Heft 
(1.1.2019) 01
Einzelbild herunterladen

BIOGRAPHIEN

Neue Lehrkräfte an der Universität

Derzeit sind sechzehn Professoren und Dozenten im Rahmen des Hochschulerneuerungsprogramms an der Universität Potsdam tätig. Im folgenden beginnen wir mit der Vorstellung von vier zu diesem Kreis gehörenden Wissenschaftlern. In loser Folge wird dies in den nächsten Ausgaben fortgesetzt.(Die Veröffentlichungen erfolgen in der Reihenfolge des Eingangs.)

Privatdozent Dr. Heinz-Dieter Heimann

Geb. 1949 in Paderborn; Studium der Ge­schichte, Germanistik und Pädagogik und Philosophie für das Staatsexamen(1972 bis 1978) an der Ruhr-Universität Bo­chum; 1982 Promotion in Bochum zur Westpolitik der deutschen Ostterritorien im 14./15. Jh.; 1989 Habilitation zur Rolle der Fürstenfamilie und hausrechtli­cher Normen für den mittelalterlichen Staatsbildungsprozeß. Veröffentlichung zahlreicher Arbeiten zu stadt-, landeskul­tur- und_reformationsgeschichtlichen Themen; seit 1989 Forschungsstelle; in dieser Zeit Lehre an den Universitäten in Bochum, Paderborn und Hannover.

Am hiesigen FB Geschichtswissenschaf­ten Lehre in Mittelalterlicher Geschichte; die Lehrtätigkeit über deutsche und euro­päische Geschichte hat insbesondere das späte Mittelalter und damit Inhalte und Methoden eines Zeitabschnittes zum Gegenstand, der zu den forschungsinten­sivsten der letzten Jahrzehnte gehört. Anlaß für eine Bewerbung in Potsdam war für Dr. Heimann derHilfeaufruf

des Brandenburgi­schen Ministerprä­sidenten in dessen Neujahrsansprache 1990. Befragt nach seinen ersten Erfah­rungen im Lehrbe­trieb an der Uni­versität Potsdam, f nennt der Histori- EM

ker den sprübaren Willen zum Neuaufbau des Fachbereiches trotz mancher Reibungs­verluste. Er ist der Ansicht, daß sich die Universität Potsdam im Vergleich mit der Entwicklung anderer ostdeutscher Hoch­schulen bereits jetzt auf chancenreichen Bahnen befindet. Die Intensität des Neu­aufbaus dürfte freilich nicht nachlassen und eine Ungleichzeitigkeit, zumal bei der weiteren Einrichtung des FB Geschichts­wissenschaften gegenüber anderen Fächern, sei zum vermeiden, auch um von Anfang an dem bekannten Nachholbedarf des er­weiterten Stellenwertes Mittelalterlicher Geschichte zu begegnen und rasch attrak­

tive Forschungspotentiale aufzubauen. Die Studierenden zeigten eine beachtliche Leistungsbereitschaft, die u. a. mit der deutlich vergrößerten Veranstaltungsaus­wahl und den erweiterten Lehrinhalten begründet wird. Allerdings gebe es noch eine Vielzahl von praktischen Hemmnis­sen im Studienalltag, die die positive Grundeinstellung bremsen. Ähnliches gelte mutatis mutantis für den sogenann­ten akademischen Mittelbau und seine weitere Qualifikation in Lehr- und For­schungspraxis. Für dieses Jahr wünscht sich Dr. Heimann, daß der Konsolidie­rungsprozeß der Universität im Fach Geschichte für Lehrende und Studieren­de in seinen zentralen Stellenbereichen abgeschlossen werden kann, also eine Fakultät mit einem möglichst kompletten Lehrkollegium dem Universitätsstandort Potsdam innovatives Profil gibt. Er selbst möchte weiterhin daran mitwirken. So will er auch sein Engagement für die Mit­gestaltung der Tausendjahrfeier der Stadt Potsdam 1993 verstanden wissen.

Hochschuldozent Dr. Michael Steppat

Geb. 1949; Adoption durch einen Eng­länder; infolgedessen vor allem in Eng­land, Malaysia und Australien aufge­wachsen; Studium der Anglistik sowie Latein, Philosophie und Erziehungswis­senschaft an den Universitäten Hamburg und Münster; Ablegung beider Staats­prüfungen für das Lehramt und Erwerb des Grades eines Diplom-Pädagogen; 1976 wissenschaftlicher Assistent am Englischen Seminar der Universität Münster; 1979 Promotion(Dr. phil.); 1986 Habilitation in Englischer Phi­lologie(die eng­lischsprachige Ha­bilschrift ist 1990 unter dem Titel Chances of.Mi­schief: Variations of Furtune in Spen­ser in der Reihe

4

Anglizistische Studien des Böhlau-Ver­lages erschienen).

1980 erste Buchveröffentlichung: Die Schola von Cassiciacum; im selben Jahr erschien in englischer Sprache eine um­fangreiche Rezeptionsgeschichte zu Sha­kespeares Antony and Cleopatra(Reihe: Bochum Studies in English). Hauptar­beitsgebiete bis zur Habilitation: Editions­wissenschaft, historische Rezeptionsfor­schung sowie literarische Toposforschung; Mitherausgeber der New Variorum Edi­tion zu Shakespeares Antony and Cleopa­tra(1990 in New York); Herausgeber zweier lateinischer Dramen der englischen Re­naissance in Faksimiledrucken(1991 im Georg Olms Verlag); ferner Aufsätze und Miszellen zur Renaissance-Forschung sowie zum amerikanischen Drama. Ge­genwärtig Arbeit als Mitherausgeber an der New Variorum Edition zu Shakespea­res King Lear an der literaturkritischen

Zeitschrift Connotations: A Journal of Critical Debate sowie an einem cCompu­tergestützten Forschungsprojekt zu Le­xik- und Idiolektanalysen von Renaissan­cecorpora.

Sein Motiv für die Tätigkeit in Potsdam: An der Universität Potsdam ist für mich neben der freundlichen Einladung aus dem Fachbereich und der herzlichen Gast­freundschaft der Kollegen die Möglich­keit besonders reizvoll, zur Erweiterung des Lehrangebots einer bereits renom­mierten und doch in der jetzigen Form neu konstituierten Universität beitragen zu können. Über die Aufnahme an dieser Hochschule bin ich deshalb allen Betei­ligten dankbar. Es ist für mich eine sehr willkommene Gelegenheit, mich über die Probleme der Hochschulentwicklung in diesem für mich größtenteils neuen Teil Deutschlands aus erster Hand zu infor­mieren.

Nr. 1/92