DAAD
Für Auslandsaufenthalt sofort Anträge stellen
Vielfältige Stipendienangebote für Studenten und Wissenschaftler
Der Deutsche Akademische Auslandsdienst ist als eingetragener Verein privaten Rechts eine gemeinsame Einrichtung der Hochschulen der Bundesrepublik Deutschland. Seine Mitglieder sind die in der Hochschulrektorenkonferenz vertretenen Hochschulen und deren Studentenschaften. Seine Aufgabe ist die Förderung der Hochschulbeziehungen mit dem Ausland, insbesondere durch den Austausch von Studenten und Wissenschaftlern.
Seit der deutschen Einigung stehen die Stipendienangebote des DAAD für Studium, Lehre und Forschung im Ausland auch den Studierenden und Wissenschaftlern der Hochschulen in den neuen Bundesländern offen.„Wir haben bisher 1000 Stipendien an Studierende aus ostdeutschen Hochschulen vergeben. Das ist ein gutes Zwischenergebnis, aber noch lange nicht genug“, erklärte sein Präsident, Prof. Dr. Theodor Berchem, auf der Pressekonferenz am 7. Oktober 1991 an der TU in Berlin. 200 davon waren Jahresstipendien. Weitere 800 ostdeutsche Studenten haben an Sprachkursen in England und Frankreich teilgenommen, was zeitlich umgerechnet etwa 65 Jahresstipendien entspricht. Das ist viel zu wenig! Als angemessenen Anteil für Ostdeutschland wird eine Zahl um 1500 Jahresstipendien angesehen.
Die Bonner Geschäftsstelle könnte viel mehr Stipendien vergeben, als derzeit verlangt würden. Das heißt aber nicht, daß Gelder übrigbleiben und an die Bundeskasse zurückgegeben würden. Es gäbe genug qualifizierte Bewerber aus den alten Bundesländern, aber der DAAD meint jedoch, daß die Wichtung verstärkt auf Ostdeutschland gelegt werden solle. Gerade die ostdeutschen Studenten und jüngeren Wissenschaftler können sich durch Auslandsaufenthalte weiterqualifizieren und international Anschluß finden. Neben den üblichen Jahresstipendien wies der Präsident insbesondere auf die Möglichkeiten eines jetzt neu aufgelegten Sonderprogrammes hin, das im Rahmen des„Erneuerungsprogrammes für Hochschule und Forschung in den neuen Ländern‘ finanziert wird.
Der DAAD vergibt sofort Stipendien für promovierte Nachwuchswissenschaftler aus den neuen Ländern zum Zwecke der wissenschaftlichen Fortbildung im Aus
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land für drei Monate bis zu einem Jahr. Die Stipendien stehen Bewerbern aller Fachrichtungen offen. Die Promotion A sollte nicht länger als fünf Jahre zurückliegen; die Altersgrenze liegt bei 38 Jahren. Die Stipendienhöhe wird mit einem Grundbetrag von 2250,— DM angesetzt; die weiterhin gezahlten Zuschläge, einschließlich Reisekosten für die Familie, richten sich nach Gastland, Alter und familiärer Situation des Bewerbers. Vorbereitungsreisen und Intensiv-Sprachkurse können zusätzlich gefördert werden. Auch 1992 wird die Förderung von Sprachkursen für Englisch und Französisch wiederholt.
Hier ein kurzer Überblick über die Programme für Deutsche.
1. Der DAAD vergibt Jahres- und Kursstipendien an Studenten und jüngere Wissenschaftler zu einem Studienaufenthalt in fast allen Ländern der Welt.
2. Das„Integrierte Auslandsstudium“ ermöglicht den Studierenden ein ein- bis zweisemestriges Auslandsstudium im Rahmen fachbezogener Vereinbarungen zwischen deutschen und ausländischen Hochschulen und Hochschullehrern. Das Auslandsstudium ist Bestandteil des Fachstudiums an der Heimatuniversität und wird bei Rückkehr von dieser voll anerkannt.
3. Die Vermittlungsstelle für deutsche Wissenschaftler ermöglicht Lehrkräften
aller Fachrichtungen die Wahrnehmung kurz- oder langfristiger Lehraufgaben an Hochschulen im Ausland. 4. Der DAAD fördert Informationsaufenthalte deutscher Studentengruppen im Ausland unter der Leitung von Wissenschaftlern zur allgemeinen auslandskundlichen und fachlichen Information. Für die Finanzierung dieser Programme hat der DAAD in den letzten vier Jahren seinen Etat verdoppeln können. 1990 standen 270 Mill. DM zur Vefügung, 1991 wurde dieser Betrag auf 350 Mill. DM aufgestockt. Die Auswahl erfolgt nach Maßgabe der fachlichen und persönlichen Qualifikation. Die Stipendien werden durch Kommissionen vergeben, in denen ehrenamtlich tätige Hochschullehrer vertreten sind. Allerdings müssen den Kommissionen Anträge vorliegen. Dazu muß jeder Interessent die Initiative selbst ergreifen und sich selbst um ein Stipendium bewerben. Berchem wies geradezu beschwörend auf diese Notwendigkeit hin. Und Eile ist geboten! Für ein Auslandsstudium, das im Herbst 1992 beginnen soll, ist vielfach bereits Ende Oktober 1991 Bewerbungsschluß. Für Sprach- und Fachkurse, kurzfristige Aufenthalte und Forschungsstipendien für Naturwissenschaftler sind Bewerbungen, von Fall zu Fall unterschiedlich, in der Regel noch bis Anfang Januar 1992 möglich. Einzelheiten vermittelt eine Broschüre, die im Akademischen Auslandsamt der Universität Potsdam(Haus F, Zi. 105) ausliegt; dort informiert Frau Bürger auch über Details. Nähere Auskünfte über die Stipendienvergabe erteilt der Deutsche Akademische Auslandsdienst, Kennedyallee 50, W-5300 Bonn 2, Referat 317(Tel. 02 28/8 82-3 39). Er eröffnet Bildungschancen, auf die nicht verzichtet werden sollte.
Dr. Rammelt