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BIOGRAFIEN
Prof. Dr. phil. Klaus-D. Mende
Prof. Mende ist für 5 Jahre an die Universität Potsdam gekommen. Seine inhaltliche Arbeit umfaßt 2 Schwerpunkte: Zum einen leitet er den Lehrstuhl für Vergleichende und Historische Pädagogik, zum anderen die Cottbusser Außenstelle der Universität Potsdam, wobei er mit dafür sorgt, daß die dort stattfindende Ausbildung von Primarstufenlehrern universitären Standards genügt.
Diese Struktur der Aufgaben hängt eng mit der Arbeit zusammen, die Prof. Mende seit Anfang 1990 auf dem Gebiet der heutigen neuen Bundesländer geleistet hat. Seit 1972 ist Mende als Professor für Vergleichende Pädagogik tätig, seit 1980 am Fachbereich Erziehungsund Gesellschaftswissenschaften der Hochschule der Künste in Berlin. Bildung und Erziehung in der DDR bildeten einen seiner Arbeitsschwerpunkte. So lag es nahe, daß er sich in den Prozeß der Öffnung und Umgestaltung von Schule, Hochschule und Lehrerbildung einbrachte.
In dieser Zeit hat Mende unzählige Fortbildungsveranstaltungen mit Lehrern durchgeführt, mit Studenten gearbeitet und mit Hochschullehrern Strukturkonzepte entwikkelt.„In diesem Prozeß waren die
Brandenburger die schnellsten in|
dem Bemühen, daraus eine wenigstens mittelfristige Zusammenarbeit entstehen zu lassen.‘
Hier in Potsdam arbeitet Prof. Mende an der Umgestaltung der Lehrerbildung in Brandenburg mit. „Wenn es gelingt, die in der Universität beschlossenen Konzepte zu realisieren, dann wird das ‚Potsdamer Modell’ der Lehrerbildung das spannendste, was in der deutschen Lehrerbildungslandschaft zu finden ist. Das allein macht es schon reizvoll, hier zu arbeiten. Selbstverständlich will ich auch in meiner Wissenschaftsdisziplin, der Vergleichenden Pädagogik, einige neue Akzente setzen. Die Öffnung zu westlichen Hochschulen will ich mitgestalten und die Wiederbelebung von Beziehungen zu Hochschulen in
Prof. Dr. phil. Karl Rohe
Prof. Dr. phil. Karl Rohe wurde im Juli 1991 vom Gründungssenat der Universität Potsdam zum Gründungsbeauftragten für Politik- und Sozialwissenschaften gewählt. Seit
Oktober 1991 amtiert er auch als Geschäftsführender Direktor des
neugegründeten Fachbereiches Sozialwissenschaften, der mit den Wirtschaftswissenschaften zusammen die Fakultät für Wirtschaftsund Sozialwissenschaften bildet.
Zum Fachbereich Sozialwissenschaften, dessen Standort Babelsberg ist, gehören die Disziplinen Politikwissenschaft, Soziologie, Empirische Sozialforschung und Politische Bildung.
Professor Rohe, 1934 im Oldenburgischen geboren, studierte an den Universitäten Freiburg, Münster und Oxford Politikwissenschaft, Geschichte, Germanistik und später auch Volkswirtschaft. Er hat heute eine C4-Professur an der Universität Essen inne. Vor einigen Jahren lehnte er einen Ruf auf den Lehrstuhl für Politikwis
| senschaft an der Fernuniversität Hagen ab. 1987/88 war er für ein
Jahr an der Universität Oxford als Gastprofessor tätig.
Rohes erste Buchveröffentlichung war eine umfangreiche, vergleichend angelegte Studie des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold, des vorwiegend von Sozialdemokraten unter Beteiligung von Demokraten und Zentrumsangehörigen getragenen republikanischen
den ehemals sozialistischen Ländern mit neuen Inhalten unterstützen. Einige Absprachen zu For
schungskooperationen sind getroffen. In die vielfältigsten Formen des Austausches werden die Studenten aktiv mit einbezogen, und schon in diesem Jahr werden gemeinsame Lehrveranstaltungen an Hochschulen in verschiedenen Ländern durchgeführt. Die EGEntwicklungen und das deutschpolnische Verhältnis sollen einen
Kampfverbandes zur Verteidigung der Weimarer Republik. Seine jünste Buchveröffentlichung ist ein englischsprachiger Sammelband zum Wahlverhalten in Deutschland in langfristiger historischer Perspektive. Dazwischen liegen Buchpublikationen und Aufsätze, die sich vor allem mit unterschiedlichen Politikbegriffen und mit dem Phänomen der politischen Kultur im diachronen, interregionalen und internationalen Vergleich befassen. Dabei stehen die historisch überkommenen, aber auch heute noch in nicht geringerem Maße politikrelevanten kulturellen Unterschiede zwischen Deutschland und der angelsächsischen Welt immer wieder im Zentrum seines Forschungsinteresses.
Professor Rohe hat schon sehr früh zu denjenigen gehört, die die These vertreten, daß man die angelsächsischen Maßstäbe nicht ohne weiteres auf Deutschland übertragen kann und daß politisch-kulturelle Stärken einer Gesellschaft
Schwerpunkt in meiner Arbeit bilden ebenso wie die weitere Aufarbeitung der Geschichte von Bildung und Erziehung der DDR und die Kritische, aber aktive Begleitung der Umgestaltungsprozesse in der Brandenburgischen Schule.“
Mit der DDR beschäftigt sich Prof. Mende seit den 60er Jahren. So hatte seine Diplomarbeit als Volkswirt 1965 die Auseinandersetzung mit Arbeitsmarktpolitik und sozialer Sicherung in der DDR zum Gegenstand, die Dissertation an der Freien Universität Berlin die Untersuchung von Teilaspekten der Schulgeschichte der DDR bis zum Bildungsgesetz von 1965. Als„Länderreferent DDR“ in einem Forschungsprojekt am Max-PlanckInstitut für Bildungsforschung erwarb Prof. Mende den„wissenschaftlichen Schliff‘, bevor er nach Zwischenstationen in der Hochschuldidaktik und in der Berufsbildungsforschung 1972 im Alter von 32 Jahren zum ersten Mal auf eine Professur berufen wurde.
oft nichts anderes sind als die Kehrseite ebenso großer Schwächen. Diese kulturell orientierten Fragen werden von ihm in Zukunft nicht zuletzt vor dem Hintergrund der deutschen Vereinigung in verstärktem Maße weiter verfolgt werden. Prof. Rohe:„Die deutsche Vereinigung hat einigermaßen zwangsläufig zur Folge, daß Deutschland politisch-kulturell gesehen neu zusammengesetzt wird. Welche Traditionen sich dabei als besonders wirksam erweisen und welche nicht, ist heute noch nicht definitiv entschieden. Diese Prozesse zu reflektieren, an ihnen mitzuwirken und dabei ein wenig dazu beizutragen, daß keine vermeidbaren kulturellen und psychischen Kosten und Beschädigungen anfallen, ist eine ebenso schwierige wie reizvolle Aufgabe und Motivation genug, um für eine gewissen Zeit an der Universität Potsdam tätig zu werden.— Diese Fortsetzung auf S. 5