BUCH-TIP
Nr. 8/92— Seite 7
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Das Buch„dBASE IV-Programmieranleitung für die Arbeit mit einem relationalen Datenbanksystem“ von Herrn Wolf-Michael Kähler, dessen dritte Auflage mir vorliegt, verdient eine positive Bewertung. Diese Aussage wird durch die nachfolgenden Anmerkungen begründet.
1. Das Material ist methodisch gut aufbereitet. Die Darstellungsweise setzt nur geringe Vorkenntnisse oder Erfahrungen im Umgang mit Computern voraus und gestattet durch präzise Beschreibungen der einzelnen Schritte das selbständige Nachvollziehen der Aktionen. Damit ist das Buch besonders für den Autodidakten geeignet, der sich mit Hilfe unmittelbar praktischer Arbeit selbständig in den dBASE-Komplex einarbeiten will. Von besonderem Vorteil ist dabei das durchgängig verwendete komplexe Beispiel, an das man sich im Verlaufe der Arbeit mit dem Buch gut gewöhnen kann. 2. Vorteilhaft ist auch zu bewerten, daß in mehreren Kapiteln vor der Darstellung des Stoffes von dBASE IV in knapper Form auf theoretische Grundlagen allgemeiner Art eingegangen wird. Dadurch wird Überblickswissen gestützt, das ein tieferes Verständnis ermöglicht und gegebenenfalls den Übergang auf andere Datenbankverwalter erleichtern hilft.
3. Wertvoll sind ferner die regelmäßig am Ende eines jeden Hauptabschnittes in das Material eingebundenen Aufgaben, die dem Lernenden das praktische Üben sowie das eigenständige Anwenden des Lehrstoffes ermöglichen. Nachfolgend sei auf eine Reihe von Mängeln verwiesen, die nach meiner Auffassung insbesondere dem Einsteiger das Lesen erschweren und zu Unklarheiten führen. Bei einer evtl. Neuauflage halte ich eine Überarbeitung im Sinne
REZENSION
zur Programmieranleitung dBASE IV von Wolf-Michael Kähler
dieser Anmerkungen für sinnvoll, um den Wert des Buches noch zu steigern.
1. Obwohl sich der Autor augenscheinlich um Vollständigkeit der Darstellung des Systems dBASE IV bemüht hat, fehlen dennoch einige Details.
So wurde auf die Darstellung des Betriebes von dBASE IV als Netzversion gänzlich verzichtet, was bei der immer stärkeren Anwendung von lokalen Netzen in der täglichen Praxis dringender Nachholebedarf ist. Gerade in lokalen Netzen stellt dBASE IV eine sehr gelungene Realisierung der gemeinsamen Verwaltung von Datenbeständen durch mehrere Nutzer dar. Des weiteren fehlt das bereits auf Seite 24 erwähnte Regiezentrum, das an dieser Stelle völlig richtig aus methodischen Gründen abgemeldet wurde. Ich halte jedoch an späterer Stelle das Einfügen eines Abschnittes zu diesem Thema für sinnvoll. Besonders für den wenig vorgebildeten Nutzer bietet das Regiezentrum einen raschen Weg zu qualifizierter Datenbankverwaltung.
Ein drittes Detail, welches ich im Anschluß an die Erläuterungen zur dBASE-Konfigurationsdatei CONFIG. DB im Anhang 3 für behandelnswert halte, ist das menügesteuerte Tool DBSETUP.EXE zur Generierung der CONFIG. DB. Mit seiner Hilfe kann sich jeder Nutzer ohne die Kenntnis der dBASE abweichenden Syntax seine Startumgebung selbst erzeugen.
2. Als Mangel in der im allgemeinen guten theoretischen Begleitung des Buches erkenne ich das Fehlen einer straffen Untergliederung der Sprachelemente des dBASE-Komplexes in seine Bestandteile. Deutlich sollten schon zu Beginn der Darlegungen Anweisungen, Funktionen und Schalter(letzteres sind die Systemkonventionen in dBASE) voneinander unterschieden werden. Unter den Anweisungen müßten insbesondere die Dateianweisungen, also die unmittelbar für die Datenmanipulation benötigten Anweisun
gen(übrigens: nicht Befehle), hervorgehoben werden. Dabei böte es sich an, eine tieferreichende Unterteilung vorzunehmen und insbesondere auf die jeder Sprache eigenen Steuerstrukturen einzugehen. Dies ist notwendig, weil dBASE IV nicht nur Programmiersprache, sondern ein komplexes System mit integrierter Programmiersprache ist.
3. Aus dieser Unschärfe in der Darlegung gehen einige weitere Unzulänglichkeiten hervor, die ich nicht unerwähnt lassen möchte. So wird gleich zu Beginn(Seite 25) über die Konfigurationsdatei und ihre Möglichkeiten geschrieben. An dieser Stelle weiß.der geneigte Leser aber sicher noch nicht, womit er es zu tun hat. Auch werden zum Anfang(Seiten 25, 26) einige recht nebensächliche Schalter besprochen, wie SET CURSOR, SET TYPEHEAD oder SET STATUS, die dort eher verwirren und den Blick für wesentliches trüben.
Deutlich früher hingegen müßten begriffsbildend die Funktionen eingeführt und mit Beispielen belegt werden. So könnte vermieden werden, daß der fortlaufend vorgehende Leser im Programmbeispiel auf Seite 191 plötzlich mit einer Datumsfunktion konfrontiert
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wird, zu der er nicht vorher und nicht weitreichend danach eine Erklärung findet. Erst im Anhang 5 findet man die Funktionen— weitgehend vollständig und auch gut gegliedert, aber ohne theoretisches Rüstzeug. 4. Zwei Sachfehler sind mir aufgefallen, die einer Korrektur bedürfen. Die Erklärung der Diskettenformate auf Seite 18, Zeilen 16 bis 17 ist falsch, und die Darstellung des HISTOR Y-Schalters auf Seite 28, Zeilen 8 bis 11 entspricht nicht der gültigen dBASE-Syntax. Anknüpfend an den ersten Teil der Ausführungen darf ich bescheinigen, daß ich das vorliegende Buch ungeachtet der ausgeführten Mängel mit Erfolg im Wintersemester 1991/92 in der Studentenausbildung an der Universität Potsdam eingesetzt habe.
Dr. Manfred Pohl
FB Informatik
Wolf-Michael Kähler: dBASE IV Version 1. 1., Programmieranleitung für die Arbeit mit einem relationalen Datenbanksystem. 3., verb. u. erw. Aufl. 1991. 380 S.(Software Trainer Aufbaustufe.), Kart. DM 69,- DM, ISBN 3-528-24679-0. ViewegVerlag
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