Heft 
(1.1.2019) 04
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Nr. 4/92 Seite 8

STUDENTEN/ FORSCHUNG

Die Veranstaltungen in den jewei­ligen Fachbereichen beginnen um 10.00 Uhr.

Mitarbeiter der Universität infor­mieren über Aufbau, Inhalte und Anforderungen einzelner Studien­gänge mit dem Abschluß Magi­ster(M), Diplom(D), Staatsexa­men für Lehrämter(SL) oder Staats­examen für Juristen(SJ).

Die sich über zwei Tage erstrek­kenden Foren sind im einzelnen wie folgt aufgeteilt:

24. März 1992 n Anglistik und Amerikanistik(SL, M)

Chemie(SL, D, M) Geographie(SL, D, M) Germanistik(SL, M) Mathematik(SL, D, M) Musik(SL, D, M)

Technische Bildung(SL, M) Sozialwissenschaften(SL, M) Wirtschaftswissenschaften(D) Pädagogik(M)

Psychologie(M)

HochschulInformations Fage 1992 Die Universität Potsdam lädt eın

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25. März 1992

Biologie(SL, D, M) Geschichte(SL, M) Informatik(SL, D, M) Physik(SL, D, M) Primarstufe(SL)

Slawistik(SL, M) Rechtswissenschaft(SJ, M) Romanistik(SL, M) Pädagogik(M) Psychologie(M) Sportwissenschaft(SL, D) Während der Informations-Tage

stehen Ansprechpartner in jedem Fachbereich, der Zentralen Stu­dienberatung, dem Akademischen Auslandsamt und dem Studenten­werk Potsdam zur Verfügung, um auch ganz spezielle Fragen zu beantworten. Darüber hinaus sind Vertreter anderer Hochschulen und Fachhochschulen des Landes Bran­denburg eingeladen, um über ihr Studienangebot zu informieren. Auf Anforderung wird das ausführli­che Programm auch zugeschickt.

Forschung zum Management-Buy-Out

Für die Gesundung der Wirtschaft in den neuen Bundesländern sind Wege zu beschreiten, die in markt­wirtschaftlichen Systemen zu nachweisbaren Erfolgen bei der Entwicklung ökonomisch stabiler Unternehmen geführt haben. Im Mittelpunkt steht dabei die Priva­tisierung der ehemals volkseige­nen Betriebe. Da der Verkauf der durch die Treuhandanstalt verwal­teten Unternehmen nur in begrenz­tem Umfang an Interessenten aus den alten Bundesländern bzw. aus dem Ausland möglich ist, erhielt der Verkauf von Unternehmen an deren Manager und Belegschaf­ten in den letzten Monaten einen zunehmenden Stellenwert in der Geschäftspolitik der Treuhandan­stalt. Damit trägt diese den Reali­täten der ökonomischen und so­zialen Entwicklung des letzten Jahres in den fünf neuen Bundes­ländern Rechnung. Etwa 900 vor­wiegend mittelständische Unter­nehmen sind in den Jahren 1990 und 1991 auf diesem Weg der Pri­vatisierung entstanden. In der Praxis sind das verschiedene Formen des Management-Buy-Out(MBO), das Management-Buy-In(MBI) und des Belegschafts-Buy-Out(BBO), die unter völlig anderen Voraus­setzungen und Rahmenbedingun­gen verwirklicht werden, als in den alten Bundesländern.

Aus der Sicht der Wirtschaftswis­

senschaften ist es daher von be­sonderem Interesse, diesen Bereich der Unternehmensgründung unter den konkreten Bedingungen der wirtschaftlichen Strukturverände­rung in den neuen Bundesländern zu analysieren und begleitend zu untersuchen. Daher befasse ich mich seit über einem Jahr mit dieser Thematik. In diesem Zusammen­hang erhielt ich 1991 von der Ar­beitsgemeinschaft zur Förderung der Partnerschaft in der Wirtschaft e. V.(AGP) in Kassel den Auf­trag, eine Studie über diese Ent­wicklung im Freistaat Sachsen zu erarbeiten. Finanziert wurde die­ses Projekt durch das Ministerium für Arbeit, Familie und Sozialord­nung des Landes Baden-Württem­berg. Die im Januar mit Hilfe von ABM-Kräften fertiggestellte Stu­dieManagement-Buy-Out und Mitarbeiterbeteiligung in den neuen Bundesländern- eine empirische Untersuchung zu ersten Erfahrun­gen privatisierter Unternehmen im Freistaat Sachsen wurde am 03. 02. 1992 durch den Sächsi­schen Staatsminister für Wirtschaft und Arbeit, Dr. Kajo Schommer und den Projektleiter der Presse vorgestellt. Wesentliche Erkennt­nisse der Studie sind z. B. folgen­de:

1. MBO-Projekte bei der Privati­sierung von Treuhand-Betrieben scheinen besonders in den Bran­

chen mit relativ gesicherten Zu­kunftsaussichten erfolgverspre­chend zu sein. Das zeigt folgende Branchenstruktur der MBO-Un­ternehmen in Sachsen: Bauwesen 30%, Dienstleistungen 31%, Me­tallbe- und verarbeitung 14%, Handel 8%.

2. MBO-Projekte sind beson­ders für die Privatisierung von Klein- und Mittelbetrieben ge­eignet, d. h. etwa 20% der Unter­nehmen beschäftigen bis zu 25 Mitarbeiter, 52% haben 26-150 Mitarbeiter und ca. 28% bestehen in der Größenordnung von 151400 Mitarbeiter. Das MBO ist daher ein Weg zur Schaffung eines neu­en, eigenständigen Mittelstandes in den neuen Bundesländern.

3. Die Verwirklichung der MBO­Projekte wurde durch ungeklärte Eigentumgsverhältnisse(28%), Finanzierungsprobleme(28%) und Probleme mit der Treuhandanstalt (45%) erschwert bzw. verzögert.

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Die vorliegende Studie bringt das noch bedeutend differenzierter zum Ausdruck und zeigt auch die viel­fältigen Probleme dieser Privati­sierungsform. So gehen die Käu­fer in der Regel ein sehr hohes Risikoein, da sie über wenig eige­nes Vermögen verfügen, also hohe persönliche Kredite zur Aufbrin­gung des Kaufpreises aufnehmen müssen. Es ist also ein hohes Maß an unternehmerischen Fähigkei­ten notwendig, um das Unterneh­men zu sanieren, neu zu profilie­ren und am Markt zu positionie­ren. Die geschilderten Untersu­chungen wurden auch in weiteren neuen Bundesländern durchgeführt. Vom Ministerium für Wirtschaft, Mittelstand und Technologie des Landes Brandenburg gibt es den Auftrag, in diesem Jahr ein Gut­achten über die Entwicklung von MBO-Unternehmen im Land Brandenburg zu erarbeiten.

Prof. Dr. Klaus Gloede