Heft 
(1.1.2019) 17
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SONNTAGS- FRAUEN- VORLESUNG

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auch im Dezember

Die nächste Sonntags-Frauen- Vorlesung zum Thema:Ansprüche von Frauen an Politik findet am 8. Dezember, um 10.00 Uhr im Gebäude der Primarstufe(kleiner Hörsaal) statt. Es liest Frau Dr. Eva Maleck-Levi von der Humboldt-Uni Berlin.

Nach Abwicklung und Arbeitslosigkeit hat sie gegenwärtig am dortigen Institut für Politikwissenschaft eine ABM-Stelle inne und arbeitet am ProjektInstitutionalisie­rung von Frauenpolitik in den neuen Bun­desländern.

Die studierte Philosophin hat sich vor allem seit der ersten Hälfte der 80er Jahre immer wieder mitneuen sozialen Bewegungen beschäftigt. Daraus kristallisierte sich dann später dieFrauenbewegung als Forschungs­schwerpunkt heraus. Anstöße für die Kon­zentration gerade auf dieses Thema bekam sie aus eigenen, ganz persönlichen Erfah­rungen und nicht zuletzt aus der Lektüre von Frauenliteratur der damaligen DDR.

Frau Dr. Maleck-Levi publizierteDie Frau ist frei geboren(1989) sowie andere Texte zur Frauenbewegung. Sie ist Mitbegründe­rin des Unabhängigen Frauenverbandes und engagiert tätig im Zentralinstitut fürInter­disziplinäre Frauenforschung, das sich aus MitarbeiterInnen von der FU und der Hum­boldt-Uni zusammensetzt. P.G.

Buch-Tip

Sigrid Metz-Göckel, Sigrid Frohnert, Ga­briele Hahn-Mausbach und Jaqueline Kau­ermann- Walter

Mädchen, Jungen und Computer Geschlechtsspezifisches Sozial- und Lern­verhalten beim Umgang mit Computern Westdeutscher Verlag 1991, DM 38, JSBN 3531/42299: 1

Nr. 17/91

SONNTAGS-VORLESUNG

Frauenrecht in Ost und West

Sabine Berghahn hielt 2. Sonntagsvorlesung

Die Referentin der 2. Sonntags-Frauen­Vorlesung war die 38jährige Juristin Sabine Berghahn. Sie absolvierte zwei Staats­examen in München, kam vor 10 Jahren nach Berlin, arbeitete an verschiedenen Forschungsprojekten mit. Sie war Lehr­beauftragte an einigen Fachhochschulen Berlins. Seit 1986 ist sie im Fachbereich Politische Wissenschaft tätig. Ihre For­schungsarbeit leistet sie auf dem Gebiet Politik und Recht. Persönlich setzt sie die Akzente auf Frauenrecht. 1991 promo­vierte sie zum Dr. jur. Frau Berghahn ist Mitglied desDeutschen J uristinnenbun­des:

In ihrem VortragKahlschlag oder Re­formanstoß? Rechtspolitische Folgen der deutschen Vereinigung für Frauen ging sie von der These aus, daß Frauen bisher in Umbrüchen und Revolutionen wenig gewonnen, meist etwas verloren hätten. Es ist eine Tatsache, daß Frauen im Vergleich zu Männern(jetzt in ganz Deutschland) häufiger und schneller ar­beitslos werden und geringere Chancen bei der Vermittlung haben. Die Referen­tin betonte, daß die z. T. größeren Rechte der Frauen in der ehemaligen DDR von ihnen nicht erkämpft worden seien. Das Recht und die Rechtspolitik seien nicht Gegenstand von widersprüchlichen Inter­essen gewesen. Die Gleichberechtigung

erfolgte vor allem durch die Erwerbstä­tigkeit. Jetzt seien in ganz Deutschland vor allem die Frauen als. Mütter benach­teiligt. Die im Osten bereits existierenden frau­enfreundlicheren Festlegungen(Schwan­gerschafts- und Mutterschutzregelungen, längerer Kündigungsschutz für Mütter, Freistellung von Frauen ohne Krippen­platz, Haushaltstag, Schwangerschaftsab­bruch) sind Ansatzpunkte für Reforman­stöße, die aufgegriffen werden, so die Juristin. Der Ausgangspunkt dieser Pro­zesse sei allerdings offen. Reformbedarf sieht sie vor allem bei den Freiheits- und Gleichheitsrechten. Frauen ordnen ihre Interessen unter oder werden erst gar nicht gefragt, um dies zu verhindern bzw. zu verändern, müssen Frauen aktiv werden. Möglichkeiten dazu sieht Frau Berghahn in Frauenverbänden, in der Gewerkschaft, im Deutschen Juri­stinnenbund und in anderen Berufsver­bänden. Auch in der sich an das Referat anschlie­ßenden Diskussion wurde deutlich, daß die Veränderung der Gesellschaft, weg von patriarchalischen Strukturen, ein zäher, mühsamer und kompromißreicher Kampf ist.

Text und Foto:

Dr. Barbara Eckardt

Sabine Berghahn

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