Heft 
(1.1.2019) 07
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Nr. 7/92 Seite 4

BIOGRAFIEN

Prof. Dr. phil. Klaus-D. Mende

Prof. Mende ist für 5 Jahre an die Universität Potsdam gekommen. Seine inhaltliche Arbeit umfaßt 2 Schwerpunkte: Zum einen leitet er den Lehrstuhl für Vergleichen­de und Historische Pädagogik, zum anderen die Cottbusser Außenstel­le der Universität Potsdam, wobei er mit dafür sorgt, daß die dort stattfindende Ausbildung von Pri­marstufenlehrern universitären Standards genügt.

Diese Struktur der Aufgaben hängt eng mit der Arbeit zusammen, die Prof. Mende seit Anfang 1990 auf dem Gebiet der heutigen neuen Bundesländer geleistet hat. Seit 1972 ist Mende als Professor für Vergleichende Pädagogik tätig, seit 1980 am Fachbereich Erziehungs­und Gesellschaftswissenschaften der Hochschule der Künste in Berlin. Bildung und Erziehung in der DDR bildeten einen seiner Ar­beitsschwerpunkte. So lag es nahe, daß er sich in den Prozeß der Öff­nung und Umgestaltung von Schu­le, Hochschule und Lehrerbildung einbrachte.

In dieser Zeit hat Mende unzähli­ge Fortbildungsveranstaltungen mit Lehrern durchgeführt, mit Studen­ten gearbeitet und mit Hochschul­lehrern Strukturkonzepte entwik­kelt.In diesem Prozeß waren die

Brandenburger die schnellsten in|

dem Bemühen, daraus eine we­nigstens mittelfristige Zusammen­arbeit entstehen zu lassen.

Hier in Potsdam arbeitet Prof. Mende an der Umgestaltung der Lehrerbildung in Brandenburg mit. Wenn es gelingt, die in der Uni­versität beschlossenen Konzepte zu realisieren, dann wird das ‚Potsdamer Modell der Lehrerbil­dung das spannendste, was in der deutschen Lehrerbildungsland­schaft zu finden ist. Das allein macht es schon reizvoll, hier zu arbeiten. Selbstverständlich will ich auch in meiner Wissenschafts­disziplin, der Vergleichenden Pädagogik, einige neue Akzente setzen. Die Öffnung zu westlichen Hochschulen will ich mitgestal­ten und die Wiederbelebung von Beziehungen zu Hochschulen in

Prof. Dr. phil. Karl Rohe

Prof. Dr. phil. Karl Rohe wurde im Juli 1991 vom Gründungssenat der Universität Potsdam zum Grün­dungsbeauftragten für Politik- und Sozialwissenschaften gewählt. Seit

Oktober 1991 amtiert er auch als Geschäftsführender Direktor des

neugegründeten Fachbereiches Sozialwissenschaften, der mit den Wirtschaftswissenschaften zusam­men die Fakultät für Wirtschafts­und Sozialwissenschaften bildet.

Zum Fachbereich Sozialwissen­schaften, dessen Standort Babels­berg ist, gehören die Disziplinen Politikwissenschaft, Soziologie, Empirische Sozialforschung und Politische Bildung.

Professor Rohe, 1934 im Olden­burgischen geboren, studierte an den Universitäten Freiburg, Mün­ster und Oxford Politikwissen­schaft, Geschichte, Germanistik und später auch Volkswirtschaft. Er hat heute eine C4-Professur an der Universität Essen inne. Vor einigen Jahren lehnte er einen Ruf auf den Lehrstuhl für Politikwis­

| senschaft an der Fernuniversität Hagen ab. 1987/88 war er für ein

Jahr an der Universität Oxford als Gastprofessor tätig.

Rohes erste Buchveröffentlichung war eine umfangreiche, verglei­chend angelegte Studie des Reichs­banners Schwarz-Rot-Gold, des vorwiegend von Sozialdemokra­ten unter Beteiligung von Demo­kraten und Zentrumsangehörigen getragenen republikanischen

den ehemals sozialistischen Län­dern mit neuen Inhalten unterstüt­zen. Einige Absprachen zu For­

schungskooperationen sind getrof­fen. In die vielfältigsten Formen des Austausches werden die Stu­denten aktiv mit einbezogen, und schon in diesem Jahr werden gemeinsame Lehrveranstaltungen an Hochschulen in verschiedenen Ländern durchgeführt. Die EG­Entwicklungen und das deutsch­polnische Verhältnis sollen einen

Kampfverbandes zur Verteidigung der Weimarer Republik. Seine jünste Buchveröffentlichung ist ein englischsprachiger Sammelband zum Wahlverhalten in Deutsch­land in langfristiger historischer Perspektive. Dazwischen liegen Buchpublikationen und Aufsätze, die sich vor allem mit unterschied­lichen Politikbegriffen und mit dem Phänomen der politischen Kultur im diachronen, interregionalen und internationalen Vergleich befas­sen. Dabei stehen die historisch überkommenen, aber auch heute noch in nicht geringerem Maße politikrelevanten kulturellen Un­terschiede zwischen Deutschland und der angelsächsischen Welt immer wieder im Zentrum seines Forschungsinteresses.

Professor Rohe hat schon sehr früh zu denjenigen gehört, die die These vertreten, daß man die angelsäch­sischen Maßstäbe nicht ohne weiteres auf Deutschland übertra­gen kann und daß politisch-kultu­relle Stärken einer Gesellschaft

Schwerpunkt in meiner Arbeit bilden ebenso wie die weitere Aufarbeitung der Geschichte von Bildung und Erziehung der DDR und die Kritische, aber aktive Begleitung der Umgestaltungspro­zesse in der Brandenburgischen Schule.

Mit der DDR beschäftigt sich Prof. Mende seit den 60er Jahren. So hatte seine Diplomarbeit als Volks­wirt 1965 die Auseinandersetzung mit Arbeitsmarktpolitik und so­zialer Sicherung in der DDR zum Gegenstand, die Dissertation an der Freien Universität Berlin die Untersuchung von Teilaspekten der Schulgeschichte der DDR bis zum Bildungsgesetz von 1965. AlsLän­derreferent DDR in einem For­schungsprojekt am Max-Planck­Institut für Bildungsforschung erwarb Prof. Mende denwissen­schaftlichen Schliff, bevor er nach Zwischenstationen in der Hoch­schuldidaktik und in der Berufs­bildungsforschung 1972 im Alter von 32 Jahren zum ersten Mal auf eine Professur berufen wurde.

oft nichts anderes sind als die Kehrseite ebenso großer Schwä­chen. Diese kulturell orientierten Fragen werden von ihm in Zu­kunft nicht zuletzt vor dem Hin­tergrund der deutschen Vereini­gung in verstärktem Maße weiter verfolgt werden. Prof. Rohe:Die deutsche Verei­nigung hat einigermaßen zwangs­läufig zur Folge, daß Deutschland politisch-kulturell gesehen neu zusammengesetzt wird. Welche Traditionen sich dabei als beson­ders wirksam erweisen und wel­che nicht, ist heute noch nicht definitiv entschieden. Diese Pro­zesse zu reflektieren, an ihnen mitzuwirken und dabei ein wenig dazu beizutragen, daß keine ver­meidbaren kulturellen und psychi­schen Kosten und Beschädigun­gen anfallen, ist eine ebenso schwie­rige wie reizvolle Aufgabe und Motivation genug, um für eine gewissen Zeit an der Universität Potsdam tätig zu werden. Diese Fortsetzung auf S. 5