FORSCHUNG
Nr. 7/92— Seite 7
Fortsetzung von S. 6
bildet das Gewinnen von Erkenntnissen bzgl. einer billigeren Selektion, Anzucht und Vermehrung von Pflanzen. Den in dieser Aufzählung letzten Problemkreis bilden Untersuchungen zu Verwertungsmöglichkeiten. So ist eine energetische(der Heizwert von C,-Schilf ist der Doppelte der herkömmlichen Braunkohle) und auch
stoffliche Nutzung(die Pflanzen weisen besondere Qualitäten für die Verwendung in der Baustoffindustrie und für umweltfreundliches Verpackungsmaterial auf) denkbar.
Eine Erweiterung der wissenschaftlichen Beschäftigung mit anderen nachwachsenden Rohstoffen ist für die Zukunft geplant und abzusehen. Petra Görlich
— Müller’s
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Ein besonderes Buch zu einem besonderen Ereignis
Lexikon zur Geschichte und Gegenwart der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel,
hrsg. von Georg Ruppelt und Sabine Solf.
In Kommission bei Otto Harrassowitz, Wiesbaden 1992, 179 Seiten.
Als am 29. Februar 1992 der Direktor der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel Prof. Dr. Drs. h. c. Paul Raabe nach über 23 Jahren an der Spitze dieser wohl einmaligen außeruniversitären Forschungs- und Studienstätte in den Ruhestand verabschiedet wurde, ehrten ihn Kollegen und Freunde mit einer buchgeschichtlichen Novität: einem Lexikon über eine Bibliothek. Von 113 Verfassern wurden in 365 Stichworten Informationen aus Geschichte und Gegenwart der Herzog August Bibliothek zusammengetragen, die Nicht nur den Charakter einer Festschrift für den scheidenden Direktor haben, sondern zugleich dem Lesegast oder Veranstaltungsbesucher praktischer Wegweiser und behutsamer Anreger zu tiefergehender und weiterführender Beschäftigung mit der Bibliothek, ihrer Geschichte, ihren Beständen, ihren Einrichtungen und ihren Veranstaltungen sein wollen.
Zwischen den Stichworten„Agrimensorencodex‘‘(älteste Überlieferung von Schriften der römischen Land- oder Feldmesser, 5./6. Jh.) und„Zoologie‘‘(Altbestand von etwa 800 Titeln bis 1830) entfaltet sich ein beeindruckendes Panoramabuch-, bibliotheks- und kulturgeschichtlicher Art, das durch Literaturhinweise und Verweisun
gen zwischen den Stichwörtern bzw. durch Hinweise auf Publikationen und Kataloge das Informationsbedürfnis auch des Spezialisten zu befriedigen weiß. Natürlich werden die Schätze der Bibliothek präsentiert: das Evangeliar Heinrichs des Löwen(um 1188, 1983 für 32,5 Millionen von Unbekannt in London ersteigert), die Bibelsammlung(mehr als 3000 Bibeln, darunter auch vorlutherische deutsche Drucke), die Handschriften(etwa 12 000, darunter 3 000 aus dem Mittelalter), die Sondersammlungen(Karten, Porträtstiche, illustrierte Flugblätter) usw. usf.
Womit anfangen, womit aufhören?
Gibt es doch kaum ein Kapitel europäischer Kulturgeschichte vom Ausgang der Antike bis zur Gegenwart, das in den Sammlungen der Bibliothek nicht präsent ist. Aber es sind nicht nur die Bestände, die man zu den„Schätzen‘‘ zählen sollte. Zurecht finden sich im Lexikon deshalb auch Stichworte wie„‚Arbeitsgespräche‘, ‚-kreise‘, ‚-stelle‘, ‚Auskunft‘, ‚Ausstellungen‘, um nur auf den Buchstaben ‚A‘ zu verweisen. Sie gestatten einen informativen Einblick in die Arbeit der Bibliothek, die auf faszinierende Art und Weise bibliothekarische Arbeiten mit wissenschaftlichen Forschungen und kulturellen Veranstaltungen für die Öffentlichkeit sowie museale Aufgaben miteinander verbindet.
Das Lexikon ist somit nicht nur für den Germanisten, den Historiker oder den Bibliothekar eine wahre Fundgrube, sondern es wi
derspiegelt z. B. durch die Dokumentation der Bibliotheksentwicklung in der Amtszeit Paul Raabes die Mechanismen von Forschungsorganisation,-förderung und-finanzierung(von ‚ABM‘ über ‚DFG“ bis ‚Volkswagenstiftung‘). So stellt die knappe eine(zweispaltige) Druckseite, die dem Leiter der Bibliothek von 1968 bis 1992 zugestanden ist, keine Unterschätzung seiner Tätigkeit dar, gibt es doch kaum ein Stichwort, in dem nicht das Wirken eines der bedeutendsten Bibliotheksleiter des 20. Jahrhunderts zu berücksichtigen war.
Paul Raabes Direktorat in dem Zusammenhang mit dem Büchersammler Herzog August d. J. (1579-1666) und seinen Vorgängern im Amte Gottfried Wilhelm Leibniz und Gotthold Ephraim Lessing zu stellen, ist deshalb kein Jubiläumskotau.
Wolfenbüttel ist nur etwa zweieinhalb Autostunden von Potsdam entfernt, die Bahnfahrt via Braunschweig dauert zwar etwas länger, ermöglichte dann aber ein einstimmendes Blättern im(warum so sparsam?) illustrierten Lexikon. Zusammen mit dem Jahresprogramm und den„Wolfenbütteler Bibliotheksinformationen‘‘(beides in der Universitätsbibliothek Potsdam/Golm einsehbar) hätte man so die rechte Vorinformation, bevor man sich von den jederzeit höflichen und hilfsbereiten Mitarbeitern der Bibliothek in sein Arbeitsfeld einführen ließe.
Vom Herausgeber ist das Lexikon als Band 1 einer Reihe„Lexika europäischer Bibliotheken“‘ deklariert worden. Wird es einmal einen
Band X über die Universitätsbibliothek Potsdam geben? Paul Raabe, der in seinem„Ruhe‘‘Stand„neben‘‘ wissenschaftlichen und publizistischen Projekten sich vor allem im Freundeskreis der Franckeschen Stiftungen um den Erhalt dieses vom Verfall bedrohten Bau- und Kulturdenkmals europäischen Ranges in Halle kümmern wird, würde sich darüber gewiß freuen.
Prof. Dr. K. Kiesant
URAMA
Verein„Wilhelm Foerster“ Potsdam e. V.
Dienstag, 5. Mai 1992— 19.30 Uhr, Haus der URANIA In der Reihe:,, WISSENSCHAFTSLAND POTSDAM“ Institut für Astrophysik Referent: Prof. Dr. K.-H.Rädler
Donnerstag, 7. Mai 1992— 19.30 Uhr, Haus der URANIA 500 Jahre Amerika „Kolumbus und die Entdeckung Amerikas‘ Referent: Prof. Dr. Klaus Bürger
Sonnabend, 9. Mai 1992— 7.00 Uhr, Park Sanssouci, Eingang Grünes Gitter 17. Potsdamer Naturkundliche Wanderung „Vogelstimmenexkursion im Park von Sanssouci“ mit Prof. Dr. Dieter Wallschläger
„Die großen Religionen der Erde‘ Die Geschichte der Hochreligionen im Überblick 1. Teil: Sonnabend, 9. Mai 1992—14.00 bis 18.00 Uhr 2. Teil: Sonnabend, 16. Mai 1992— 14.00 bis 18.00 Uhr
Sonntag, 10. Mai 1992— 20.00 Uhr, Haus der URANIA "Hoffnung nach zwei Diktaturen?" mit Charlotte Wasser und Helga Schubert
Donnerstag, 14. Mai 1992— 19.30 Uhr, Haus der URANIA 500 Jahre Amerika „Von der Entdeckung bis zur Eroberung“ Der Beginn der spanischen Expansion in Amerika Referent: Dr. Heinz Joachim Domnik
Sonnabend, 16. Mai 1992— 10.00 Uhr, Bhf. Griebnitzsee Die Villenkolonie Neubabelsberg Es führt: Jörg Limberg, Architekt, Amt für Denkmalpflege, Potsdam
Montag, 18. Mai 1992— 19.30 Uhr, Haus der URANIA 500 Jahre Amerika ‚an der Seite der Entrechteten“— Kirche in El Salvador— mit Carlos Alberto Najero
Dienstag, 19. Mai 1992— 19.30 Uhr, Haus der URANIA „Jugendreligionen im Vormarsch“ Referent: Thomas Gandow, Pfarrer in Zehlendorf
Donnerstag, 21. Mai 1992— 19.30 Uhr, Haus der URANIA In der Reihe:,, WISSENSCHAFTSLAND POTSDAM“ Fachhochschule Potsdam
URANIA-Haus„Wilhelm Foerster“ 1560 Potsdam, Brandenburger Str. 38 Fon 21724- Fax 2 36 83