STUDENTEN
Denkanstöße
Von der Schwierigkeit, den persönlichen Stundenplan zu erstellen
Ich bin sicher, daß ich mit dem folgenden Artikel nicht nur auf Zustimmung stoßen werde. Trotzdem möchte ich hiermit auf ein Problem aufmerksam machen, welches uns in der Studienberatung gerade während des Einschreibezeitraumes besonders auffiel.
Für die Studienanfänger ist es nicht leicht, sich einen Stundenplan zusammenzustellen. Ganz besonders schwer haben es aber die Lehramtsstudenten, die die Veranstaltungen der zwei kombinierten Unterrichtsfächer und des erziehungswissenschaftlichen Studiums aus den Bereichen Pädagogik, Psychologie und Sozialwissenschaften in einem Stundenplan vereinen sollen. Für Seminare und Praktika lassen sich meist noch Zeiten finden, da diese zu mehreren Terminen angeboten werden. Aber ein Problem gibt es: das ist das Planen der Vorlesungen. Diese werden in der Regel nur zu einer Zeit angeboten. Aber auch das wäre noch zu verkraften, wenn nicht viele Vorlesungen gleichzeitig gehalten werden würden.
Aus dem Vorlesungsverzeichnis habe ich mir die angebotenen Vorlesungen des 1. und 3. Semesters für die Lehramtsstudenten der Fachbereiche Mathematik, Physik, Chemie, Biologie, Technische Bildung(aus zeitlichen Gründen war es nicht möglich, die Angebote aller FB durchzusehen) herausgeschrieben und bin zu folgendem Ergebnis gelangt(fakultative Angebote wurden nicht berücksichtigt): 93% aller für die Lehrämter angebotenen
Vorlesungen des 1. und 3. Semesters 0. g. FB finden zwischen 7.00 und 13.00 Uhr statt;
39,5% zwischen 7.00 und 9.00 Uhr, 32,2.% zwischen 9.00 und.11.00 Uhr, 30,2% zwischen 11.00 und 13.00 Uhr.
Foto: Rüffert
Ein flüchtiges Durchblättern des Vorlesungsverzeichnisses zeigte, daß sich diese Tendenz— bis auf wenige Ausnahmen auch für die anderen Fachbereiche bestätigt. Sollte das nicht ein Grund zum Nachdenken sein? Sicher, die Studenten können sich das Studium selbt planen und die
Vorlesungen auf das gesamte Grundstudium verteilen, aber ein Vergleich der Angebote der Wintersemester 90/91 und 91/92 zeigt keine Entspannung der Situation, demzufolge auch keine Lösung des Problems. Ich höre schon die Argumente, daß bestimmte Vorlesungen besonders anspruchsvoll sind und demzufolge zu den„Hauptaufnahmezeiten“‘“ stattfinden sollten— aber kann man wirklich diese Prioritäten setzen? Sollte man nicht doch versuchen, eine zeitliche Häufigkeit von Vorlesungen auf die Vormittagsstunden zu vermeiden! Es ist bestimmt nicht einfach, alle Fragen der Stunden- und Raumplanung in Übereinstimmung zu bringen, und jede mögliche Kombination kann auch nicht beachtet werden. Aber vielleicht kann man einen der folgenden Vorschläge aufgreifen und damit zu einer Entspannung der Situation beitragen. — Vorlesungen über den gesamten Tag verteilen oder — Vorlesungen nicht studienjahresweise, sondern semesterweise anbieten oder — Vorlesungen mehrmals in der Woche anbieten(bei Vorlesungen mit hohem experimentellem Aufwand verbietet sich das sicher bei geringer Studentenzahl— aber bestimmt ändert sich das auch wieder). Ich hoffe, daß man im Sinne der Studenten versucht, einer Lösung dieses Problems schrittweise näher zu kommen.
Dr. S. Bieber Dezernat I
Besuch aus Amsterdam
Der Kanzler der Universität Amsterdam, Dr. R. H. T. Bleijerveld, besuchte gemeinsam
mit Dr. P. Blok, dem Direktor der dortigen Abteilung für internationale Beziehungen, am 10. Oktober die Universität Pots
dam. Es handelte sich um eine erste Kontaktaufnahme, die der Information der Gäste im Rahmen einer Visite in den neuen deutschen Bundesländern diente. In einem Gespräch mit dem Kanzler, Herrn Jens Prüß, und dem stellvertretenden Grün
dungsrektor, Prof. Dr. G. Kempter, bekundeten die Gäste der größten niederländischen Universität großes Interesse an einer Zusammenarbeit und boten Hilfe beim Aufbau der Potdamer Universität an.
Nr. 15/91