Heft 
(1.1.2019) 08
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BUCH-TIP

Nr. 8/92 Seite 7

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Das BuchdBASE IV-Program­mieranleitung für die Arbeit mit einem relationalen Datenbanksy­stem von Herrn Wolf-Michael Kähler, dessen dritte Auflage mir vorliegt, verdient eine positive Bewertung. Diese Aussage wird durch die nachfolgenden Anmer­kungen begründet.

1. Das Material ist methodisch gut aufbereitet. Die Darstellungs­weise setzt nur geringe Vorkennt­nisse oder Erfahrungen im Um­gang mit Computern voraus und gestattet durch präzise Beschrei­bungen der einzelnen Schritte das selbständige Nachvollziehen der Aktionen. Damit ist das Buch besonders für den Autodidakten geeignet, der sich mit Hilfe unmit­telbar praktischer Arbeit selbstän­dig in den dBASE-Komplex ein­arbeiten will. Von besonderem Vorteil ist dabei das durchgängig verwendete komplexe Beispiel, an das man sich im Verlaufe der Arbeit mit dem Buch gut gewöhnen kann. 2. Vorteilhaft ist auch zu bewer­ten, daß in mehreren Kapiteln vor der Darstellung des Stoffes von dBASE IV in knapper Form auf theoretische Grundlagen allgemei­ner Art eingegangen wird. Dadurch wird Überblickswissen gestützt, das ein tieferes Verständnis er­möglicht und gegebenenfalls den Übergang auf andere Datenbank­verwalter erleichtern hilft.

3. Wertvoll sind ferner die regel­mäßig am Ende eines jeden Haupt­abschnittes in das Material einge­bundenen Aufgaben, die dem Lernenden das praktische Üben sowie das eigenständige Anwen­den des Lehrstoffes ermöglichen. Nachfolgend sei auf eine Reihe von Mängeln verwiesen, die nach meiner Auffassung insbesondere dem Einsteiger das Lesen erschwe­ren und zu Unklarheiten führen. Bei einer evtl. Neuauflage halte ich eine Überarbeitung im Sinne

REZENSION

zur Programmieranleitung dBASE IV von Wolf-Michael Kähler

dieser Anmerkungen für sinnvoll, um den Wert des Buches noch zu steigern.

1. Obwohl sich der Autor augen­scheinlich um Vollständigkeit der Darstellung des Systems dBASE IV bemüht hat, fehlen dennoch einige Details.

So wurde auf die Darstellung des Betriebes von dBASE IV als Netz­version gänzlich verzichtet, was bei der immer stärkeren Anwen­dung von lokalen Netzen in der täglichen Praxis dringender Nach­holebedarf ist. Gerade in lokalen Netzen stellt dBASE IV eine sehr gelungene Realisierung der gemein­samen Verwaltung von Datenbe­ständen durch mehrere Nutzer dar. Des weiteren fehlt das bereits auf Seite 24 erwähnte Regiezentrum, das an dieser Stelle völlig richtig aus methodischen Gründen abge­meldet wurde. Ich halte jedoch an späterer Stelle das Einfügen eines Abschnittes zu diesem Thema für sinnvoll. Besonders für den wenig vorgebildeten Nutzer bietet das Regiezentrum einen raschen Weg zu qualifizierter Datenbankverwal­tung.

Ein drittes Detail, welches ich im Anschluß an die Erläute­rungen zur dBASE-Konfigura­tionsdatei CONFIG. DB im An­hang 3 für behandelnswert halte, ist das menügesteuerte Tool DBSETUP.EXE zur Generierung der CONFIG. DB. Mit seiner Hil­fe kann sich jeder Nutzer ohne die Kenntnis der dBASE abweichen­den Syntax seine Startumgebung selbst erzeugen.

2. Als Mangel in der im allge­meinen guten theoretischen Be­gleitung des Buches erkenne ich das Fehlen einer straffen Unter­gliederung der Sprachelemente des dBASE-Komplexes in seine Be­standteile. Deutlich sollten schon zu Beginn der Darlegungen An­weisungen, Funktionen und Schal­ter(letzteres sind die Systemkon­ventionen in dBASE) voneinan­der unterschieden werden. Unter den Anweisungen müßten insbe­sondere die Dateianweisungen, also die unmittelbar für die Datenma­nipulation benötigten Anweisun­

gen(übrigens: nicht Befehle), hervorgehoben werden. Dabei böte es sich an, eine tieferreichende Unterteilung vorzunehmen und insbesondere auf die jeder Spra­che eigenen Steuerstrukturen ein­zugehen. Dies ist notwendig, weil dBASE IV nicht nur Programmier­sprache, sondern ein komplexes System mit integrierter Program­miersprache ist.

3. Aus dieser Unschärfe in der Darlegung gehen einige weitere Unzulänglichkeiten hervor, die ich nicht unerwähnt lassen möchte. So wird gleich zu Beginn(Seite 25) über die Konfigurationsdatei und ihre Möglichkeiten geschrie­ben. An dieser Stelle weiß.der geneigte Leser aber sicher noch nicht, womit er es zu tun hat. Auch werden zum Anfang(Seiten 25, 26) einige recht nebensächli­che Schalter besprochen, wie SET CURSOR, SET TYPEHEAD oder SET STATUS, die dort eher ver­wirren und den Blick für wesentli­ches trüben.

Deutlich früher hingegen müßten begriffsbildend die Funktionen eingeführt und mit Beispielen be­legt werden. So könnte vermieden werden, daß der fortlaufend vor­gehende Leser im Programmbei­spiel auf Seite 191 plötzlich mit einer Datumsfunktion konfrontiert

-Büroausstattung­

wird, zu der er nicht vorher und nicht weitreichend danach eine Erklärung findet. Erst im Anhang 5 findet man die Funktionen weitgehend vollständig und auch gut gegliedert, aber ohne theoreti­sches Rüstzeug. 4. Zwei Sachfehler sind mir auf­gefallen, die einer Korrektur be­dürfen. Die Erklärung der Disket­tenformate auf Seite 18, Zeilen 16 bis 17 ist falsch, und die Darstel­lung des HISTOR Y-Schalters auf Seite 28, Zeilen 8 bis 11 entspricht nicht der gültigen dBASE-Syn­tax. Anknüpfend an den ersten Teil der Ausführungen darf ich beschei­nigen, daß ich das vorliegende Buch ungeachtet der ausgeführ­ten Mängel mit Erfolg im Winter­semester 1991/92 in der Studen­tenausbildung an der Universität Potsdam eingesetzt habe.

Dr. Manfred Pohl

FB Informatik

Wolf-Michael Kähler: dBASE IV Version 1. 1., Programmier­anleitung für die Arbeit mit einem relationalen Datenbanksystem. 3., verb. u. erw. Aufl. 1991. 380 S.(Software Trainer Auf­baustufe.), Kart. DM 69,- DM, ISBN 3-528-24679-0. Vieweg­Verlag

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