Heft 
(1.1.2019) 08
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SPRACH- UND SINNBILDUNG IM FREMDSPRACHENUNTERRICHT

IV. Mediendidaktisches Kolloquium und Verabschiedung von Prof. Dr. Wilfried Gienow

Anfang Oktober führte der Bereich Fach­didaktik des Instituts für Anglistik und Amerikanistik der Universität Potsdam das IV. Kolloquium zur Prozessorientier­ten Mediendidaktik durch. Es stand unter dem ThemaMediale Textvielfalt und Handlungskompetenz Sprach- und Sinn­bildung im Fremdsprachenunterricht. Die Veranstalter begrüßten Referenten, Moderatoren und Gäste aus mehreren Bundesländern und Prof. Anthony Boyle vom Potsdam College der State Univer­sity of New York.

Die Universität Potsdam war nach Hanno­ver und Rostock bereits zum zweiten Mal Austragungsort eines Kolloquiums zur Pro­zessorientierten Mediendidaktik, welches sich diesmal insbesondere mit dem Einsatz neuer Technologien im Fremdsprachen­unterricht, mit unterschiedlichen Einstiegs­möglichkeiten in die fremde Sprache und Kultur mit Hilfe von Medien, aber auch mit Fragen der Identitätsfindung im Zuge pro­zessorientierten Arbeitens beschäftigte. Die Diskussionen zu den verschiedenen Beiträ­gen ließen deutlich erkennen, daß neuere Medien und Technologien zwar weitere Hilfsmittel im Sprachlernprozeß darstellen, jedoch die konstruktive Auseinanderset­zung der Lernenden mit Identität und Al­terität auf dem Wege zu Verständnis, Tole­ranz und Weltoffenheit nicht ersetzen. Medien, sowohl neuere Technologien a auch Texte, Bilder und Videos, bieten für den Fremdsprachenlerner vielfältige Zu­gänge zu fremden Sprachen und Kulturen. Aber nur in der Auseinandersetzung mit der Wirklichkeit und sich selbst können im Lerner Sinnbildungsprozesse initiiert und somit Sprachverständnis und-gebrauch bedeutsam gemacht werden. Über eigen­aktive und interaktive Beschäftigung, insbe­sondere durch projektbezogene Aufgaben­stellungen, kann im Lerner eine Identifika­tion mit dem Fremden stimuliert werden. Großen Anklang fanden auf dem Kolloqui­um interaktive Projekte von Studierenden, die sie in einem Hauptseminar zur Medien­didaktik erstellten. Die Arbeiten können unter http://orion.rz.uni-potsdam.de/dap/ didakt/txt/projfin.htm begutachtet werden. Am Ende des Kolloquiums wurde die posi­tive Resonanz zum Anlaß genommen, Plä­ne für das V. Kolloquium zur Prozessorien­tierten Mediendidaktik zu schmieden. Während des Kolloquiums wurde Prof. Dr. Wilfried Gienow aus dem aktiven Hoch­schuldienst verabschiedet. Gewürdigt wur­de dabei besonders, daß er als Lehrer und Universitätsdozent die Verbindung von Pra­xis, Forschung und Lehre während seiner

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gesamten beruflichen Tätigkeit verwirklich­te. Seine gemeinsamen Arbeiten mit Prof, Dr. Karlheinz Hellwig von der Universitä Hannover zur Prozessorientierung bieten nach Ansicht der Fachleute in der heutigen Fremdsprachendidaktik eine wichtige Grundlage für

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Forschung

und Lehrerbil­dung. Ganz besonderer Dank galt

Studenten wünschten ihm nach 28jähriger Tätigkeit als Dozent an der Universität Pots­dam beziehungsweise an der ehemaligen Pädagogischen Hochschule alles Cute für den wohlverdienten Ruhestand.

Beate Sack

Gienow für die wertvolle und hilfreiche Un­erstützung und Betreu­ung von Stu­dierenden im Rahmen sei­ner Tätigkeit am Institut für Anglistik und

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Amerikanistik. Die Studierenden Sabine Roettig(l.) und Andre Preisler(r.) dankten Prof. Dr. Wil­

Dozenten und fried Gienow(Mitte) für seine langjährige Tätigkeit an der Universität Potsdam.

Foto: Tribukeit

LEHRENDE VERSTÄNDIGTEN SICH

Fachtagung zu Deutsch als Fremdsprache

Der Erfahrungsaustausch zu Lehr- und Lernformen in der Lehre Deutsch als Fremdsprache(DaF) an den Studienkol­legs war Gegenstand einer Fachtagung, die im September dieses Jahres am Studienkolleg der Universität Potsdam stattfand. Zum ersten Mal übernahm da­mit ein Studienkolleg der neuen Bundes­länder die Gastgeberrolle. An der Veran­staltung nahmen über 70 Mitarbeiter aus insgesamt 27 Studienkollegs und einer Reihe von Partnereinrichtungen teil.

Prof. Dr. Norbert Dittmar und Ralph Heu­er-Meutrath von der Freien Universität Ber­lin sprachen zumEinfluß externer und soziolinguistischer Bedingungsfaktoren auf die Erlernung des Deutschen als Zweit- und Fremdsprache. Weitere Ple­narvorträge beschäftigten sich mit Test­verfahren im europäischen Kontext, Inter­ferenzen bei Spanisch, Französisch und Portugiesisch als Ausgangssprache, mit Fehleranalyse und Fehlertherapie im DaF­Unterricht sowie der Rolle des Lesens lite­rarischer Texte im DaF-Lernprozeß. Beson­dere Aufmerksamkeit erregten die Ausfüh­rungen von Dr. Sibylle Bolton, Goethe-In­stitut München, zur Konzeption Testdaf. Die Referentin charakterisierte den Test als eine zentral erstellte Prüfung mit zen­

traler Korrektur, die mindestens zweimal jährlich in Prüfungszentren der Heimatlän­der der Kandidaten durchgeführt werden soll und ausländische Studienbewerber aller Fachrichtungen erfaßt.

Die Tätigkeit der drei Arbeitsgruppen war naturgemäß bestimmt von der Spezifik der Lehre DaF am Studienkolleg. So beschäf­igten sie sich mit Testverfahren im Vor­kurs, Inhalten und Umfang von sprachli­chen Aufnahmeprüfungen, Unterrichts­beispielen auf der Grundlage der Anforde­rungen des Rahmenplanes DaF und mit dem Stand der Umsetzung der Deutschen Sprachprüfung für den Hochschulzugang, kursspezifischen Prüfungsaufgaben und Bewertungsmodellen. Zwei Workshops Schreiben zu wissenschaftlichen Themen im DaF-Unterricht undZur Entwicklung der Sprechfertigkeiten in der studienvor­bereitenden DaF-Ausbildung standen gleichfalls auf dem Programm.

Die nächste Fachtagung DaF der Studien­kollegs findet im Jahre 2000 am Studien­kolleg der Universität Münster statt. Hierauf verständigte sich das Plenum, nachdem es den zukünftigen Durchführungsrahmen der Fachtagungen beraten und sich für eine en­gere Zusammenarbeit mit dem Fachver­band Deutsch als Fremdsprache ausge­sprochen hatte. Petra Hoffmann

PUTZ 8/98

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