STUDENTEN
Hinweise auf Mobilität von Ost nach West
Über 4000 Studienanfänger des Wintersemesters 1990/91 in den alten Ländern haben das Abitur in den neuen Ländern erworben. Das sind gut 2 Prozent der Studienanfänger in den alten Ländern; es wären hingegen ca. 10 Prozent der Studienanfänger in den neuen Ländern. Dieser Anteil könnte sich künftig noch erhöhen:
40% der Studienanfänger des Herbstsemesters 1990/91 in den neuen Ländern geben an, sie hätten ein Studium in den alten Ländern erwogen. Das sind ca. 14 000 Studienanfänger(vgl. Abb.).
Die Ursachen dafür, daß sie ihrer Erwägung nicht folgten, sind in erster Linie schwierige Wohnsituation, finanzielle Engpässe und die Überfüllung der Hochschulen in den alten Ländern. Ungewohnte Umgebung und fremde Mentalität sowie
ein Beharren auf heimischer Umgebung werden eher selten genannt.
Dank der Förderung gemäß BAföG dürfte künftig die Erwägung finanzieller Engpässe bei einem„West“-Studium eine geringere Rolle spielen. Überfüllte Hochschulen sind auch in den neuen Ländern vor allem bei zunehmenden Studienberechtigtenanteilen am Altersjahrgang zu erwarten.
Sollte dabei auch die Wohnungssuche nach Studienbeginn problematischer werden, so schwächte dies die relativ gesicherte Wohnsituation in den neuen Ländern als Argument gegen ein Studium in den alten Ländern.
Auch könnten angesichts der starken Berufsorientierung der Studienanfänger in den neuen Ländern künftig— bei vorübergehend ungünstiger werdendem Ar
beitsmarkt— mehr Studienanfänger ihr Studium im Westen beginnen.
Darüber hinaus plant etwa ein Zehntel aller Studienanfänger in den neuen Ländern im Verlauf des Studiums ein Wechsel an eine Hochschule in den alten Ländern. Dies deutet auf ein Potential von zwischen 8000 und 12 000 Abiturienten aus den neuen Ländern jährlich hin, die ihr Studium an Universitäten der alten Länder aufnehmen könnten. Wenn sich eine solche Entwicklung in den nächsten Jahren einstellt, ist ab Mitte der 90er Jahre mit etwa 40 000 bis 50 000 Studierenden aus den neuen Ländern an westdeutschen Hochschulen zu rechnen. Diese Größenordnung wird durch erste Ergebnisse der HIS-Studienberechtigtenbefragung 1989/ 90 in den neuen Ländern bestätigt.
(aus: HIS Kurzinformation, A9/91, S. 7)
Potential für eine Mobilität von Ost nach West bei Studienanfängern 1990/91
weil ich mich"zuhause" wohler fühle wegen ungewohnter Umgebung
wegen fremder Mentalität|
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Buchtip
Deutsche Studienanfänger in den neuen Ländern: Adaben Sie ein Studium an einer Hochschule in den alten Ländern erwogen?
an Fachhochschulen an Universitäten
ja
nein
wegen finanzieller Engpässe E
wegen überfüllter Hochschulen£
wegen Unsicherheit, ob ich mit den dortigen Verhältnissen zurechtkomme
wegen unübersichtlicher Lehrangebote E
soweit ein Hochschulstudium in den alten Ländern erwogen wurde: ch habe kein Studium an einer Hochschule in den alten Ländern begonnen...
wegen schwieriger Wohnsituation
HIS-Studienanfängerbefragung 90/91
49% 46%
„STUDIUM HEUTE- ODER Mein Leben steht Schlange“
ist erhältlich bei der gemeinnützigen Deutschen Studentenschaft, Untere Hausbreite 11, 8000 München 45 zum Preis von 14.80 DM.
Dieses Buch, das die Quintessenz eines Wettbewerbs zum Thema„Hochschule und Studium“ war und von der gemeinnützigen Deutschen Studentenschaft herausgegeben wird, gehört in die Hand jedes Studienanfängers und gerade der Studienanfängerinnen(zwei Drittel der
knapp 40 Beiträge sind von Studientinnen!). Es gibt Hilfen, wie man/frau selbst mit Schwierigkeiten im Hochschulalltag fertig wird, wenn man sich an anderen Vorbildern„anhalten‘ kann und sieht, daß es einem nicht nur allein so ergeht, daß auch andere jeden Tag das gleiche essen, da sie nicht kochen können oder mögen, daß alle Angst vor den Prüfungen haben und keine ordentliche„Bude“ finden.
Nr. 18/91