Nr. 10/92— Seite 6
HOCHSCHULREKTORENKONFERENZ
HRK beriet über die Zukunft der Hochschulen
Die Hochschulrektorenkonferenz (HRK) ist der freiwillige Zusammenschluß von 220 Universitäten und Hochschulen aller deutschen Bundesländer. Ihr gehören in den alten Bundesländern alle Universitäten, Technischen Hochschulen, Gesamthochschulen, Pädagogischen und sonstigen wissenschaftlichen Hochschulen, alle staatlichen und kirchlichen Fachhochschulen, alle Kunst- und Musikhochschulen, der größte Teil der Kirchlichen und PhilosophischTheologischen Hochschulen und die beiden Universitäten der Bundeswehr an. Aus den neuen Bundesländern sind bereits 28 Universitäten/Hochschulen Mitglied; über die Aufnahme weiterer 10 wird im Juli 1992 entschieden. Diese Mitgliedshochschulen, vertreten durch ihre Rektoren oder Präsidenten, arbeiten in allen Fragen zusammen, die die Aufgabenerfüllung in Forschung, Lehre, Studium und Selbstverwaltung betreffen. Dabei geht es insbesondere um die hochschulpolitische Meinungsbildung und Koordination, um trotz aller regionaler und struktureller Unterschiede ein Mindestmaß an Einheitlichkeit im Hochschulwesen zu gewährleisten.
Vom 10. bis 12. Mai 1992 fand nun erstmals die Jahresversammlung der HRK in einem neuen Bundesland statt. Man habe Rostock bewußt ausgewählt, erklärte ihr Präsident, Prof. Dr. Hans-Uwe Erichsen, um das Bewußtsein für die Situation in den neuen Ländern zu schärfen und zugleich deutlich zu machen, daß die hiesigen Hochschulen bereits jetzt gleichwertige Partner bei den Überlegungen zur Neugestaltung des deutschen Hochschulsystems sind.
Die Veranstaltung mit dem Rahmenthema„Hochschulen der Zukunft— Erneuerung oder zweite Wahl“ wurde mit einem Festakt in der Rostocker Universitätskirche in Anwesenheit des Bundespräsidenten und des Bundesbildungsministers eröffnet. Der gastgebende Rektor, Prof. Dr. Gerhard Maeß, wies in seiner Begrüßungsansprache auf die bedrückenden finanziellen und personellen Probleme der Hochschulen im Osten Deutschlands hin. Unerläßlich seien rasche Entscheidungen über Struktur und Ausstattung der Hochschulen: Die Teilnehmer haben sich für solche Strukturänderungen ausgesprochen, die dem veränderten Bildungsbedürfnis der
jungen Menschen entgegenkommen. Unabdingbar sei eine Grundsanierung der Hochschulen in allen deutschen Bundesländern; im Westen, um die Substanzverluste der letzten 15 Jahre auszugleichen, im Osten, um die strukturelle Auswirkung der SED-Herrschaft zu beseitigen. Gleichzeitig wurde davor gewarnt, die Rolle der universitären Forschung zu vernachlässigen. Die Forschung muß auch in Zukunft eine wesentliche Existenzkomponente der Universitäten sein, um den eigenen Nachwuchs sowie den für Forschungszentren, Wirtschaft und Administration heranbilden zu können.
Einig war man sich darüber, daß eine Hochschulzugangsbeschränkung durch einen numerus clausus unbefriedigend und nur als vorübergehende Maßnahme zur Sicherung der Qualität von Lehre und Forschung vertretbar sei. Es kam zum Ausdruck, daß eine Effizienz
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steigerung unabdingbar und es notwendig sei, die gegenwärtig zu langen Studienzeiten zu verkürzen. Daher wurden strukturelle Änderungen an Hoch- und Fachhochschulen eingefordert und ein Ausbau letzterer dringend gefordert, denn auch zukünftig müßten sich diese Einrichtungen den Herausforderungen einer Massennachfrage stellen. Trotz aller schon eingeleiteter Maßnahmen seien zusätzliche Mittel unerläßlich, wenn die Hochschulen wieder geöffnet und die Qualität ihrer Studienangebote erhalten werden sollen. Es sei dringend notwendig, die Haushalte aufzustocken, zumal über die jetzigen Defizite in der Finanzausstattung der Hochschulen zwischen den Wissenschafts- und Finanzministern der Länder Einigkeit besteht.
Dr. Rolf Rammelt
Vortragsankündigung| Wer fährt nach Frankreich?
Die Max-Planck-Gesellschaft zur 1992 um 17.00 Uhr in den GroFörderung der Wissenschaften lädt ßen Physikhörsaal der Universizu einer öffentlichen Vortragsver- tät Potsdam ein.
Aus dem Max-Planck-Institut für Biochemie in Martinsried bei München spricht Prof. Dr. Dieter Oesterhelt über„Schalten zwischen Rot und Gelb: Ein Bakterienpigment als Informationsspeicher“‘. Nach einem Grußwort des Gründungsrektors der Universität Potsdam, Prof. Dr. Mitzner, gibt der Präsident der Max-Planck-Gesellschaft, Prof. Dr. Hans F. Zacher, eine Einführung.
StudentInnen und Angehörige der Universität sind zu dieser Verananstaltung mit anschließender Dis- staltung herzlich eingeladen. kussion am Montag, dem 15. Juni R.R.
Die französische Botschaft bietet allen Französischlehrern im Aufbaustudium für den Sommer 1992 auf Stipendienbasis einen zweiwöchigen Frankreich-Aufenthalt. Die insgesamt 70 Stipendien werden vorwiegend für den Monat Juli vergeben. Dabei ist nicht an reine Sprachkurse gedacht, sondern auch an das Kennenlernen von Land und Leuten. Verteilt sind die Studienorte in ganz Frankreich. Bisher stehen Paris, Besancon, Toulouse und La Rochelle fest.
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