SPRACH- UND SINNBILDUNG IM FREMDSPRACHENUNTERRICHT
IV. Mediendidaktisches Kolloquium und Verabschiedung von Prof. Dr. Wilfried Gienow
Anfang Oktober führte der Bereich Fachdidaktik des Instituts für Anglistik und Amerikanistik der Universität Potsdam das IV. Kolloquium zur Prozessorientierten Mediendidaktik durch. Es stand unter dem Thema„Mediale Textvielfalt und Handlungskompetenz— Sprach- und Sinnbildung im Fremdsprachenunterricht“. Die Veranstalter begrüßten Referenten, Moderatoren und Gäste aus mehreren Bundesländern und Prof. Anthony Boyle vom Potsdam College der State University of New York.
Die Universität Potsdam war nach Hannover und Rostock bereits zum zweiten Mal Austragungsort eines Kolloquiums zur Prozessorientierten Mediendidaktik, welches sich diesmal insbesondere mit dem Einsatz neuer Technologien im Fremdsprachenunterricht, mit unterschiedlichen Einstiegsmöglichkeiten in die fremde Sprache und Kultur mit Hilfe von Medien, aber auch mit Fragen der Identitätsfindung im Zuge prozessorientierten Arbeitens beschäftigte. Die Diskussionen zu den verschiedenen Beiträgen ließen deutlich erkennen, daß neuere Medien und Technologien zwar weitere Hilfsmittel im Sprachlernprozeß darstellen, jedoch die konstruktive Auseinandersetzung der Lernenden mit Identität und Alterität auf dem Wege zu Verständnis, Toleranz und Weltoffenheit nicht ersetzen. Medien, sowohl neuere Technologien a auch Texte, Bilder und Videos, bieten für den Fremdsprachenlerner vielfältige Zugänge zu fremden Sprachen und Kulturen. Aber nur in der Auseinandersetzung mit der Wirklichkeit und sich selbst können im Lerner Sinnbildungsprozesse initiiert und somit Sprachverständnis und-gebrauch bedeutsam gemacht werden. Über eigenaktive und interaktive Beschäftigung, insbesondere durch projektbezogene Aufgabenstellungen, kann im Lerner eine Identifikation mit dem Fremden stimuliert werden. Großen Anklang fanden auf dem Kolloquium interaktive Projekte von Studierenden, die sie in einem Hauptseminar zur Mediendidaktik erstellten. Die Arbeiten können unter http://orion.rz.uni-potsdam.de/dap/ didakt/txt/projfin.htm begutachtet werden. Am Ende des Kolloquiums wurde die positive Resonanz zum Anlaß genommen, Pläne für das V. Kolloquium zur Prozessorientierten Mediendidaktik zu schmieden. Während des Kolloquiums wurde Prof. Dr. Wilfried Gienow aus dem aktiven Hochschuldienst verabschiedet. Gewürdigt wurde dabei besonders, daß er als Lehrer und Universitätsdozent die Verbindung von Praxis, Forschung und Lehre während seiner
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gesamten beruflichen Tätigkeit verwirklichte. Seine gemeinsamen Arbeiten mit Prof, Dr. Karlheinz Hellwig von der Universitä Hannover zur Prozessorientierung bieten nach Ansicht der Fachleute in der heutigen Fremdsprachendidaktik eine wichtige Grundlage für
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Forschung
und Lehrerbildung. Ganz besonderer Dank galt
Studenten wünschten ihm nach 28jähriger Tätigkeit als Dozent an der Universität Potsdam beziehungsweise an der ehemaligen Pädagogischen Hochschule alles Cute für den wohlverdienten Ruhestand.
Beate Sack
Gienow für die wertvolle und hilfreiche Unerstützung und Betreuung von Studierenden im Rahmen seiner Tätigkeit am Institut für Anglistik und
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Amerikanistik. Die Studierenden Sabine Roettig(l.) und Andre Preisler(r.) dankten Prof. Dr. Wil
Dozenten und fried Gienow(Mitte) für seine langjährige Tätigkeit an der Universität Potsdam.
Foto: Tribukeit
LEHRENDE VERSTÄNDIGTEN SICH
Fachtagung zu Deutsch als Fremdsprache
Der Erfahrungsaustausch zu Lehr- und Lernformen in der Lehre Deutsch als Fremdsprache(DaF) an den Studienkollegs war Gegenstand einer Fachtagung, die im September dieses Jahres am Studienkolleg der Universität Potsdam stattfand. Zum ersten Mal übernahm damit ein Studienkolleg der neuen Bundesländer die Gastgeberrolle. An der Veranstaltung nahmen über 70 Mitarbeiter aus insgesamt 27 Studienkollegs und einer Reihe von Partnereinrichtungen teil.
Prof. Dr. Norbert Dittmar und Ralph Heuer-Meutrath von der Freien Universität Berlin sprachen zum„Einfluß externer und soziolinguistischer Bedingungsfaktoren auf die Erlernung des Deutschen als Zweit- und Fremdsprache“. Weitere Plenarvorträge beschäftigten sich mit Testverfahren im europäischen Kontext, Interferenzen bei Spanisch, Französisch und Portugiesisch als Ausgangssprache, mit Fehleranalyse und Fehlertherapie im DaFUnterricht sowie der Rolle des Lesens literarischer Texte im DaF-Lernprozeß. Besondere Aufmerksamkeit erregten die Ausführungen von Dr. Sibylle Bolton, Goethe-Institut München, zur Konzeption Testdaf. Die Referentin charakterisierte den Test als eine zentral erstellte Prüfung mit zen
traler Korrektur, die mindestens zweimal jährlich in Prüfungszentren der Heimatländer der Kandidaten durchgeführt werden soll und ausländische Studienbewerber aller Fachrichtungen erfaßt.
Die Tätigkeit der drei Arbeitsgruppen war naturgemäß bestimmt von der Spezifik der Lehre DaF am Studienkolleg. So beschäfigten sie sich mit Testverfahren im Vorkurs, Inhalten und Umfang von sprachlichen Aufnahmeprüfungen, Unterrichtsbeispielen auf der Grundlage der Anforderungen des Rahmenplanes DaF und mit dem Stand der Umsetzung der Deutschen Sprachprüfung für den Hochschulzugang, kursspezifischen Prüfungsaufgaben und Bewertungsmodellen. Zwei Workshops „Schreiben zu wissenschaftlichen Themen im DaF-Unterricht“ und„Zur Entwicklung der Sprechfertigkeiten in der studienvorbereitenden DaF-Ausbildung“ standen gleichfalls auf dem Programm.
Die nächste Fachtagung DaF der Studienkollegs findet im Jahre 2000 am Studienkolleg der Universität Münster statt. Hierauf verständigte sich das Plenum, nachdem es den zukünftigen Durchführungsrahmen der Fachtagungen beraten und sich für eine engere Zusammenarbeit mit dem Fachverband Deutsch als Fremdsprache ausgesprochen hatte. Petra Hoffmann
PUTZ 8/98
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