Vom 1. bis 3. November 1991 trafen sich an der Universität ca. 400 bis 500 pömpsMitglieder und interessierte Gäste, um den 3. Jahreskongreß des Netzwerkes durchzuführen. 150 bis 180 TeilnehmerInnen diskutierten in den entsprechenden Arbeitsgruppen.
FRAUEN’91
Dritter öffentlicher pömpsJahreskongreß
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In ihrer Eröffnungsansprache„Europa im Umbruch, Frauen in Bewegung, Brandenburg— Tor zu Osteuropa‘‘ äußerte das pömpsEhrenmitglied Dr. Regine Hildebrandt Gedanken dazu, welche deutschen Erfahrungen in den Prozeß des vereinigten Europas eingebracht werden könnten. Sie warnte gleichzeitig davor, Umstrittenes(wie z. B. die Pflegeversicherung) zu
Organisatorisch wurde die Veranstaltung durch den Gleichstellungsrat, insbesondere aber die Gleichstellungsbeauftragten Dr. Antje Zapf und Monika Stein, vorbereitet bzw. betreut. Das Gelingen des Kongresses ist somit auch der Erfolg dieses Gremiums.
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„exportieren‘‘, Stattdessen sollten„hilfreiche Formen‘‘ z. B..beim$ 218, bei den Kindertagesstätten gefunden werden. Man müsse versuchen, Brandenburg als Tor zwischen Ost und West weit zu öffnen. Auf unserem Foto: Prof. Dr. Mitzner, Karin Vogel, Dr. Regine Hildebrandt O4. DD. 1.)
— eine gemeinsame Podiumsdiskussion
FRAUEN IN EUROPA BENACHTEILIGUNG OHNE ENDE?
Teilnehmerinnen:
Angelika Barbe, MdB, Berlin, Bundesvorstandsmitglied der SPD
Gudrun Hamacher, Frankfurt, geschäftsführendes Vorstandsmitglied (Frauen, Werbung, Kultur) IG Metall
Dr. Marlies Hartmann, NL-Einhoven, Technical Manager, Philips& Du Pont Optical Co.
Karina Hesse, Hamburg, Justitiarin der Axel Springer Verlag AG
Britta Laws, Düsseldorf, Stellvertretende Vorsitzende pömps e. V. Head of Procedures and Systems Deminex AG
Babette Nieder, Paris, DeutschlandReferentin der französischen Ministerpräsidentin
Erika Schmid-Petry, MdA, Berlin, Frauen- und haushaltspolitische Sprecherin der FDP-Fraktion
Gerlinde Schnell, Schwerin, SPD-Landtagsabgeordnete in Mecklenburg- Vorpommern
Dr. Kerstin Schön, Erfurt, Ärztin, Unabhängiger Frauenverband
Mitarbeit in„Männergremien“?
pömps Vorsitzende Karin Vogel, die die Podiumsdiskussion leitete, machte darauf aufmerksam, daß Frauen in Europa die Mehrheit der Bevölkerung bilden. Wie können die Rechte der Frauen sichergestellt werden?— war eine wesentliche Frage der Diskussion. Das Anliegen der auf dem Podium sitzenden„Karrierefrauen‘‘ bestand demzufolge u. a. darin, zur Aktivität zu ermuntern. Die Frauen dürften nicht erst dann handeln, wenn sie betroffen seien. Meinungsverschiedenheiten gab es zur Art und Weise des Aktivseins oder-werdens. Dr. Kerstin Schön erlebt die Auswirkungen der gegenwärtigen gesellschaftlichen Situation. Zwei
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drittel bis dreiviertel ihrer Patienten sind Frauen. Alternativen im Gesundheitswesen seien aufzubauen. Die Ärztin hat für sich entschieden, nicht mehr in„Männergremien‘‘ mitzuarbeiten, um sich nicht anpassen und entmündigen lassen zu müssen. Sie ist Vorstandsfrau der Frauenbegegnungsstätte Gebesee e. V. und arbeitet als Mitglied des UFV im Erfurter Stadtparlament mit.
Frau Hamacher will innerhalb der Gewerkschaft die Rechte der Frauen ausbauen. Frau Schmid-Petry ist der Auffassung, daß es nicht ausreiche, die Parteien an den Pranger zu stellen, sondern vielmehr durch Mitarbeit an deren Spitze und
in deren Gremien herbeizuführen. Mit Blick auf eine zukünftige multikulturelle Gesellschaft plädierte Frau Laws dafür, daß Frauen neue Lebens- und Berufsentwürfe entwickeln, um die Chance„vereinigtes Europa“‘‘ zu nutzen. Am Ende der Diskussion war man sich dann doch einig, daß das Rollenverständnis in der Gesellschaft nur verändert, frauenfreundlichere Bedingungen nur dann gestaltet werden können, wenn die Mitwirkung und Mitgestaltung der Frauen in verschiedenen Bereichen und Gremien— in„Männergremien‘‘ und im„Netzwerk‘‘ — gesichert sind.
Dr. Barbara Eckardt
Nr. 17/91