STANDPUNKTE/ INFO
„So geht es nicht!“
Frau Dr. Regine Hildebrandt zur Lage der Frauen im Land Brandenburg
Der Medienstar, so wurde Frau Hildebrandt angekündigt, begnügte sich keineswegs mit oben genannter Feststellung. Sie führte vielmehr in der 1. SonntagsFrauen- Vorlesung unserer Universität am 13. Oktober vielfältige Beispiele dafür an, daß sie willens ist, Kritikwürdiges zu verändern.
Als Ausgangspunkt ihrer Betrachtungen wählte sie Untersuchungsergebnisse des Institutes für Frauenpolitik Berlin. Dort wurde festgestellt, daß die Zahl jener Frauen, die sich aktiv an der Mitgestaltung der Gesellschaft beteiligen, inner
ihr Anteil an den Vermittelten nur 40,8% (Zahlen von Ende September aus MAZ vom 17. 10. 91). Dringt man tiefer in die Statistik ein, stellt man fest, daß die langfristigen Ausbildungsmaßnahmen mit guten Chancen späterer Vermittlung auf dem Arbeitsmarkt vorwiegend von Männern wahrgenommen werden.
Frau Hildebrandt schilderte die Bemühungen ihres Ministeriums, mit Hilfe eines Arbeitsmarktpolitischen Förderprogramm die Lage der Frauen zu verbessern. Trotz finanzieller Vergünstigungen der Betriebe bei der Einstellung von Frau
En
Die Gleichstellungsbeauftragte der Universität, Frau Dr. Zapf(I.), Frau Dr. Hilde
brandt und der Kanzler, Herr Prüß
halb eines Jahres um 16% gesunken ist (1990— 20%, 1991— 4%). Diejenigen, die aktiv sein würden, verringerte sich gar um 43%(1990— 50%, 1991-7%). Diese Zahlen nahm Frau Hildebrandt immer wieder zum Anlaß, um die Frauen zu ermutigen, sich zu beteiligen und sich einzumischen.
Nur 2% der Frauen sehen es als ihren Traumberuf an, nur Hausfrau zu sein. Daraus ergebe sich die Aufgabe, die Berufstätigkeit als Teil des Lebens zu ermöglichen. Angesichts der Arbeitslosenzahlen im Land Brandenburg— 21 817 Frauen, 14 637 Männer— ist dies ein schwieriges Unterfangen. Während 59,8% der Arbeitslosen Frauen sind, beträgt
Nr. 16/91
Foto: Rüffert
en, bei der Schaffung von Ausbildungsplätzen für sie, greifen die Regelungen nicht in gewünschtem Maße. Die Umsetzung vieler Vorhaben(z. B, ABM-Modellprojekte, Beschäftigungsgesellschaften, Zentren für Existenzgründungen) scheitere daran, daß sie von den Verantwortlichen nicht realisiert würden, sagte die Ministerin.
Schon beim Fällen von Entscheidungen in allen Bereichen sind Frauen einzubeziehen, auch wenn es sich nicht um frauenspezifische Probleme handelt. Dies gilt natürlich auch für unsere Universität.
Dr. Barbara Eckardt
Erstmals Diplomstudiengang für Wirtschaftswissenschaften
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Wegen des hohen Bedarfs haben einige Ministerien des Landes Brandenburg dringend empfohlen, an der Universität Potsdam Wirtschaftswissenschaftler auszubilden. Im Gründungssenat ist Prof. Dr. Molsberger, Professor für Volkswirtschaftslehre und Wirtschaftspolitik an der Universität Tübingen, für den Aufbau dieses Fachbereiches verantwortlich. In Potsdam sollten nicht alle Zweige der Wirtschaftswissenschften etabliert werden. Ein Schwerpunkt wird die Betriebswirtschaftslehre sein. Auch Arbeits- und Betriebspsychologie wird im Ausbildungsangebot eine Rolle spielen. Nach einer Empfehlung des Wissenschaftsrates sollen in Potsdam auch Wirtschaftspädagogen(Diplomhandelslehrer) ausgebildet werden. Im Wintersemester 1991/92 haben sich erstmals 85 Studenten für den neuen Studiengang eingeschrieben. Derzeitig werden die Lehrveranstaltungen, die im Universitätskomplex II in Babelsberg stattfinden, durch Lehrbeauftragte von der Technischen Universität und der Humboldt-Universität Berlin, der Ruhr-Universität Bochum und von der Juristischen Fakultät der Universität Potsdam durchgeführt. Für das kommende Sommersemester ist die Ausschreibung von Professorenstellen vorgesehen. Auf dem Lehrprogramm stehen derzeitig Mathematik und Statistik, Einführungsvorlesungen in die Volkswirtschaftslehre, Betriebswirtschaftslehre, Betriebliches Rechnen, Grundlagen des Marketing-Managements, Öffentliches Recht und Zivilrecht. Die Studienanfänger werden durch alle im Diplomstudiengang tätigen Lehrkräfte bei der individuellen Gestaltung ihres Studiums, über rationelle Studienmethoden und bei der effektiven Planung des Studienablaufes beraten, insbesondere zum Sektor Betriebswirtschafslehre durch Prof. Klaus Chmielewicz(Bochum) und zum Sektor Volkswirtschaftslehre durch Prof. Dr. Wolfgang Cezanne(TU Berlin).
Dr. Rammelt
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