für 17,50 DM, erhältlich. BjV
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