Heft 
(1.1.2019) 04
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WISSENSCHAFT

Nr. 4/92 Seite 5

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Hochschulbibliotheken im Land Brandenburg werden zügig aufgebaut

Vergangene Woche hat die vom Wissenschaftsminister Hinrich Enderlein berufene Expertengrup­pe, der auch der Direktor der Uni­versitätsbibliothek Potsdam, Herr Sigurd Praetorius angehört, ihre Empfehlungen zu den Branden­burgischen Hochschulbibliotheken

vorgelegt: Ein Konzept für gut sortierte Hochschulbibliotheken modernen Standards, die den drei Universitäten, der Hochschule für Film- und Fernsehen und den fünf Fachhochschulen im Land gerecht werden wollen.

Alle Hochschulbibliotheken sol­

len nun zügig aufgebaut werden. Und an allen Hochschulstandor­ten sind Bibliotheksneubauten geplant. Dazu sieht ein von Bund und Ländern für zwölf Jahre ge­fördertes Programm eine umfas­sende Grundausstattung der Bi­bliotheken mit Buch- und Zeit­schriftenbeständen vor. Mit der Ausstattung moderner EDV-Tech­niken für Bibliothekare bis hin zu EDV-Arbeitsplätzen für Studen­ten und Hochschullehrer hat man bereits begonnen, so daß die Bran­denburger Bibliotheken bald das Niveau der Hochschulbibliothe­ken in den alten Bundesländern erreichen werden. In diesen Be­reich gehört auch der Anschluß an wichtige Datenbanken, der schnell realisiert werden soll. Mit der Höhe der Einzelansätze für die Hoch­schulbibliotheken allein für die

Universitätsbibliothek Potsdam ein Erwerbungsetat von rund 4,5 Mio Mark in 1992 will Minister En­derlein alle Hochschulen, insbe­sondere aber die Universitätsstan­dorte, zügig zu attraktiven For­schungsstätten ausbauen.

Das Gutachten, das im Rahmen der Länderpartnerschaft zwischen Nordrhein-Westfalen und Branden­burg mit Beteiligung der Leiten­den Bibliotheksdirektoren der Hochschulen erstellt wurde, ist bislang einzigartig für die neuen Bundesländer. Der Wissenschafts­rat empfahl auf seiner letzten Sit­zung im Januar dieses Jahres die Entwicklung solcher Konzeptio­nen für alle neuen Bundesländer. Pressemitteilung des MWFK vom 10. 02. 1992

POTSDAM ALS EIN HISTORISCHER ORT

Ein Kurzbericht von Eduard Gloeckner

Vom 17. Juli bis 2. August 1945 fand eine Konferenz der drei Kriegs­alliierten über Hitler-Deutschland statt. Der ursprünglich vorgesehe­ne Ort, die Hauptstadt Berlin, lag größtenteils in Schutt und Asche, so daß sich die Staatsführer der Siegernation für Potsdam entschie­den. Der letzte Schloßbau der Ho­henzollern, das Schloß Cecilien­hof, wurde zwar nicht zum Domi­zil, aber zur historischen Tagungs­stätte der Sieger auserkoren. Seit­her gilt es als historische Gedenk­stätte.

Am 19. Februar 1992 wurde im kb Rahmen einer Neugestaltung al-| ler Gedenkstätten in den neuen W

Bundesländern von der General­direktion der Stiftung Schlösser und Gärten die Bildung eines wis­senschaftlichen Beirates bekannt­

gegeben, der bei der Umgestal-|

tung der Gedenkstätte des Potsda­

Prof. Dr. Alexander Fischer(Fried­rich-Wilhelms-Universität Bonn), an. Weitere deutsche, vor allem auch an der Universität Potsdam tätige Fachwissenschaftler auf dem Gebiet von Politik und Zeitge­schichte werden in Zukunft sicher ebenso mitwirken, wie Vorgesprä­

zentrum fungieren, wobei ich neben der Koordinierung der Tätigkeit des Beirates eine Projektgruppe betreuen werde, die die Empfeh­lungen. in..die Praxis... vor..,Ort (Ausgestaltung der Gedenkstätte durch Dokumentation und Füh­rungskonzeption) umzusetzen hat.

mer Abkommens, Schloß Ceci- KW

lienhof, mit wissenschaftlich be­gründetem Rat in den nächsten Jahren zur Verfügung steht. Dem Beirat gehören bislang der Zeithi­storiker und Politikwissenschaft­ler Prof. Dr. Arnulf Baring(Freie Universität Berlin) und der Osteu­ropa-Historiker und Verfasser einer wissenschaftlichen Dokumentation über das Potsdamer Abkommen,

che vermuten lassen. Dabei ist an internationale Profilierung zu denken, was die Einbeziehung rus­sischer, amerikanischer und eng­lischer Historiker und Politikwis­senschaftler bedeutet.

Die Universität Potsdam wird darüber hinaus als Koordinations­

Foto: Archiv

Des weiteren stehtPotstausend, das tausendjährige Stadtjubiläum Potsdams, bevor. Im Hinblick auf die facettenreiche Geschichte dieser Stadt wird ein internationales Sym­posium vorzubereiten sein, das natürlich auch das Potsdamer Abkommen zum Thema haben

wird. Das Jahr 1995 wird schließ­lich erneut an das Potsdamer Abkommen auf jener Konferenz der Siegermächte des 2. Weltkrie­ges erinnern. Zu diesem Datum der 50. Wiederkehr jenerBerli­ner Konferenz wird eine interna­tional besetzte Konferenz in den Cecilienhof nach Potsdam einbe­rufen, welche nicht nur Verlauf und Hintergründe des Abkommens, sondern auch die Folgewirkungen in der Nachkriegszeit zusammen­fassend werten und die mögliche Entwicklung der neuentstehenden Staatenwelt nach dem Zusammen­bruch des sowjetkommunistischen Hegemonialsystems aufzuzeigen oder bereits zu analysieren haben wird. Natürlich wird es ein Anlie­gen sein, auch andere Träger die­ser Vorhaben und Veranstaltun­gen zu finden, wobei bereits bei der Bundes- wie bei der Landesre­gierung großes Interesse und die Bereitschaft zur Kooperation und

4 zur finanziellen Unterstützung ge­

weckt werden konnte. Schließlich aber geht es nicht allein um die Stadt Potsdam, sondern um viele Schritte zur Aufarbeitung der deutschen und europäischen Nach­kriegsgeschichte, wozu die Uni­versität Potsdam sicher einen Beitrag leisten wird.

(Der Autor arbeitet an der For­schungsstelle für Politik und Zeit­geschichte Mittel- und Osteuro­pas.)