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FORSCHUNG
Arbeitsgruppe der Max-Planck-Gesellschaft bei der Universität Potsdam„Fehlertolerantes Rechnen“
Diese sich konstituierende Gruppe der Max-Planck-Gesellschaft bei der Universität Potsdam ist derzeit noch in der Berliner Kurstraße untergebracht. Ihr Leiter, Prof. Dr.‘ Michael Gössel, ist auf der Suche nach geeigneten Räumlichkeiten in Potsdam.
Der national und international anerkannte Informatiker studierte in Jena und zwei Jahre in Leningrad Physik, kam 1971 nach Berlin an das Institut für Kybernetik und Informationsprozesse und arbeitete dort an den unterschiedlichsten Projekten(Modellierung biologischer Systeme, Bildverarbeitung, Rechenarchitektur und Fehlererkennung).
Der Autor von sieben, auch im Ausland verlegten Büchern und ca. 100 Publikationen ist darüber hinaus Inhaber von 25 Patenten. Die Struktur des Bereiches umfaßt:
vier wissenschaftliche Mitarbei
ter, eine Verwaltungsstelle, drei Doktoranden(Zwei davon sind russische Kollegen, die im September ihre Arbeit aufnehmen.) und eine Gaststelle. Zwei Doktoranden fördert die Siemens AG München bzw. die Graphikon Berlin.
Prof. Gössel ist der Auffassung, daß in den nächsten Jahren erhebliche Anstrengungen auf dem Gebiet der Mikroelektronik von Deutschland zu unternehmen sind, um dem Konkurrenzdruck standzuhalten. Der Maßstab sei Amerika.„Das ist eine unumstößliche Tatsache, an die wir uns zu halten haben.‘‘
Neben der wissenschaftlichen Arbeit sei der Kontakt zur Industrie lebensnotwendig, damit eine Abkopplung von Wissenschaft und Praxis vermieden wird.
„In der DDR hatten wir viele Industriekontakte, die wieder aufgebaut werden müssen‘‘, so der
Informatiker. Er verwendet gegenwärtig einen Teil seiner Zeit darauf, Drittmittel aus der Industrie— eine äußerst schwierige Aufgabe — einzuwerben.
Über sein Aufgabengebiet äußert der Wissenschaftler: „Fehlertolerantes Rechnen beinhaltet, wie man Fehler in Hard- und Software automatisch erkennt und bei vorhandenen Fehlern eines bestimmten Fehlermodells trotz der vorliegenden Fehler korrekte Resultate erzielt. Typisch ist, daß zusätzlicher Aufwand, Redundanz, erforderlich ist, um die Fehlererkennung und die fehlerfreie Funktionsweise bei vorhandenen Fehlern zu gewährleisten.‘ Üblich ist dabei, das Konzept von Verdopplung und Vergleich anzuwenden. Ein System wird zweimal realisiert, die Ergebnisse auf Gleichheit überprüft. Schwerpunktaufgaben der Arbeitsgruppenmitglieder sind:
— systematischer Entwurf sich selbstprüfender und sich selbsttestender Schaltungen, — Zusammenhang zwischen online Fehlererkennung und Testung, — systematische Softwarediversität zur Erkennung von Hardwarefehlern, — Verwendung von„Vorwissen‘‘ zur Fehlererkennung und beim Entwurf fehlertoleranter Algorithmen. Dank umfangreicher Erfahrungen und Kontakte besteht eine fruchtbare wissenschaftliche Zusammenarbeit insbesondere mit dem MaxPlanck-Institut für Informatik in Saarbrücken, mit den Universitäten in Dortmund(gemeinsames DFG-Projekt) Saarbrücken, Karlsruhe, London(Western Ontario, Canada), Amherst(Massachusetts), mit IMAG(Grenoble) und dem Institut für Steuerung(Moskau), mit dem Rechenzentrum der AdW (Moskau).
> Dr. Barbara Eckardt
Institut für Agroindustrielle Forschung e. V. an der Universität Potsdam
Hochachtung verdienen die dem Institut angehörenden Mitarbeiter allemal. In der der offiziellen Gründung am 4. 3. 92 vorausgehenden zweimonatigen Aufbauphase und auch zu Beginn der Institutsarbeit war die Verwirklichung der Ideen und Wünsche nur durch eigenes Engagement über das normale Maß hinaus und durch die finanzielle Beteiligung bei Sachmitteln möglich. Gehaltszahlungen gab es nicht. Daß trotz aller Widrigkeiten der Start in die Marktwirtschaft gelang, führen die insgesamt 16 Mitarbeiter auf den hier vorherrschenden, in sich stimmigen Teamgeist zurück. Zwei der Mitstreiter kommen aus den alten Bundesländern. Der größte Teil jedoch gehörte dem ehemaligen Institut für Gemüsebau in Großbeeren an, dessen Räume nun genutzt werden.
Noch nicht alle Anfangsschwierigkeiten sind überwunden. Dazu zählen auch die nicht enden wollenden„Finanzierungskämpfe‘‘ mit
dem Brandenburger Landwirtschaftsministerium. Doch man ist
zuversichtlich hinsichtlich der—
Lösung aller Probleme.
Bereits 1991 hatte das Institut für Gemüsebau nach Absprache mit dem zuständigen Ministerium die Chance erhalten, auf ca. 100 ha Land Miscanthus sinensis giganteus(bis zu 4 m hoch wachsendes C,-China-Schilf) zu Versuchszwecken anzubauen. In diesem Zusammenhang wurde die perspektivische Notwendigkeit eines Instituts für Agroindustrielle Forschung schon deutlich; dessen endgültige Etablierung vor ca. 1 Monat erwies sich als logische Schlußfolgerung. Zu den Gründungsmitgliedern des eingetragenen Vereins gehören u. a. Prof. Mitzner und Prof. Klopfer. Auch im Kuratorium ist unsere Universität durch die Person des Rektors vertreten. Ausschließlich durch Drittmittel, Förderanträge usw. erfolgt die Finanzierung der projektbezogenen Arbeitsaufgaben. Beantragte
bzw. angearbeitete Förderprojek
te sind beispielsweise:
„Untersuchungen zum Anbau
(einschließlich Gewinnung und
Vermehrung) von C,-Pflanzen‘‘
— Machbarkeitsstudien für Heizkraftwerke in Friedland, Ludwigsfelde(in Zusammenarbeit mit ENRO Ludwigsfelde und ENRO Essen) und Werder
— Beteiligung an einem Projektantrag zum Einsatz von wurzelstimulierenden Mikroben beim Anbau perennierender C,-Pflanzen
— Mitwirkung am Projekt„Möglichkeiten und Auswirkungen hoher Gaben von Seesedimenten auf den Anbau von ausdauernden C,-Pflanzen auf sandigen Böden im Umfeld des Rangsdorfer Sees‘‘“
— Beteiligung an Vorexperimenten der Bauwissenschaftlichen Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft der ehemaligen Bauakademie Berlin gemeinsam mit dem Plattenwerk
Sperenberg zur stofflichen
Nutzung von C,-Pflanzen. Absprachen hinsichtlich weiterer Projektvorbereitungen bzw.-beteiligungen gibt es bereits. Das setzt voraus, daß die Kontakte zu interessierten Einrichtungen in Brandenburg und über die Landesgrenzen hinaus hergestellt sind. Erwähnt seien hier die LAUBAG, die Humboldt-Uni oder die BuckWerke Pinnow. Die Forschungstätigkeit, noch bezieht sie sich vor allem auf das genannte C,-China-Schilf, wird von drei Säulen getragen. Die erste umfaßt alle Fragen, die mit den Problemen des Anbaus zusammenhängen. Dazu gehören Beurteilungen über Standorte, deren Eignung unter Berücksichtigung aller zu beachtenden Details und die daraus abzuleitenden vermutlichen Ertragswerte. Im Endergebnis stehen Anbauempfehlungen, unter ökologischen und ökonomischen Gesichtspunkten, für den Bauern. Den zweiten Schwerpunkt