Heft 
(1.1.2019) 15
Einzelbild herunterladen

DAAD

Für Auslandsaufenthalt sofort Anträge stellen

Vielfältige Stipendienangebote für Studenten und Wissenschaftler

Der Deutsche Akademische Auslandsdienst ist als eingetragener Verein privaten Rechts eine gemeinsame Einrichtung der Hoch­schulen der Bundesrepublik Deutschland. Seine Mitglieder sind die in der Hoch­schulrektorenkonferenz vertretenen Hoch­schulen und deren Studentenschaften. Seine Aufgabe ist die Förderung der Hochschul­beziehungen mit dem Ausland, insbeson­dere durch den Austausch von Studenten und Wissenschaftlern.

Seit der deutschen Einigung stehen die Stipendienangebote des DAAD für Stu­dium, Lehre und Forschung im Ausland auch den Studierenden und Wissenschaft­lern der Hochschulen in den neuen Bun­desländern offen.Wir haben bisher 1000 Stipendien an Studierende aus ostdeut­schen Hochschulen vergeben. Das ist ein gutes Zwischenergebnis, aber noch lange nicht genug, erklärte sein Präsident, Prof. Dr. Theodor Berchem, auf der Pressekon­ferenz am 7. Oktober 1991 an der TU in Berlin. 200 davon waren Jahresstipen­dien. Weitere 800 ostdeutsche Studenten haben an Sprachkursen in England und Frankreich teilgenommen, was zeitlich umgerechnet etwa 65 Jahresstipendien entspricht. Das ist viel zu wenig! Als angemessenen Anteil für Ostdeutschland wird eine Zahl um 1500 Jahresstipendien angesehen.

Die Bonner Geschäftsstelle könnte viel mehr Stipendien vergeben, als derzeit verlangt würden. Das heißt aber nicht, daß Gelder übrigbleiben und an die Bun­deskasse zurückgegeben würden. Es gäbe genug qualifizierte Bewerber aus den al­ten Bundesländern, aber der DAAD meint jedoch, daß die Wichtung verstärkt auf Ostdeutschland gelegt werden solle. Gerade die ostdeutschen Studenten und jüngeren Wissenschaftler können sich durch Auslandsaufenthalte weiterqualifizieren und international Anschluß finden. Neben den üblichen Jahresstipendien wies der Präsident insbesondere auf die Mög­lichkeiten eines jetzt neu aufgelegten Sonderprogrammes hin, das im Rahmen desErneuerungsprogrammes für Hoch­schule und Forschung in den neuen Län­dern finanziert wird.

Der DAAD vergibt sofort Stipendien für promovierte Nachwuchswissenschaftler aus den neuen Ländern zum Zwecke der wissenschaftlichen Fortbildung im Aus­

Nr; 15/91

land für drei Monate bis zu einem Jahr. Die Stipendien stehen Bewerbern aller Fachrichtungen offen. Die Promotion A sollte nicht länger als fünf Jahre zurück­liegen; die Altersgrenze liegt bei 38 Jah­ren. Die Stipendienhöhe wird mit einem Grundbetrag von 2250, DM angesetzt; die weiterhin gezahlten Zuschläge, ein­schließlich Reisekosten für die Familie, richten sich nach Gastland, Alter und familiärer Situation des Bewerbers. Vorbereitungsreisen und Intensiv-Sprach­kurse können zusätzlich gefördert wer­den. Auch 1992 wird die Förderung von Sprachkursen für Englisch und Franzö­sisch wiederholt.

Hier ein kurzer Überblick über die Pro­gramme für Deutsche.

1. Der DAAD vergibt Jahres- und Kurs­stipendien an Studenten und jüngere Wissenschaftler zu einem Studienaufent­halt in fast allen Ländern der Welt.

2. DasIntegrierte Auslandsstudium ermöglicht den Studierenden ein ein- bis zweisemestriges Auslandsstudium im Rahmen fachbezogener Vereinbarungen zwischen deutschen und ausländischen Hochschulen und Hochschullehrern. Das Auslandsstudium ist Bestandteil des Fach­studiums an der Heimatuniversität und wird bei Rückkehr von dieser voll aner­kannt.

3. Die Vermittlungsstelle für deutsche Wissenschaftler ermöglicht Lehrkräften

aller Fachrichtungen die Wahrnehmung kurz- oder langfristiger Lehraufgaben an Hochschulen im Ausland. 4. Der DAAD fördert Informationsauf­enthalte deutscher Studentengruppen im Ausland unter der Leitung von Wissen­schaftlern zur allgemeinen auslandskund­lichen und fachlichen Information. Für die Finanzierung dieser Programme hat der DAAD in den letzten vier Jahren seinen Etat verdoppeln können. 1990 stan­den 270 Mill. DM zur Vefügung, 1991 wurde dieser Betrag auf 350 Mill. DM aufgestockt. Die Auswahl erfolgt nach Maßgabe der fachlichen und persönlichen Qualifikation. Die Stipendien werden durch Kommissionen vergeben, in denen ehre­namtlich tätige Hochschullehrer vertre­ten sind. Allerdings müssen den Kommissionen Anträge vorliegen. Dazu muß jeder Inter­essent die Initiative selbst ergreifen und sich selbst um ein Stipendium bewerben. Berchem wies geradezu beschwörend auf diese Notwendigkeit hin. Und Eile ist geboten! Für ein Auslandsstudium, das im Herbst 1992 beginnen soll, ist vielfach bereits Ende Oktober 1991 Bewerbungs­schluß. Für Sprach- und Fachkurse, kurz­fristige Aufenthalte und Forschungssti­pendien für Naturwissenschaftler sind Be­werbungen, von Fall zu Fall unterschied­lich, in der Regel noch bis Anfang Januar 1992 möglich. Einzelheiten vermittelt eine Broschüre, die im Akademischen Aus­landsamt der Universität Potsdam(Haus F, Zi. 105) ausliegt; dort informiert Frau Bürger auch über Details. Nähere Aus­künfte über die Stipendienvergabe erteilt der Deutsche Akademische Auslandsdienst, Kennedyallee 50, W-5300 Bonn 2, Refe­rat 317(Tel. 02 28/8 82-3 39). Er eröffnet Bildungschancen, auf die nicht verzichtet werden sollte.

Dr. Rammelt