Nr. 8/92— Seite 4
DENKSCHRIFT
Die GEW zur Denkschrift
GEW-Brandenburg
Die GEW hatte am 6. April zu einer uni-offenen Versammlung mit dem Thema ‚„,‚Die GEW und die Potsdamer Denkschrift‘‘ in den „kleinen Physikhörsaal“ eingeladen und konnte als Gäste Dr. Gerd Köhler, Referatsleiter Hochschule/Forschung beim GEW-Hauptvorstand und Mitglieder der von ihm geleiteten Arbeitsgruppe Hochschulstrukturkommission begrüßen.
Der Veranstaltung im gut besetzten Saal waren bereits verschiedene Diskussionsrunden zur Denkschrift vorausgegangen, darunter von der GEW, dem Personalrat und der Arbeitsgruppe Mittelbau initiierte, so daß relativ schnell ein Konsens über die folgenden, von verschiedenen Teilnehmern vorgetragenen Positionen ereicht werden konnte:
1. Die Denkschrift dokumentiert die Bemühungen des Gründungssenats und seiner Gremien um eine zügige Erneuerung und Neuordnung, eine gediegene fachliche und personelle Ausstattung der Universität Potsdam. Sie offeriert— von Fachbereich zu Fachbereich, von Fakultät zu Fakultät allerdings unterschiedlich ausgeprägt— interessante Ansätze für Innovationen.
Leider spiegelt sich die dataillierte, inhaltsreiche Zuarbeit der einzelnen Strukturkommissionen unterschiedlich deutlich und insgesamt unzureichend in der ‚„„‚Denkschrift‘‘ wider. Besteht da etwa die Gefahr, daß solche Überlegungen wieder in der Versenkung verschwinden?
2. Die Denschrift dürfte u.a. die Aufgabe haben, nicht nur intern,
sondern auch für die Öffentlichkeit die Spezifik der Universität und ihre Bedeutung für das Land Brandenburg und darüber hinaus mit tragfähigen und zugkräftigen Argumenten darzustellen. Dieser Aufgabe wird der vorliegende Entwurf nur in ersten Ansätzen gerecht. Eindrucksvolle Zahlenangaben allein, zumal, wenn ihre Abstimmung untereinander sehr zu wünschen übrig läßt, reichen da u. E. nicht aus.
Das Stichwort ‚„,Potsdamer Modell der Lehrerbildung“ etwa würde durch eine Anreicherung mit Argumenten erheblich an Attraktivität und Plausibilität gewinnen, ebenso die Aussagen zum Schwerpunkt universitäre Fort- und Weiterbildung— um nur zwei Beispiele zu nennen.
3. Der erste Entwurf der Denkschrift liegt zu einem Zeitpunkt vor, wo die Strukturen der fachbereichs- und fakultätsübergreifenden Einrichtungen(z.B. Weiterbildungs- und Wissenschaftszentum) noch nicht feststehen, ja die betreffenden Strukturkommissionen z.T. noch gar nicht zu arbeiten begonnen haben. Spätestens für die Endfassung der Denkschrift erwarten wir aussagekräftige Fakten zu diesen Einrichtungen. 4. Die Denkschrift sieht für den wissenschaftlichen Mittelbau ein Verhältnis von unbefristeten und befristeten Stellen vor, mit dem wir nicht einverstanden sind; auch deren prinzipielle Zuordnung zu bestimmten Aufgabenbereichen können wir z.T. nicht billigen.
a) Schwerwiegende Gründe sprechen dafür, die Anzahl der unbefristeten Stellen in der Lehre(mit Beiträgen zur Forschung) höher anzusetzen, als vorgesehen:
- Nur so ist ein angemessener Aufwand bei der Betreuung der Studenten zu garantieren und bleiben die Studentenzahlen in den Lehrveranstaltungen überschaubar. - Das partiell anders gearbeitete Funktionsverständnis des wissenschaftlichen Mittelbaus in der DDR hatte neben negativen auch entschieden positive Auswirkungen auf Lehre und Forschung, die durchaus bewahrenswert sind.
Denn es dürfte kaum einen einleuchtenden Grund geben, der dafür spricht, den Beruf des Wissenschaftlers unterhalb der Professorenebene in seinen Kompetenzen zu beschneiden, in ein Dienstleistungsverhältnis abzudrängen und damit seiner Attraktivität und— was viel schlimmer ist— Professionalität zu berauben.
b) Es ist nicht einzusehen, daß gerade für die sogenannten ‚,Funktionsstellen‘“— wann und wo wird der Bergriff genau definiert?— generell unbefristete Anstellungen vorgesehen sind. Damit wird auch eine gewisse Gewichtigkeit der Aufgabenbereiche vorgegeben, die kritisch zu hinterfragen ist: Warum rangiert beispielsweise die Betreuung von Großgeräten vor der Betreuung von Studenten, rangieren wissenschaftsorganisatorische Aufgaben vor solchen in der Lehre?
Wir halten ein Verhälnis von 50:50 zwischen unbefristeten und befristeten Anstellungen für gesund und bekräftigen damit eine alte Forderung der GEW-West.
5. In der Denkschrift gibt es keine Anhaltspunkte für die Dauer von Anpassungszeiträumen, etwa in Form eines Stufenplanes. Wir erwarten, daß spätestens in den „Überleitungsbestimmungen“‘, und
ANA
zwar nach angemessener Diskussion durch die verschiedenen Gremien der Uni, solche Zeiträume fixiert werden.
6. Wir vermissen in der Denkschrift Überlegungen zur Sicherung einer angemessenen Repräsentanz von Frauen(Ost) an der Universität. GEW-Kreisvorstand
der Uni Potsdam
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