Heft 
(1.1.2019) 18
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STUDENTEN

Hinweise auf Mobilität von Ost nach West

Über 4000 Studienanfänger des Winterse­mesters 1990/91 in den alten Ländern haben das Abitur in den neuen Ländern erworben. Das sind gut 2 Prozent der Studienanfänger in den alten Ländern; es wären hingegen ca. 10 Prozent der Stu­dienanfänger in den neuen Ländern. Die­ser Anteil könnte sich künftig noch erhö­hen:

40% der Studienanfänger des Herbstse­mesters 1990/91 in den neuen Ländern geben an, sie hätten ein Studium in den alten Ländern erwogen. Das sind ca. 14 000 Studienanfänger(vgl. Abb.).

Die Ursachen dafür, daß sie ihrer Erwä­gung nicht folgten, sind in erster Linie schwierige Wohnsituation, finanzielle Engpässe und die Überfüllung der Hoch­schulen in den alten Ländern. Ungewohn­te Umgebung und fremde Mentalität sowie

ein Beharren auf heimischer Umgebung werden eher selten genannt.

Dank der Förderung gemäß BAföG dürfte künftig die Erwägung finanzieller Eng­pässe bei einemWest-Studium eine geringere Rolle spielen. Überfüllte Hoch­schulen sind auch in den neuen Ländern vor allem bei zunehmenden Studienbe­rechtigtenanteilen am Altersjahrgang zu erwarten.

Sollte dabei auch die Wohnungssuche nach Studienbeginn problematischer werden, so schwächte dies die relativ gesicherte Wohnsituation in den neuen Ländern als Argument gegen ein Studium in den alten Ländern.

Auch könnten angesichts der starken Berufsorientierung der Studienanfänger in den neuen Ländern künftig bei vor­übergehend ungünstiger werdendem Ar­

beitsmarkt mehr Studienanfänger ihr Studium im Westen beginnen.

Darüber hinaus plant etwa ein Zehntel aller Studienanfänger in den neuen Län­dern im Verlauf des Studiums ein Wech­sel an eine Hochschule in den alten Län­dern. Dies deutet auf ein Potential von zwischen 8000 und 12 000 Abiturienten aus den neuen Ländern jährlich hin, die ihr Studium an Universitäten der alten Länder aufnehmen könnten. Wenn sich eine solche Entwicklung in den nächsten Jahren einstellt, ist ab Mitte der 90er Jahre mit etwa 40 000 bis 50 000 Studierenden aus den neuen Ländern an westdeutschen Hochschulen zu rechnen. Diese Größen­ordnung wird durch erste Ergebnisse der HIS-Studienberechtigtenbefragung 1989/ 90 in den neuen Ländern bestätigt.

(aus: HIS Kurzinformation, A9/91, S. 7)

Potential für eine Mobilität von Ost nach West bei Studienanfängern 1990/91

weil ich mich"zuhause" wohler fühle wegen ungewohnter Umgebung

wegen fremder Mentalität|

*

Buchtip

Deutsche Studienanfänger in den neuen Ländern: Adaben Sie ein Studium an einer Hochschule in den alten Ländern erwogen?

an Fachhochschulen an Universitäten

ja

nein

wegen finanzieller Engpässe E

wegen überfüllter Hochschulen£

wegen Unsicherheit, ob ich mit den dortigen Verhältnissen zurechtkomme

wegen unübersichtlicher Lehrangebote E

soweit ein Hochschulstudium in den alten Ländern erwogen wurde: ch habe kein Studium an einer Hochschule in den alten Ländern begonnen...

wegen schwieriger Wohnsituation

HIS-Studienanfängerbefragung 90/91

49% 46%

STUDIUM HEUTE- ODER Mein Leben steht Schlange

ist erhältlich bei der gemeinnützigen Deutschen Studentenschaft, Untere Haus­breite 11, 8000 München 45 zum Preis von 14.80 DM.

Dieses Buch, das die Quintessenz eines Wettbewerbs zum ThemaHochschule und Studium war und von der gemein­nützigen Deutschen Studentenschaft her­ausgegeben wird, gehört in die Hand je­des Studienanfängers und gerade der Studienanfängerinnen(zwei Drittel der

knapp 40 Beiträge sind von Studientin­nen!). Es gibt Hilfen, wie man/frau selbst mit Schwierigkeiten im Hochschulalltag fertig wird, wenn man sich an anderen Vorbildernanhalten kann und sieht, daß es einem nicht nur allein so ergeht, daß auch andere jeden Tag das gleiche essen, da sie nicht kochen können oder mögen, daß alle Angst vor den Prüfungen haben und keine ordentlicheBude fin­den.

Nr. 18/91