Nr. 7/92— Seite 8
STUDENTEN
Erste Erfahrungen mit Kontaktstipendien
Vor Beginn des Wintersemesters 1991/92 erhielt unsere Universität vom DAAD in Bonn das Angebot, Gelder für Kontaktstipendien zu beantragen.
Die Mittel für Kontaktstipendien dienen der Vertiefung der Beziehungen zwischen deutschen Hochschulen und ihren ausländischen Partnerhochschulen durch den Austausch von Studenten. Insbesondere sollen damit bestehende oder neue Beziehungen zu westlichen Hochschulen gestützt werden. Dieses Programm ermöglicht es, Studenten aus Partnerhochschulen— oder solchen, die es werden sollten/könnten— mit einem Stipendium des DAAD an die Universität Potsdam einzuladen. Daran knüpft sich die Erwartung, daß die Partner auch unseren Studenten entsprechende Stipendien zur Verfügung stellen. Ein strenger Kopf-zu-Kopf-Austausch ist jedoch nicht Bedingung, zumindest nicht am Anfang der Beziehungen. Die Studenten werden von der Partnerhochschule vorgeschlagen. Sie müssen ihren Studiengang, einen konkreten Studienplan für das Studium in Deutschland, den Nachweis von Deutschkenntnissen und ein einschlägiges Gutachten mit ihrer Bewerbung einreichen.
Als wir in der Hochschule dieses Programm publik machten, erreichten uns viele Anträge bzw. Wünsche der einzelnen Fachbereiche: 29 Studenten aus 16 verschiedenen Hochschulen sollten‘ von 6 Fachbereichen eingeladen werden. Die Realisierung dieses Vorhabenserwies sich als sehr viel komplizierter als wir zuerst annahmen. Die Kontaktaufnahme mit den
Partnern, das Finden geeigneter Studenten für das Wintersemester, definitive Zusagen und Absprachen reduzierten bald die oben genannten(fast utopischen Zahlen) auf das derzeit Machbare: Die Stipendien gingen an zwei Studentinnen aus Italien(FB SWS, vermittelt über Dr. Wyowa), eine Studentin aus Großbritannien (vermittelt über FB Angl./Amer., Dr. Neum; betreut im FB Germ.), eine Studentin aus den USA(FB PWS, vermittelt über Dr. Schmidt), eine Studentin aus Dänemark(FB Geogr., vermittelt über Dr. Knothe). Die fünf Studentinnen absolvierten ihr Studienprogramm bis Februar bzw. März 1992 an unserer Universität, nutzten die vorhandenen Bibliotheken in Potsdam und Berlin und nahmen an den vom AAA organisierten landeskundlich orientierten Exkursionen teil. Der Studienaufenthalt wurde sowohl von den Studenten selbst als auch von den Betreuern als erfolgreich und außerordnetlich hilfreich bei der eigenen Profilierung angesehen, jedoch gab es auch kritische Anmerkungen: 1.) Die Unterbringung sollte in Zukunft unbedingt zusammen mit deutschen Studenten erfolgen, um die gewünschte Kommunikation mit Studenten des Gastlandes zu fördern und die sprachliche Entwicklung voranzubringen. Das entspricht auch unseren eigenen Vorstellungen und wird bereits im SS in Absprache mit dem Studentenwerk realisiert werden können. 2.) Den ausländischen Kontaktstipendiaten fehlte ein reges studentisches Leben in Golm und am Neuen Palais!
3.) Es ist erforderlich, die Einla
dungen so früh wie möglich auszusprechen, um in der Partnerhochschule die Auswahl der Studenten langfristig vornehmen zu können und damit Absagen zu vermeiden.
Obwohl das AAA bereits vor Jahreswechsel einige FB, die Interesse bekundet hatten, über die für das SS 92 möglichen Einladungen informierte, erwies sich die Umsetzung auch in diesem Semester als problematisch. Wir konnten die Stipendiengelder glücklicherweise durch Einladungen an osteuropäische Studenten binden. Es läßt sich heute bereits mit gro
ßer Wahrscheinlichkeit sagen, daß wir im WS 92/93 einigen Studenten aus westeuropäischen Partnereinrichtungen wieder Stipendien anbieten können, um damit eine Gegeneinladung für unsere Studenten zu erwirken.
Alle FB, die Einladungen in Erwägung ziehen, bitten wir, sich baldmöglichst mit uns und mit ihren ausländischen Partnern in Verbindung zu setzen.
Es wäre schade um jedes nicht genutzte Stipendium, oder?
A. Bürger AAA
FORSCHUNGSPROGRAMM „GESCHICHTE, STRUKTUR UND FUNKTIONSWEISE DER DDR-VOLKSBILDUNG“
Das oben genannte Projektprogramm geht auf das Brandenburger Ministerium für Bildung, Jugend und Sport zurück und ist bis 1995 angelegt. Es beginnt zunächst mit drei zweijährigen Einzelprojekten, für die LeiterInnen gesucht werden. Nach den Presseinformationen des Ministeriums ist an ausgewiesene WissenschaftlerInnen u. a. aus den Bereichen Geschichte, Soziologie und Erziehungswissenschaften gedacht. Die BewerberInnen können an universitären oder außeruniversitären Einrichtungen tätig sein und sollen möglichst einschlägige Erfahrungen bei der Durchsetzung von Forschungsprojekten mitbringen.
Aus der Mark Brandenburg in alle Welt.
ELPHIN
Re Bd Su ZN
Reisebüro
Verwaltung
Firmendienst=; 2:30.62 Brandenburger Str. 38 22993 O-1560 Potsdam Fax 23684
Filiale:
Reisebüro i. d. Markthalle Wilhelm-Külz-Str. 27 O-1560 Potsdam
Wesentliches Ziel der Projekte ist nach Vorstellung der Ministerin Marianne Birthler„das Erschließen und Auswerten von Quellen und die Entwicklung von Materialien zur Geschichte der DDR-Volksbildung, die im Rahmen der schulischen und auBerschulischen Bildung die notwendige inhaltliche Auseinandersetzung mit der Vergangenheit anstoßen und begleiten‘‘. Die Forschungsergebnisse sollen dokumentiert und in der Lehrerfortbildung und-weiterbildung eingesetzt werden. Gedacht ist auch an Materialien für den Unterricht, z. B. für die Fächer Politische Bildung und Geschichte.