Nr. 9/92— Seite 8 STUDENTEN
In eigener Sache
oder was hab' ich eigentlich von der PUZ?
Unsere Universitätszeitung richtet sich an alle Mitarbeiter und Studenten der Einrichtung.
Jeder von Studenten verfaßte Beitrag, der die Redakteurinnen erreichte, wurde veröffentlicht. Uns ist dennoch bewußt, daß die Interessen der Studierenden noch zu wenig Berücksichtigung finden. Voraussetzung für das Darlegen existierender Nöte und Schwierigkeiten im Studium ist jedoch das Engagement der„Betroffenen“ und deren enge Zusammenarbeit mit der Redaktion.
Seit langer Zeit existiert unser Angebot zur Gestaltung von mindestens einer Studenten-Seite in Eigenregie Interessierter. Nach wie vor erwarten wir hierauf eine positive Resonanz.
Mit den im folgenden zitierten Sätzen von Matthias Specht(FB Sozialwissenschaften) beschreibt dieser das Anliegen des nachstehenden Artikels.
.„Er ist so zu verstehen, daß, wie die Art der Uni-Zeitung kritisiert wird, das gleiche für das öffentliche Desinteresse an öffentlicher Meinungsäußerung seitens der Studentenschaft zutrifft. Meine Intention ist es, möglicherweise durch die an einigen Stellen durchdringende Aggressivität meiner Zeilen einen Diskussionsprozeß einerseits zum Selbstverständnis der PUZ auszulösen, andererseits eine Katalysatorfunktion für eine stärkere Artikulation der Studentinnen und Studenten(auch)
in der PUZ auszuüben.‘
Schau an, schau an. Die PUZ nun zweifarbig und gratis! Grund zum Jubeln? Wohl kaum.
Als Leser der Uni-Zeitung wird man bereits festgestellt haben, daß sich auf inhaltlichem Gebiet bisher auch jetzt(noch) nichts geändert hat. Berichte über diverse Besuche von Persönlichkeiten, Tagungen, Soziales und vergessen wir den ach so wichtigen Hochschulsport nicht, prägen die Seiten. Meine Aufzählung ist willkürlich und sicher unvollständig.
Stellt sich(nicht nur) mir die Frage, für wen diese Zeitung gemacht wird. Sie nennt sich Universitätszeitung. Eine Universität ist jedoch für meine Begriffe zuvorderst für ihre Studentinnen und Studenten da und dann erst als Brötchengeber für Lehrkörper, Verwaltung und was sonst noch so dazugehört. Das Verhältnis der Repräsentanz 0. g. Gruppen in der PUZ ist m. E. allerdings umgekehrt proportional zu dem ebenfalls genannten Anliegen einer
Universität, Wissen im Dienste der Menschheit zu vermitteln, was bedauerlich und demzufolge heftigst zu hinterfragen ist.
Woran mag dies nun liegen? Wie überall hat auch hier die Medaille ihre zwei Seiten, welche zudem noch in einem kausalen Zusammenhang stehen.
Den Machern der Zeitung ist es bislang prächtig gelungen, das interessierte Publikum auf ein elitäres Leserhäuflein zu reduzieren. Wäre wirklich interessant zu erfahren, welche Personen über Inhalte und Optik der PUZ die Entscheidungsgewalt innehaben. Sicher werden sie sich dabei doch „was‘ gedacht haben bzw. denken.
So mancher Student jedenfalls weiß nicht einmal um die Existenz einer PUZ. Andere haben(fast) vergebens danach gesucht, ihre Probleme in dieser Zeitung artikuliert zu finden und gaben es schließlich auf.
Womit ich bei der Kehrseite der Medaille bin.
Scheinbar wird immer noch(oder schon wieder) darauf gewartet, daß ein Wunder„von oben“ geschehe und sich alles zum Besseren, äh, wendet. Oder täusche ich mich und blicke nur in glückliche StudentInnenaugen? Finanziell keine Sorgen; Papa Staat ist ja spendabel? Das Studium wie auf den Laib geschneidert? Lauter nette (Wessi-) Profs? Die Studentenwohnungen haben Vollkomfort? Wer will eigentlich eine studentische Vertretung in den unieigenen Printmedien bzw. seine eigene Meinung selbst vertreten? Wenn nicht einmal mehr dies gegeben sein sollte, und das fände ich für uns alle sehr traurig, machen die AutorInnen der PUZ trotz allem anerkennenswerten persönlichem Engagement(ihr journalistisches Vermögen wird gar nicht in Frage gestellt), so weiter wie bisher, weil ihnen der„Stoff“ fehlt, aus dem eine alle Seiten befriedigende UniZeitung gemacht sein sollte, demzufolge sich der Kreis schließt und die Resonanz weiter abnimmt.
Wir haben Zeıt für Sıe
Die Redaktion
Einziges Positivum: Des öfteren greiffe ich zur PUZ als Gute-NachtLektüre. Sie sparte mir so manche Schlaftablette. Kommilitoninnen und Kommilitonen! Ich frage Euch jetzt, ob ihr diese „Potsdamer Universitätszeitung‘‘ mit einer hauptamtlichen Redaktion als Sprachrohr der StudentInnenschaft akzeptieren könnt, vorausgesetzt Ihr machtet von Eurem Grundrecht auf freie Meinungsäußerung(Art. 5, GG) regeren Gebrauch als in der Vergangenheit und artikuliert Eure Interessen HIER persönlich? ODER, und da spreche ich nun unter Euch alle Kenner und Nichtkenner der PUZ an, würdet Ihr Euch einer eigenen(noch fiktiven) Studentenzeitung(von und für Studenten) eher anvertrauen? Der neue StuRa will übrigens nach meinen Informationen die PUZ als Studenten,organ‘ mitnutzen. Matthias Specht Politikwissenschaft QuerDenker Potsdam 9. 4. 92
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