Heft 
(1.1.2019) 08
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Nr. 8/92 Seite 4

DENKSCHRIFT

Die GEW zur Denkschrift

GEW-Brandenburg

Die GEW hatte am 6. April zu einer uni-offenen Versammlung mit dem Thema,‚Die GEW und die Potsdamer Denkschrift in den kleinen Physikhörsaal eingela­den und konnte als Gäste Dr. Gerd Köhler, Referatsleiter Hochschu­le/Forschung beim GEW-Haupt­vorstand und Mitglieder der von ihm geleiteten Arbeitsgruppe Hoch­schulstrukturkommission begrü­ßen.

Der Veranstaltung im gut besetz­ten Saal waren bereits verschiede­ne Diskussionsrunden zur Denk­schrift vorausgegangen, darunter von der GEW, dem Personalrat und der Arbeitsgruppe Mittelbau initiierte, so daß relativ schnell ein Konsens über die folgenden, von verschiedenen Teilnehmern vor­getragenen Positionen ereicht werden konnte:

1. Die Denkschrift dokumentiert die Bemühungen des Gründungs­senats und seiner Gremien um eine zügige Erneuerung und Neuord­nung, eine gediegene fachliche und personelle Ausstattung der Uni­versität Potsdam. Sie offeriert von Fachbereich zu Fachbereich, von Fakultät zu Fakultät allerdings unterschiedlich ausgeprägt in­teressante Ansätze für Innovatio­nen.

Leider spiegelt sich die dataillier­te, inhaltsreiche Zuarbeit der ein­zelnen Strukturkommissionen unterschiedlich deutlich und ins­gesamt unzureichend in der ‚Denkschrift wider. Besteht da etwa die Gefahr, daß solche Über­legungen wieder in der Versen­kung verschwinden?

2. Die Denschrift dürfte u.a. die Aufgabe haben, nicht nur intern,

sondern auch für die Öffentlich­keit die Spezifik der Universität und ihre Bedeutung für das Land Brandenburg und darüber hinaus mit tragfähigen und zugkräftigen Argumenten darzustellen. Dieser Aufgabe wird der vorliegende Entwurf nur in ersten Ansätzen gerecht. Eindrucksvolle Zahlenan­gaben allein, zumal, wenn ihre Abstimmung untereinander sehr zu wünschen übrig läßt, reichen da u. E. nicht aus.

Das Stichwort,Potsdamer Mo­dell der Lehrerbildung etwa würde durch eine Anreicherung mit Argumenten erheblich an Attrak­tivität und Plausibilität gewinnen, ebenso die Aussagen zum Schwer­punkt universitäre Fort- und Wei­terbildung um nur zwei Beispie­le zu nennen.

3. Der erste Entwurf der Denk­schrift liegt zu einem Zeitpunkt vor, wo die Strukturen der fachbe­reichs- und fakultätsübergreifen­den Einrichtungen(z.B. Weiter­bildungs- und Wissenschaftszen­tum) noch nicht feststehen, ja die betreffenden Strukturkommissio­nen z.T. noch gar nicht zu arbeiten begonnen haben. Spätestens für die Endfassung der Denkschrift erwarten wir aussagekräftige Fakten zu diesen Einrichtungen. 4. Die Denkschrift sieht für den wissenschaftlichen Mittelbau ein Verhältnis von unbefristeten und befristeten Stellen vor, mit dem wir nicht einverstanden sind; auch deren prinzipielle Zuordnung zu bestimmten Aufgabenbereichen können wir z.T. nicht billigen.

a) Schwerwiegende Gründe spre­chen dafür, die Anzahl der unbe­fristeten Stellen in der Lehre(mit Beiträgen zur Forschung) höher anzusetzen, als vorgesehen:

- Nur so ist ein angemessener Aufwand bei der Betreuung der Studenten zu garantieren und blei­ben die Studentenzahlen in den Lehrveranstaltungen überschaubar. - Das partiell anders gearbeitete Funktionsverständnis des wissen­schaftlichen Mittelbaus in der DDR hatte neben negativen auch ent­schieden positive Auswirkungen auf Lehre und Forschung, die durchaus bewahrenswert sind.

Denn es dürfte kaum einen ein­leuchtenden Grund geben, der da­für spricht, den Beruf des Wissen­schaftlers unterhalb der Professo­renebene in seinen Kompetenzen zu beschneiden, in ein Dienstlei­stungsverhältnis abzudrängen und damit seiner Attraktivität und was viel schlimmer ist Profes­sionalität zu berauben.

b) Es ist nicht einzusehen, daß gerade für die sogenannten ‚,Funk­tionsstellen wann und wo wird der Bergriff genau definiert? generell unbefristete Anstellungen vorgesehen sind. Damit wird auch eine gewisse Gewichtigkeit der Aufgabenbereiche vorgegeben, die kritisch zu hinterfragen ist: War­um rangiert beispielsweise die Be­treuung von Großgeräten vor der Betreuung von Studenten, rangie­ren wissenschaftsorganisatorische Aufgaben vor solchen in der Leh­re?

Wir halten ein Verhälnis von 50:50 zwischen unbefristeten und befri­steten Anstellungen für gesund und bekräftigen damit eine alte Forde­rung der GEW-West.

5. In der Denkschrift gibt es kei­ne Anhaltspunkte für die Dauer von Anpassungszeiträumen, etwa in Form eines Stufenplanes. Wir erwarten, daß spätestens in den Überleitungsbestimmungen, und

ANA

zwar nach angemessener Diskus­sion durch die verschiedenen Gremien der Uni, solche Zeiträu­me fixiert werden.

6. Wir vermissen in der Denk­schrift Überlegungen zur Siche­rung einer angemessenen Reprä­sentanz von Frauen(Ost) an der Universität. GEW-Kreisvorstand

der Uni Potsdam

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