Heft 
(1.1.2019) 15
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BL SR

Fortsetzung von S. 6

Adressatenkreis stellen, um auch von dieser Seite her einen stimulierenden Einfluß auf die Berufswahlentscheidung nehmen zu können.)

Erklärbar ist in diesem Kontext auch ein auffällig nachaußen gerichtetes Nütz­lichkeitsstreben, eine starkeWelt-/ Auslandorientierung(z. B.Ich will nach Amerika./... Australien.Ich will Missionar werden.) Die Befunde wider­spiegeln lebendig die Tatsache, daß viele der Jugendlichen den starken Drang ver­spüren,(endlich) die Welt kennenzuler­nen, auch z. T. auf abenteuerliche Weise, jedoch bei dem gleichzeitigen Versuch, dieses Bestreben in ihre Lebenspläne zu integrieren.

Bezüglich der Einschätzung eines für die Lehramtsanwärter angenommenen Lehrermotivs(Später-so-sein(unterrich­ten)-wie-er) ist bei den Studierenden der 90er Matrikel im Vergleich zur 89er ein erheblicher Rückgang festzustellen.

Im Zusammenhang damit steigt die An­zahl der Studenten im 90er Jahrgang(um ca. 20%), die meinen, größtenteils unab­

hängig von der Lehrkraft zu lernen/stu­dieren. Die Korrelationsanalyse(Wich­tung der negativen und positiven Deter­minanten der Schätzungen mit statisti­schen Mitteln) läßt den vorsichtigen Schluß zu, daß der beträchtlich geringer einge­schätzte Einfluß des Fremdsprachenleh­rers am stärksten mit dem Faktor(Selb­ständigkeit/Selbsttätigkeit der Studenten zusammenhängt. Detailliertere Befragun­gen zu diesem Problemkreis weisen darü­ber hinaus auf einen nicht immer adäquat gesteuerten Studienprozeß durch die Lehrkraft bezüglich angemessener Fremd­steuerung Selbststeuerung hin(erfragte Gründe z. B.-Über-/Unterforderung in bezug auf selbständiges Arbeiten in qua­litativer/quantitativer Hinsicht).

Aus motivationaler Sicht sollte das indi­viduelle, weitgehend lehrerunabhängige Lernen/Studieren auch die sprachprakti­sche Ausbildung stärker charakterisieren als bisher.

Dennoch ist das Problem unabhängigen/ selbständigen Lernens(z. B. selbständi­ges Mitgestalten von Lernzielen/-aktivi­täten: eigenen Seminarplan zur Diskus­sion stellen, Selbstbestimmung des Auf­

gabenniveaus durch Studenten, Selbstein­schätzungen...) weder fachspezifischer noch einrichtungsspezifischer Natur, wie internationale Publikationen zu diesem Thema beweisen. Jedoch macht es uns die jahrelangeVerschulung des Universi­tätsstudiums doppelt schwer(z. B. fester Seminargruppenverband und Anwesen­heitskontrollen, regelmäßige Kontrolle der Studienleistungen, z. T. feste Literatur­vorgaben etc.), immer angemessene An­forderungen bezüglich der Fähigkeit zum selbständigen Spracherwerb(allgemeine Könnensentwicklung/Kenntniserwerb) zu stellen.

Hinsichtlich dieser u. ä. Fragestellungen (wie z. B. auchLerndefizite,Lehrsti­le...) sollten wir uns nicht scheuen, die auftretenden Probleme öfter gemeinsam (Lehrende und Lernende) zu thematisie­ren und analysieren. Eine Klärung könnte sowohl motivationsfördernd auf die Lern­und Studienmotivation unserer Studieren­den als auch auf den Lehrverlauf wirken.

Dr. G. Blell FB Anglistik/Amerikanistik, ESA

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Nicht nur Datenbankfriedhöfe vorstellen

Mehr als Datenbankfriedhöfe vorstellen will man auf dem im Juni nächsten Jahres an der Potsdamer Universität stattfinden­den internationalen Kongreß der Society of Environmental Toxikolgie and Chemi­stry(SETAC)-Europe. Die Tagung soll auch bei der Bewertung von Umweltda­ten helfen.

Die zwei Schwestergesellschaften der SETAC in den USA und Europa vereinen mehr als 2000 Mitglieder. Deren arbeits­mäßige Anbindung bietet eine große Chance für die Gesellschaft, ihre Ziele auch Wirklichkeit werden zu lassen. Die Mitglieder kommen nämlich zu je einem Drittel aus Universitäten, obersten Be­hörden und aus der Industrie. Längst steht außer Zweifel, daß Umweltfragen nur in der Bündelung vieler Kräfte vor allem aus diesen Bereichen gelöst werden können. Hierzu will SETAC einen konzentrierten Beitrag leisten, und zwar durch Förde­rung der Forschung und Lehre sowie die Unterstützung einer umweltbewußten Erziehung. Die Bemühungen wichtiger Wissenschaftsdisziplinen zur Bewertung chemischer Schäden und die Interpreta­tion von Problemen der Schadensbeurtei­

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lung wie auch die Erstellung von Risiko­analysen werden unterstützt. Daß sich die Gesellschaft für die Entwicklung ökolo­gisch akzeptabler Prinzipien und Maß­nahmen einsetzt, ist nur folgerichtig. Zu ihren zahlreichen Aktivitäten gehören Studien- und Arbeitsprogramme, eine Beratungstätigkeit und die Herausgabe verschiedener Publikationen. Einmal jähr­lich treffen sich die Mitglieder zum Kon­greß, auf dem ein Preis an junge Wissen­schaftler und an einen Hochschullehrer auf dem Gebiet der Ökotoxikologie ver­geben wird.

Bereits im März wurde beschlossen, die Jahrestagung der europäischen Gesellschaft 1992 an die Universität Potsdam und damit bewußt in ein neues deutsches Bundes­land zu vergeben. Die wissenschaftliche und organisatorische Mitverantwortung wurde dem Fachbereich Biologie unter Leitung seines derzeitigen Direktors Doz. Dr. sc. H. Scheel übertragen. Wenn auch die Zeit bis Juni nächsten Jahres noch lang erscheint, so laufen die Vorbereitun­gen bereits auf Hochtouren. Tagungsort für die etwa 600 Gäste aus aller Welt wird das Potsdamer Residence-Hotel sein. Drei

Potsdamer Wissenschaftler sind im Wis­senschaftlichen Komitee vertreten. Der­zeit arbeitet man unter Federführung von Prof. Dr. Hans-Dietrich Hansen, Vizeprä­sident der europäischen Gesellschaft und Professor an der Technischen Universität Berlin, an der Feingestaltung des Kon­gresses. Erste wissenschaftliche Beiträge zu den Hauptthemen Ökologie, Ökotoxi­kologie und Sanierungsfragen sind einge­gangen. Feststeht, daß Workshops, Fir­menpräsentationen und Exkursionen sowohl in umweltgeschädigte als auch biologisch intakte Gebiete des Landes Brandenburg den Kongreß bereichern werden.

Professor Hansen hob die gute Zusam­menarbeit mit den Kollegen der Universi­tät Potsdam, deren großes Engagement und ihre wissenschaftliche Leistungsfä­higkeit hervor. Hier sei viel Grundlagen­forschung betrieben worden und Motiva­tion hätte trotz leider immer noch fehlen­der Arbeitsmittel vieles erreichen lassen. Es mache Spaß, in Potsdam für den Kon­greß ein gutes Stück Arbeit zu leisten.

Regine Derdack

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