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Fortsetzung von S. 6
Adressatenkreis stellen, um auch von dieser Seite her einen stimulierenden Einfluß auf die Berufswahlentscheidung nehmen zu können.)
Erklärbar ist in diesem Kontext auch ein auffällig nach„außen“ gerichtetes Nützlichkeitsstreben, eine starke„Welt-/ „Ausland‘orientierung(z. B.„Ich will nach Amerika./... Australien.“„Ich will Missionar werden‘‘.) Die Befunde widerspiegeln lebendig die Tatsache, daß viele der Jugendlichen den starken Drang verspüren,(endlich) die Welt kennenzulernen, auch z. T. auf abenteuerliche Weise, jedoch bei dem gleichzeitigen Versuch, dieses Bestreben in ihre Lebenspläne zu integrieren.
— Bezüglich der Einschätzung eines für die Lehramtsanwärter angenommenen Lehrermotivs(„Später-so-sein(unterrichten)-wie-er‘‘) ist bei den Studierenden der 90er Matrikel im Vergleich zur 89er ein erheblicher Rückgang festzustellen.
Im Zusammenhang damit steigt die Anzahl der Studenten im 90er Jahrgang(um ca. 20%), die meinen, größtenteils unab
hängig von der Lehrkraft zu lernen/studieren. Die Korrelationsanalyse(Wichtung der negativen und positiven Determinanten der Schätzungen mit statistischen Mitteln) läßt den vorsichtigen Schluß zu, daß der beträchtlich geringer eingeschätzte Einfluß des Fremdsprachenlehrers am stärksten mit dem Faktor(Selbständigkeit/Selbsttätigkeit der Studenten zusammenhängt. Detailliertere Befragungen zu diesem Problemkreis weisen darüber hinaus auf einen nicht immer adäquat gesteuerten Studienprozeß durch die Lehrkraft bezüglich angemessener Fremdsteuerung— Selbststeuerung hin(erfragte Gründe z. B.-Über-/Unterforderung in bezug auf selbständiges Arbeiten in qualitativer/quantitativer Hinsicht).
Aus motivationaler Sicht sollte das individuelle, weitgehend lehrerunabhängige Lernen/Studieren auch die sprachpraktische Ausbildung stärker charakterisieren als bisher.
Dennoch ist das Problem unabhängigen/ selbständigen Lernens(z. B. selbständiges Mitgestalten von Lernzielen/-aktivitäten: eigenen Seminarplan zur Diskussion stellen, Selbstbestimmung des Auf
gabenniveaus durch Studenten, Selbsteinschätzungen...) weder fachspezifischer noch einrichtungsspezifischer Natur, wie internationale Publikationen zu diesem Thema beweisen. Jedoch macht es uns die jahrelange„Verschulung“ des Universitätsstudiums doppelt schwer(z. B. fester Seminargruppenverband und Anwesenheitskontrollen, regelmäßige Kontrolle der Studienleistungen, z. T. feste Literaturvorgaben etc.), immer angemessene Anforderungen bezüglich der Fähigkeit zum selbständigen Spracherwerb(allgemeine Könnensentwicklung/Kenntniserwerb) zu stellen.
Hinsichtlich dieser u. ä. Fragestellungen (wie z. B. auch„Lerndefizite“,„Lehrstile“...) sollten wir uns nicht scheuen, die auftretenden Probleme öfter gemeinsam (Lehrende und Lernende) zu thematisieren und analysieren. Eine Klärung könnte sowohl motivationsfördernd auf die Lernund Studienmotivation unserer Studierenden als auch auf den Lehrverlauf wirken.
Dr. G. Blell FB Anglistik/Amerikanistik, ESA
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Nicht nur Datenbankfriedhöfe vorstellen
Mehr als Datenbankfriedhöfe vorstellen will man auf dem im Juni nächsten Jahres an der Potsdamer Universität stattfindenden internationalen Kongreß der Society of Environmental Toxikolgie and Chemistry(SETAC)-Europe. Die Tagung soll auch bei der Bewertung von Umweltdaten helfen.
Die zwei Schwestergesellschaften der SETAC in den USA und Europa vereinen mehr als 2000 Mitglieder. Deren arbeitsmäßige Anbindung bietet eine große Chance für die Gesellschaft, ihre Ziele auch Wirklichkeit werden zu lassen. Die Mitglieder kommen nämlich zu je einem Drittel aus Universitäten, obersten Behörden und aus der Industrie. Längst steht außer Zweifel, daß Umweltfragen nur in der Bündelung vieler Kräfte vor allem aus diesen Bereichen gelöst werden können. Hierzu will SETAC einen konzentrierten Beitrag leisten, und zwar durch Förderung der Forschung und Lehre sowie die Unterstützung einer umweltbewußten Erziehung. Die Bemühungen wichtiger Wissenschaftsdisziplinen zur Bewertung chemischer Schäden und die Interpretation von Problemen der Schadensbeurtei
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lung wie auch die Erstellung von Risikoanalysen werden unterstützt. Daß sich die Gesellschaft für die Entwicklung ökologisch akzeptabler Prinzipien und Maßnahmen einsetzt, ist nur folgerichtig. Zu ihren zahlreichen Aktivitäten gehören Studien- und Arbeitsprogramme, eine Beratungstätigkeit und die Herausgabe verschiedener Publikationen. Einmal jährlich treffen sich die Mitglieder zum Kongreß, auf dem ein Preis an junge Wissenschaftler und an einen Hochschullehrer auf dem Gebiet der Ökotoxikologie vergeben wird.
Bereits im März wurde beschlossen, die Jahrestagung der europäischen Gesellschaft 1992 an die Universität Potsdam und damit bewußt in ein neues deutsches Bundesland zu vergeben. Die wissenschaftliche und organisatorische Mitverantwortung wurde dem Fachbereich Biologie unter Leitung seines derzeitigen Direktors Doz. Dr. sc. H. Scheel übertragen. Wenn auch die Zeit bis Juni nächsten Jahres noch lang erscheint, so laufen die Vorbereitungen bereits auf Hochtouren. Tagungsort für die etwa 600 Gäste aus aller Welt wird das Potsdamer Residence-Hotel sein. Drei
Potsdamer Wissenschaftler sind im Wissenschaftlichen Komitee vertreten. Derzeit arbeitet man unter Federführung von Prof. Dr. Hans-Dietrich Hansen, Vizepräsident der europäischen Gesellschaft und Professor an der Technischen Universität Berlin, an der Feingestaltung des Kongresses. Erste wissenschaftliche Beiträge zu den Hauptthemen Ökologie, Ökotoxikologie und Sanierungsfragen sind eingegangen. Feststeht, daß Workshops, Firmenpräsentationen und Exkursionen sowohl in umweltgeschädigte als auch biologisch intakte Gebiete des Landes Brandenburg den Kongreß bereichern werden.
Professor Hansen hob die gute Zusammenarbeit mit den Kollegen der Universität Potsdam, deren großes Engagement und ihre wissenschaftliche Leistungsfähigkeit hervor. Hier sei viel Grundlagenforschung betrieben worden und Motivation hätte trotz leider immer noch fehlender Arbeitsmittel vieles erreichen lassen. Es mache Spaß, in Potsdam für den Kongreß ein gutes Stück Arbeit zu leisten.
Regine Derdack
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