STUDENTEN
Deutsche Studienanfänger in West und Ost im Wintersemester 1990/91
Seit 1983 führt das Hochschul-Informations-System GmbH(HIS) mit Sitz in Hannover jährlich Studienanfängerbefragungen in den alten Ländern auf Stichprobenbasis durch. 1990/91 wurden erstmals die Studienanfänger in den neuen Ländern mit in die Untersuchungen einbezogen.
In der jetzt vorliegenden HIS-Kurzinformation A 9/91 wird ein Überblick über repräsentative Ergebnisse einer Untersuchung von K. Lewin, G.-W. Bathke, M. Schacher und D. Sommer über Einflüsse auf die Studienwahl der deutschen Studienanfänger im WS 90/91 vorgelegt. Die Potsdamer Universitätszeitung(PUZ) veröffentlicht in lockerer Folge auszugsweise die wichtigsten Resultate.
Unterschiedliche Studienschwerpunkte in Ost und West
Westdeutsche und ostdeutsche Universitäten haben eine teilweise noch sehr unterschiedliche Verteilung der Erstimmatrikulierten auf die Studienfächer. Hier wie dort bilden Wirtschafts-/Sozialwissenschaften, Ingenieurwissenschaften und die Lehramtsstudiengänge Schwerpunkte in der Fächerstruktur, jedoch mit z. T.
recht verschiedenem Stellenwert. An den Hochschulen der neuen Länder nehmen die Ingenieurwissenschaften eindeutig den ersten Platz ein, gefolgt von den Lehramtsstudiengängen. Wirtschafts-/Sozialwissenschaften und Mathematik/Naturwissenschaften werden in den westlichen Ländern relativ häufiger studiert. Medizin wird im Osten vergleichsweise inetwa doppelt so häufig gewählt wie im Westen, bei den Rechtswissenschaften verhält es sich umgekehrt. In den Sprach-/Kulturwissenschaften/Sport fehlt— ausgenommen Sport— an ostdeutschen Universitäten noch das entsprechende Fächerangebot.
Der Zuwachs an Neueinschreibungen in den Universitäten der alten Länder konzentriert sich vor allem auf die seit Jahren schon zu den Wachstumsbereichen zählenden Wirtschafts-/Sozialwissenschaften (Ausnahme 1989 wegen Nc in BWL), die Lehramtsstudiengänge und die Ingenieurwissenschaften. Daneben ist eine starke, jedoch unterdurchschnittliche Studienplatznachfrage insbesondere von Männern auf einer breiten Basis von Fächergruppen zu beobachten(Rechtswissenschaften, Mathematik/Naturwissenschaften, Sprach-/ Kulturwissenschaften/Sport). In Medizin ist aufgrund des verringerten Angebots an Studienplätzen der erwartete Rückgang
der Erstimmatrikulationen festzustellen. Fachhochschulen haben— ausgenommen in den Wirtschafts-/Sozialwissenschaften — nur geringe Zuwächse an Studienanfängern zu verzeichnen.
Studienanfänger, die ihre Studienberechtigung in der ehemaligen DDR erworben haben, sind an Universitäten der alten Länder im Verhältnis auffallend häufig in Rechtswissenschaften und relativ selten in Mathematik/Naturwissenschaften sowie im Lehramtsstudium zu finden. An Fachhochschulen haben sie sich im großen und ganzen für die gleichen Fächergruppen entschieden wie ihre westdeutschen Kommilitonen.
Westdeutsche Studienberechtigte bevorzugen somit heute einerseits Studienrichtungen(Lehramtsstudiengänge), über deren berufliche Zukunftsaussichten immer noch keine einheitliche Meinung herrscht und andererseits die allgemein als zukunftsträchtig angesehenen Wirtschaftswissenschaften, Ingenieurwissenschaften und Mathematik/Naturwissenschaften. Wenn man berücksichtigt, daß hinsichtlich der beruflichen Zukunftsaussichten für Lehrer ein Silberstreif am Horizont gesehen wird, erweisen sich die Studienanfänger als recht flexibel bei ihrer Studienwahl im Hinblick auf Fächer mit beruflicher Perspektive.
Ist die Demonstration wirklich notwendig?
Nun haben wir nach einigem Hin und Her unsere Mietverträge unterschrieben, und bis auf kleinere Reibereien mit Formalitäten sind wir alle relativ zufriedengestellt. Die Mietpreise gehen auch, sind ja auch nochmal gedrückt worden. Also alles in Ordnung, alles in Butter. Aber der Schein trügt: Mietpreise richten sich immer nach dem geplanten Kostenaufwand, sie können jederzeit erhöht werden, Z. B. wenn die jetzt geplanten Stützungen wegfallen. Stichtag ist der 1. Januar’92. Was dann noch gestützt wird, ist noch nicht klar. Für’92 plant das Studentenwerk im Wohnbereich Ausgaben von 7,3 Mio DM, davon würden wir Studenten nach den jetzt erkämpften Mietpreisen
Nr. 17/91
nur 3,5 Mio DM bezahlen, ein paar Mark kommen noch durch Gäste’rein. Fazit: Für den Wohnbereich müssen etwa 3,4 Mio DM vom Land Brandenburg’rüberwachsen, sonst nutzen Versprechungen und Beruhigungen halt nichts mehr. Unterm Strich kommt für uns eine Verdoppelung, in einigen Wohnheimen gar eine Verdreifachung der jetzt zu zahlenden Mieten heraus. Also MÜSSEN WIR bei der Beratung des Landeshaushaltes dabei sein. Diese steht am 27. und 28. November auf der Tagesordnung. Sollten wir diesen Termin verschlafen, so stehen Mieterhöhungen im Januar, spätestens im April ins Haus bzw. ins dünne Portemonnaie. Wir rufen deshalb zu einer
Demonstration am 27. November auf, Wir wollen in zwei Gruppen zum Landtag ziehen. Eine Gruppe geht um 13.00 Uhr von der Mensa Am Neuen Palais los, die zweite Gruppe zur gleichen Zeit vom Ausgang des Hochschulkomplexes in Babelsberg Am Park. Treffpunkt ist dann der Landtag, wo wir mit einer Kundgebung unseren berechtigten Forderungen nach einer Stützung aller durch Altlasten aufkommenden Kosten Nachdruck verleihen möchten. Alle Fachbereichsleiter wurden bereits um entsprechende Mithilfe durch den Verschub von Lehrveranstaltungen gebeten.
Sven Braack(Stu Ra)