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STUDENTEN/ FORSCHUNG
Die Veranstaltungen in den jeweiligen Fachbereichen beginnen um 10.00 Uhr.
Mitarbeiter der Universität informieren über Aufbau, Inhalte und Anforderungen einzelner Studiengänge mit dem Abschluß Magister(M), Diplom(D), Staatsexamen für Lehrämter(SL) oder Staatsexamen für Juristen(SJ).
Die sich über zwei Tage erstrekkenden Foren sind im einzelnen wie folgt aufgeteilt:
24. März 1992 n Anglistik und Amerikanistik(SL, M)
Chemie(SL, D, M) Geographie(SL, D, M) Germanistik(SL, M) Mathematik(SL, D, M) Musik(SL, D, M)
Technische Bildung(SL, M) Sozialwissenschaften(SL, M) Wirtschaftswissenschaften(D) Pädagogik(M)
Psychologie(M)
HochschulInformations F’age 1992 Die Universität Potsdam lädt eın
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25. März 1992
Biologie(SL, D, M) Geschichte(SL, M) Informatik(SL, D, M) Physik(SL, D, M) Primarstufe(SL)
Slawistik(SL, M) Rechtswissenschaft(SJ, M) Romanistik(SL, M) Pädagogik(M) Psychologie(M) Sportwissenschaft(SL, D) Während der Informations-Tage
stehen Ansprechpartner in jedem Fachbereich, der Zentralen Studienberatung, dem Akademischen Auslandsamt und dem Studentenwerk Potsdam zur Verfügung, um auch ganz spezielle Fragen zu beantworten. Darüber hinaus sind Vertreter anderer Hochschulen und Fachhochschulen des Landes Brandenburg eingeladen, um über ihr Studienangebot zu informieren. Auf Anforderung wird das ausführliche Programm auch zugeschickt.
Forschung zum Management-Buy-Out
Für die Gesundung der Wirtschaft in den neuen Bundesländern sind Wege zu beschreiten, die in marktwirtschaftlichen Systemen zu nachweisbaren Erfolgen bei der Entwicklung ökonomisch stabiler Unternehmen geführt haben. Im Mittelpunkt steht dabei die Privatisierung der ehemals volkseigenen Betriebe. Da der Verkauf der durch die Treuhandanstalt verwalteten Unternehmen nur in begrenztem Umfang an Interessenten aus den alten Bundesländern bzw. aus dem Ausland möglich ist, erhielt der Verkauf von Unternehmen an deren Manager und Belegschaften in den letzten Monaten einen zunehmenden Stellenwert in der Geschäftspolitik der Treuhandanstalt. Damit trägt diese den Realitäten der ökonomischen und sozialen Entwicklung des letzten Jahres in den fünf neuen Bundesländern Rechnung. Etwa 900 vorwiegend mittelständische Unternehmen sind in den Jahren 1990 und 1991 auf diesem Weg der Privatisierung entstanden. In der Praxis sind das verschiedene Formen des Management-Buy-Out(MBO), das Management-Buy-In(MBI) und des Belegschafts-Buy-Out(BBO), die unter völlig anderen Voraussetzungen und Rahmenbedingungen verwirklicht werden, als in den alten Bundesländern.
Aus der Sicht der Wirtschaftswis
senschaften ist es daher von besonderem Interesse, diesen Bereich der Unternehmensgründung unter den konkreten Bedingungen der wirtschaftlichen Strukturveränderung in den neuen Bundesländern zu analysieren und begleitend zu untersuchen. Daher befasse ich mich seit über einem Jahr mit dieser Thematik. In diesem Zusammenhang erhielt ich 1991 von der Arbeitsgemeinschaft zur Förderung der Partnerschaft in der Wirtschaft e. V.(AGP) in Kassel den Auftrag, eine Studie über diese Entwicklung im Freistaat Sachsen zu erarbeiten. Finanziert wurde dieses Projekt durch das Ministerium für Arbeit, Familie und Sozialordnung des Landes Baden-Württemberg. Die im Januar mit Hilfe von ABM-Kräften fertiggestellte Studie„Management-Buy-Out und Mitarbeiterbeteiligung in den neuen Bundesländern- eine empirische Untersuchung zu ersten Erfahrungen privatisierter Unternehmen im Freistaat Sachsen‘‘ wurde am 03. 02. 1992 durch den Sächsischen Staatsminister für Wirtschaft und Arbeit, Dr. Kajo Schommer und den Projektleiter der Presse vorgestellt. Wesentliche Erkenntnisse der Studie sind z. B. folgende:
1. MBO-Projekte bei der Privatisierung von Treuhand-Betrieben scheinen besonders in den Bran
chen mit relativ gesicherten Zukunftsaussichten erfolgversprechend zu sein. Das zeigt folgende Branchenstruktur der MBO-Unternehmen in Sachsen: Bauwesen 30%, Dienstleistungen 31%, Metallbe- und verarbeitung 14%, Handel 8%.
2. MBO-Projekte sind besonders für die Privatisierung von Klein- und Mittelbetrieben geeignet, d. h. etwa 20% der Unternehmen beschäftigen bis zu 25 Mitarbeiter, 52% haben 26-150 Mitarbeiter und ca. 28% bestehen in der Größenordnung von 151—400 Mitarbeiter. Das MBO ist daher ein Weg zur Schaffung eines neuen, eigenständigen Mittelstandes in den neuen Bundesländern.
3. Die Verwirklichung der MBOProjekte wurde durch ungeklärte Eigentumgsverhältnisse(28%), Finanzierungsprobleme(28%) und Probleme mit der Treuhandanstalt (45%) erschwert bzw. verzögert.
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W. SCHAUSS POTSDAM
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Brandenburger Str. 10 321793
Die vorliegende Studie bringt das noch bedeutend differenzierter zum Ausdruck und zeigt auch die vielfältigen Probleme dieser Privatisierungsform. So gehen die Käufer in der Regel ein sehr hohes Risikoein, da sie über wenig eigenes Vermögen verfügen, also hohe persönliche Kredite zur Aufbringung des Kaufpreises aufnehmen müssen. Es ist also ein hohes Maß an unternehmerischen Fähigkeiten notwendig, um das Unternehmen zu sanieren, neu zu profilieren und am Markt zu positionieren. Die geschilderten Untersuchungen wurden auch in weiteren neuen Bundesländern durchgeführt. Vom Ministerium für Wirtschaft, Mittelstand und Technologie des Landes Brandenburg gibt es den Auftrag, in diesem Jahr ein Gutachten über die Entwicklung von MBO-Unternehmen im Land Brandenburg zu erarbeiten.
Prof. Dr. Klaus Gloede