Heft 
(1.1.2019) 09
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Nr. 9/92 Seite 8 STUDENTEN

In eigener Sache

oder was hab' ich eigentlich von der PUZ?

Unsere Universitätszeitung richtet sich an alle Mitarbeiter und Studenten der Einrichtung.

Jeder von Studenten verfaßte Beitrag, der die Redakteurinnen erreichte, wurde veröffentlicht. Uns ist dennoch bewußt, daß die Interessen der Studierenden noch zu wenig Berücksichtigung finden. Voraussetzung für das Darlegen existierender Nöte und Schwierigkeiten im Studium ist jedoch das Engagement derBetroffenen und deren enge Zusammenarbeit mit der Redaktion.

Seit langer Zeit existiert unser Angebot zur Gestaltung von mindestens einer Studenten-Seite in Eigenregie Interessierter. Nach wie vor erwarten wir hierauf eine positive Resonanz.

Mit den im folgenden zitierten Sätzen von Matthias Specht(FB Sozialwissenschaften) beschreibt dieser das Anliegen des nach­stehenden Artikels.

.Er ist so zu verstehen, daß, wie die Art der Uni-Zeitung kritisiert wird, das gleiche für das öffentliche Desinteresse an öffentlicher Meinungsäußerung seitens der Studentenschaft zutrifft. Meine Intention ist es, möglicherweise durch die an einigen Stellen durchdringende Aggressivität meiner Zeilen einen Diskussionsprozeß einerseits zum Selbstverständnis der PUZ auszulösen, andererseits eine Katalysatorfunktion für eine stärkere Artikulation der Studentinnen und Studenten(auch)

in der PUZ auszuüben.

Schau an, schau an. Die PUZ nun zweifarbig und gratis! Grund zum Jubeln? Wohl kaum.

Als Leser der Uni-Zeitung wird man bereits festgestellt haben, daß sich auf inhaltlichem Gebiet bis­her auch jetzt(noch) nichts geän­dert hat. Berichte über diverse Besuche von Persönlichkeiten, Tagungen, Soziales und verges­sen wir den ach so wichtigen Hochschulsport nicht, prägen die Seiten. Meine Aufzählung ist will­kürlich und sicher unvollstän­dig.

Stellt sich(nicht nur) mir die Fra­ge, für wen diese Zeitung gemacht wird. Sie nennt sich Universitäts­zeitung. Eine Universität ist je­doch für meine Begriffe zuvor­derst für ihre Studentinnen und Studenten da und dann erst als Brötchengeber für Lehrkörper, Verwaltung und was sonst noch so dazugehört. Das Verhältnis der Repräsentanz 0. g. Gruppen in der PUZ ist m. E. allerdings umge­kehrt proportional zu dem eben­falls genannten Anliegen einer

Universität, Wissen im Dienste der Menschheit zu vermitteln, was bedauerlich und demzufolge hef­tigst zu hinterfragen ist.

Woran mag dies nun liegen? Wie überall hat auch hier die Medaille ihre zwei Seiten, welche zudem noch in einem kausalen Zusammenhang stehen.

Den Machern der Zeitung ist es bislang prächtig gelungen, das interessierte Publikum auf ein eli­täres Leserhäuflein zu reduzieren. Wäre wirklich interessant zu er­fahren, welche Personen über Inhalte und Optik der PUZ die Entscheidungsgewalt innehaben. Sicher werden sie sich dabei doch was gedacht haben bzw. den­ken.

So mancher Student jedenfalls weiß nicht einmal um die Existenz ei­ner PUZ. Andere haben(fast) vergebens danach gesucht, ihre Probleme in dieser Zeitung artiku­liert zu finden und gaben es schließ­lich auf.

Womit ich bei der Kehrseite der Medaille bin.

Scheinbar wird immer noch(oder schon wieder) darauf gewartet, daß ein Wundervon oben geschehe und sich alles zum Besseren, äh, wendet. Oder täusche ich mich und blicke nur in glückliche Stu­dentInnenaugen? Finanziell keine Sorgen; Papa Staat ist ja spenda­bel? Das Studium wie auf den Laib geschneidert? Lauter nette (Wessi-) Profs? Die Studentenwoh­nungen haben Vollkomfort? Wer will eigentlich eine studentische Vertretung in den unieigenen Print­medien bzw. seine eigene Mei­nung selbst vertreten? Wenn nicht einmal mehr dies gegeben sein sollte, und das fände ich für uns alle sehr traurig, machen die Au­torInnen der PUZ trotz allem aner­kennenswerten persönlichem Engagement(ihr journalistisches Vermögen wird gar nicht in Frage gestellt), so weiter wie bisher, weil ihnen derStoff fehlt, aus dem eine alle Seiten befriedigende Uni­Zeitung gemacht sein sollte, dem­zufolge sich der Kreis schließt und die Resonanz weiter abnimmt.

Wir haben Zeıt für Sıe

Die Redaktion

Einziges Positivum: Des öfteren greiffe ich zur PUZ als Gute-Nacht­Lektüre. Sie sparte mir so manche Schlaftablette. Kommilitoninnen und Kommili­tonen! Ich frage Euch jetzt, ob ihr diese Potsdamer Universitätszeitung mit einer hauptamtlichen Redak­tion als Sprachrohr der StudentIn­nenschaft akzeptieren könnt, vor­ausgesetzt Ihr machtet von Eurem Grundrecht auf freie Meinungs­äußerung(Art. 5, GG) regeren Gebrauch als in der Vergangen­heit und artikuliert Eure Interes­sen HIER persönlich? ODER, und da spreche ich nun unter Euch alle Kenner und Nicht­kenner der PUZ an, würdet Ihr Euch einer eigenen(noch fikti­ven) Studentenzeitung(von und für Studenten) eher anvertrauen? Der neue StuRa will übrigens nach meinen Informationen die PUZ als Studenten,organ mitnutzen. Matthias Specht Politikwissenschaft QuerDenker Potsdam 9. 4. 92

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