Heft 
(1.1.2019) 07
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WISSENSCHAFT

Nr. 7/92 Seite 5

Fortsetzung von S. 4

Universität hat mittelfristig gese­hen aus einer ganzen Reihe von Gründen gerade auch im Bereich der Sozialwissenschaften(Politik­wissenschaft und Soziologie) her­vorragende Zukunftsaussichten. Sie könnte sich zu einem Juwel in der Wissenschaftslandschaft des

Großraumes Berlin entwickeln, wenn jetzt die Weichen richtig gestellt werden. Dazu gehört ne­ben der Wahl der richtigen Stu­diengänge und einer klugen Beru­fungspolitik auch ein Stück Stu­dienreform.

Wilhelm-Foerster-Preis

Der URANIA-VereinWilhelm Foerster Potsdam e. V. stiftet für hervorragende Arbeit auf dem Gebiet der Popularisierung wis­senschaftlicher Erkenntnisse einen Wilhelm-Foerster-Preis.

Gemäß seinen Satzungszielen möchte der Potsdamer URANIA­Verein mit der Verleihung dieses Preises die im Land Brandenburg tätigen Wissenschaftler und Wis­senschaftspublizisten zu einer mög­lichst umfassenden Popularisierung und Publizierung ihrer wissen­schaftlichen Arbeit anregen. Damit verbunden soll das humanistische Erbe Wilhelm Foersters als aner­kannter Förderer der Wissenschaf­

ten und Wissenschaftsorganisator gepflegt werden. Die festliche Veranstaltung anläß­lich der jährlichen Preisverleihung soll als ein Höhepunkt im Bran­denburgischen Wissenschaftsleben gestaltet werden. Die Auftaktver­anstaltung zu Beginn des Jahres 1993 stellt einen Beitrag zu den 1000-Jahr-Feierlichkeiten in der Landeshauptstadt dar. Die Schirmherrschaft über die Preisvergabe hat der Minister für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg, Hinrich Enderlein, übernommen. M. Iven URANIA Potsdam

Gastvortrag

Über Fragen der multikulturellen Schule wird am 27. April im FB Primarstufe der Universität Pots­dam Herr Prof. Val D. Rust(Uni­versität Los Angeles) sprechen. Der Pädagoge weilt z. Z. als Ful­bright-Stipendiat an der Humboldt­

Universität zu Berlin. Der Vortrag wird in deutscher Sprache gehal­ten und findet im Raum 3205 des FB Primarstufe(Friedrich-Ebert­Straße 4, ehemaliges Institut für Lehrerbildung) statt. Gäste sind herzlich willkommen.

Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät Fachbereich Sozialwissenschaften

29. April 1992

PD Dr. habil. Muszynski, Univer­sität Potsdam

Zur Integration der ostdeutschen Hochschulen

6. Mai 1992

Privatdozent Dr. habil. Yenal, Freie Universität Berlin

Zur politischen Ökonomie der Staatsverschuldung in der Bun­desrepublik Deutschland

13. Mai 1992 Prof. Dr. Schmitt, Universität Köln

Das Wahlverhalten in den neu­en Bundesländern in langfristi­ger Perspektive

Die Forschungskolloquia finden mittwochs, 16.00 Uhr cc. t. im Uni­versitätsbereich II(August-Bebel­Straße 89, Raum 328) statt.

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Literaturwissenschaftliche

Fragestellunge

In unserem Fachbereich werden gern und oft Möglichkeiten ge­nutzt, sich über den Forschungs­stand anderer Einrichtungen zu informieren. In diesem Rahmen weilte am 21. 1. 92 Herr Prof. Dr. Ulrich Steltner von der Universi­tät Erlangen mit einer Gastvorle­sung zum ThemaLiterarität von Texten an unserer Universität. Herr Prof. Dr. Steltner war nicht zum ersten Mal in Potsdam; im Januar 1991 hielt er im Rahmen einer Vorlesungsreihe zur Russi­schen Literatur des 19. Jahrhun­derts einen Vortrag zur Dramatik A. Ostrovskijs.

Die diesmalige Vorlesung von Herrn Prof. Dr. Steltner ist ver­knüpft mit seiner langjährigen Forschungstätigkeit zu literatur­wissenschaftlichen Problemen von Texten. Er versuchte, an einem polnischsprachigen Roman zu zeigen, worin eigentlich dessen Literarität, alsodasjenige, was das vorliegende Werk zum litera­rischen Werk macht(R. Jakob­son), besteht.

Anwesend waren Vertreter der Fachbereiche Germanistik und Sla­wistik, und zwar Sprach- und Li­teraturwissenschaftler. Das nimmt nicht wunder, stellt doch der lite­rarische Text den Berührungspunkt zwischen beiden Disziplinen dar. Herr Prof. Dr. Steltner versteht

n behandelt

sich in erster Linie als Literatur­wissenschaftler. Das impliziert, daß er für seine Forschungen linguisti­sche Methoden nur als sekundär, als Hilfsmittel betrachtet und benutzt, denn bevor man einen fremdsprachigen Text interpre­tieren kann, muß man ihn erst einmal verstehen können. Es handelt sich also hier um das Funktionieren des Sprachsystems in seiner Ver­wendung. Dabei ist zu beachten, daß sich die poetisch-künstleri­sche Sprachverwendung von der Alltagssprache deutlich abhebt. Herr Prof. Dr. Steltner machte in seinen Ausführungen Beziehun­gen zur Russischen Formalen Schule, zum Strukturalismus und zur polnischen Phänomenologie sichtbar. Aufgrund der Komplexität des Themas konnte die sich anschlie­ßende Diskussion keinesfalls alle Probleme klären. Es wurde aber z. B. versucht, sich den Fragen anzu­nähern, worin das spezifisch Äs­thetische in der Verwendung von Sprache besteht und wie das Ver­hältnis von Erklären und Interpre­tieren unter dem Gesichtspunkt der Werteproblematik zu fassen sei. Bei den Kollegen fand dieser Vortrag ein gutes Echo.

A. Huber/A. Seidel

Institut Slawistik

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