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(1.1.2019) 03
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Sonntags-Frauen- Vorlesung am 8. März 1992, 10.00 Uhr im klei­nen Hörsaal des Fachbereiches Primarstufe

Referentin: Frau Prof. Dr. habil. Sabine Gensior

Thema: Frauenpolitik und Frau­enbewegung in Ost- und West­deutschland. Herausforderung in der neuen Bundesrepublik

Frau Prof. Gensior besuchte in Bautzen die Schule, kam Mitte der 50er Jahre nach Nordrhein-Westfalen und übersiedelte späterbewußt nach West-Berlin. Sie studierte bis 1971 an der Freien Universi­tät Berlin Soziologie, bis 1976 absolvier­te sie dort eine fünfjährige Assistenten­zeit. In Heidelberg und während ihrer achtjährigen Tätigkeit im Wissenschafts­zentrum in Berlin beschäftigte sie sich mit soziologischer Forschung, vor allen Dingen mit Bildungs- und Technikfor­schung. Seit 1988 ist die Professorin an der Fach­hochschule für Wirtschaft Berlin tätig. Industrie- und Techniksoziologie sind ihre Schwerpunkte, 1983 gründete sie mit Frau Prof. Dr. Carol Hagemann-White das Berliner Institut für Sozialforschung und sozialwissenschaftliche Praxis e.V. Im BIS werden Entwicklungen der Bildungs-, Sozial- und Familienpolitik sowie Ar­beits- und Beschäftigungspolitik wissen­schaftlich begleitet und in ihren gesell­schaftlichen Bedingungen erforscht. Frau Gensior ist bestrebt, andere Frauen zu fördern und ihnen wissenschaftliche Wege zu ebnen.

B. E.

Nr. 3/92

SONNTAGS-VORLESUNG

Von der Frauenbewegung zur Hochschulpolitik

Thema der Sonntags-Vorlesung

Sehr informativ, weil von systematisie­renden Aspekten getragen, fiel die von Frau Dr. Mühlenbruch(Universität Bonn) am 9. Februar gehaltene Frauen-Sonn­tags-Vorlesung aus. Die Referentin gab einen dezidierten Überblick über die Ge­schichte der Frauenbewegung. Dabei spannte sie den Bogen von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis hin zur Gegenwart. Interessant waren beispielsweise ihre Aus­führungen zu den unterschiedlichen Ur­sprüngen und Zielstellungen von bürger­licher und proletarischer Frauenbewegung. Auf die Gegenwart bezogen, verweilte die Gastrednerin vor allem beim Darstel­len bestimmter Bemühungen um Eigen­ständigkeit auf kulturellem Gebiet sowie im Bildungsbereich. So ist ein verstärktes Engagement in bezug auf die Einrichtung von Lehrstühlen für Frauenforschung zu verzeichnen. In Nordrhein-Westfalen existieren derzeit 24 Professuren für die­

ses Sachgebiet, zwei davon in Bonn. Acht Professorenstellen sollen in naher Zukunft hinzukommen. Um das Ungleichgewicht hinsichtlich der Besetzung von Professu­ren in NRW zu verdeutlichen, nannte Frau Dr. Mühlenbruch das Verhältnis von ca. 7 000 Professoren zu 340 Professorin­nen. In der sich anschließenden Diskussion kamen die Frauen schnell ins Gespräch. Themen wie die spezifische Situation in Brandenburg, die Verhinderung von Re­signationshaltungen, die Schaffung einer notwendigen breiten Lobby für Anliegen von Gleichstellungsräten auch außerhalb des akademischen Bereichs sowie die noch nicht zufriedenstellende Verbindung der Gleichstellungsbeauftragten unserer Uni­versität zum Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur wurden angerissen, jedoch nicht bis ins Detail ausdiskutiert. P.G.

Die Leiterin des Büros Berlin der Stiftung für liberale Politik, Dr. Ilona K. Klein(r.), überreichte am 11. Februar eine Bücher­spende der Friedrich-Naumann-Stiftung von 110 Bänden an den Bibliotheksdirek­

tor Sigurd Praetorius(1.). Die ausgebilde­te Politikwissenschaftlerin betonte, daß damit ein kleiner Beitrag zum Aufbau der Universitätsbibliothek geleistet werden solle.

Bücherspende übergeben

Es handelt sich um wissenschaftliche Publikationen über Geschichte und Ge­genwart des deutschen Liberalismus. Sie werden in der Babelsberger Fachbiblio­thek des Bereiches Sozialwissenschaften Studenten und Wissenschaftlern zugäng­lich sein.

Foto: Tribukeit