SOZIALES/SPORT
Lichtblicke für Vorruheständler?
Etwa zwanzig Vorruheständler unserer Universität trafen sich am 4. Februar mit dem Gründungsrektor, Prof. Dr. Rolf Mitzner, der Personaldezernentin, Frau Steffi Kirchner, Dr. Magrid Bircken vom Personalrat und Dr. Dieter Jeske, Landesvorsitzender der GEW. Auf ausdrücklichen Wunsch der Vorruheständler nahm Minister Enderlein an dem von Sorge um sozialen Abstieg, von Betroffenheit über die Praktiken des deutschen Rechtsstaates sowie Verärgerung und Ungeduld über den Umgang inner- und außerhalb der Universität mit ihnen bestimmten Gespräch teil.
Die verständlicherweise teils mit großer Emotionalität vorgetragenen Probleme der Anwesenden ehemals wissenschaftlichen Mitarbeiter— viele haben Aufbauarbeit an der Pädagogischen Hochschule geleistet — betreffen vier Komplexe.
Sie berufen sich auf die vertraglich zugesicherte Anpassung der Vorruhestandsbezüge an geänderte Tarife, so den seit 1. 7. 91 geltenden BAT-Ost, und den monatlich festgeschriebenen Zusatzverdienst von 400,— DM, die nach den Bestimmungen des Einigungsvertrages einseitig gekündigt wurden. Elementare rechtsstaatliche Prinzipien, wie Vertrauensschutz, Besitzstandswahrung und Gleichstellung, wurden gerade ihnen damit versagt. Nach wie vor gebe es keine Abfindung, und große Sorgen bereitet die Höhe der in nicht allzuweiter Ferne zu erwartenden Rente. Der Minister erklärte eingangs, daß er mit seiner Anwesenheit moralische Unterstützung signalisieren wolle, aber vieles nur in Zusammenarbeit mit seiner Kollegin Dr. Regine Hildebrandt und dem Brandenburger Finanzminister angehen könne. Den Hauptakzent setzte der Minister ohnehin auf eine politische Klärung des Problems. Dazu wolle er auch seine Kollegen aus den anderen neuen Bundeslän
dern mobilisieren. Für den in der Diskussion mit Nachdruck vertretenen Standpunkt, daß einem Vorruheständler keine lange Wartezeit bleibt, zeigte der Minister volles Verständnis, hob aber hervor, daß die rechtlichen Regelungen der „schrägste Punkt“ und daher am wenigsten zu beeinflussen seien.
Auf die Schwierigkeiten von Klagen, vor allem hinsichtlich der Dauer, verwies auch
der GEW-Vorsitzende, der unabhängig davon für ein politisches Vorgehen plädierte. Zum Einklagen verbriefter Rechte —„leider sei so die Situation“— forderte die Vertreterin des Personalrats auf; sie erläuterte zugleich das Bemühen des Personalrates um den Abschluß eines Sozialplans.
Eindringlich befragt nach den Aktivitäten der Universitätsleitung wurden der Gründungsrektor und die Personaldezernentin. Beide berichteten von Gesprächen in verschiedenen Ministerien. Nach Aussa
ge von Frau Kirchner habe es im ersten Halbjahr vorigen Jahres begründete Aussicht auf einen Sozialplan gegeben; im September sei eine Initiative zur Angleichung der Bezüge der Vorruheständler an den BAT-Ost aus tarifrechtlichen Gründen gescheitert. Obwohl der häufige Hinweis auf die Rolle der Finanzen von den betroffenen Anwesenden kritisiert wurde, sind sie ohne Zweifel der ent
Foto: Rüffert
scheidende Faktor. Im Ergebnis des Gesprächs sagte der Minister noch für Februar ein Treffen mit Vertretern der Vorruheständler, dem Personaldezernat und Mitarbeitern seines Hauses zu; er selbst will bei der Beratung anwesend sein. Er bat um eine gründliche Vorbereitung. Eine solche Vorarbeit sicherte die Personaldezernentin zu und legte schon ihre Gedanken in dieser Richtung kurz dar. Über den Fortgang wird die Universitätszeitung weiter berichten.
R. Derdack
dvs zu Gast an der Universität Potsdam
Die Deutsche Vereinigung für Sportwissenschaft(dvs) hat ihren Hochschultag für das Jahr 1993 erstmals in ein neues Bundesland vergeben. Die Universität Potsdam wird vom 22.24. September 1993 ca. 800 Sportwissenschaftler, Sportlehrer und Bildungspolitiker aus der Bundesrepublik Deutschland und dem Ausland beherbergen. Dieser Kongreß versteht sich zugleich als einer von vielen Beiträgen der Universität zu den Feierlichkeiten zum Stadtjubiläum„1000 Jahre Potsdam“.
Dieser 11. Hochschultag zum Rahmenthema „Jugend und Sport in Schule, Verein und
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Betrieb‘ will den aktuellen Zustand des Jugendsportes in seiner Breite darstellen und im Dialog Möglichkeiten und Chancen einer Weiterentwicklung diskutieren. Dabei soll über diese Aussprache eine notwendige Intensivierung der Zusammenarbeit zwischen Theorie und Praxis erreicht werden. Entsprechend der Zielstellung wird dieser Dialog auf verschiedenen Ebenen stattfinden, zwischen Sportwissenschaft und Sportpraxis, zwischen einzelnen sportwissenschaftlichen Disziplinen und zwischen Sportwissenschaftlern und Bildungspolitikern. Das Thema wird in Hauptvorträ
gen zur Vorstellung der Gesamtproblematik, in Einführungsvorträgen zu den Themenschwerpunkten sowie in Arbeitskreisen und Posterausstellungen abgehandelt.
Der Vorstand des dvs tagte am vergangenen Wochenende in Potsdam. Dabei zeigte sich dessen Präsident, Prof. Dr. Scherler aus Hamburg, vom derzeitigen Stand der Vorbereitungen beeindruckt. Die Leitung des Tagungsausschusses wurde dem Potsdamer Sportwissenschaftler Prof. Dr. Horst Philipp, Geschäftsführender Direktor des Fachbereiches Sportwissenschaft der Universität Potsdam, übertragen.
Dr. Rammelt
Nr. 3/92