Nr. 11/92— Seite 6
WISSENSCHAFT
Internationales Kolloquium fand gute Resonanz
„Rußland aus der Feder seiner Frauen. Zum femininen Diskurs in der russischen Literatur.‘— so lautete das Thema des Kolloquiums, zu dem der Fachbereich Slawistik am 21. und 22. Mai in den Universitätskomplex Golm eingeladen hatte. Wissenschaftlicher Leiter und gleichzeitig Organisator die
ser Veranstaltung war Hochschuldozent Dr. phil. habil. Frank Göpfert, der sich seit mehreren Jahren diesem Forschungsgegenstand verschrieben hat. Nachdem der Wunsch, in Ost und West mit diesem vielschichtigen und zu einem großen Teil noch unbearbeiteten Problemfeld befaßte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zu einem Meinungsaustausch zusammenzuführen, konkrete Gestalt angenommen hatte, galt es, eine Vielzahl organisatorischer Probleme zu meistern. Die größte Schwierigkeit, die Finanzierung der TeilnehmerInnen aus Osteuropa, konnte schließlich dank der Unterstützung der Friedrich-EbertStiftung bewältigt werden.
Die Einladung fand national wie international ein lebhaftes Echo, wie fast 30 Diskussionsbeiträge aus Rußland, Polen, Finnland, Österreich, den USA, Italien und der Bundesrepublik bezeugen. Zwei Schwerpunkte kristallisierten sich bei der Betrachtung des femininen Diskurses in der russischen Literatur heraus:
— die Erfassung und Bearbeitung des Materials zur Geschichte der russischen Frauenliteratur, gewissermaßen als Gegenpol und Ergänzung zur tradierten männlich dominierten Literaturgeschichte, — die Untersuchung der Poetologie einzelner Autorinnen des 19. und 20. Jahrhunderts.
in der russischen Gesellschaft und£
ihr Weg in die Literatur als„Reise ins Innere“(Arja Rosenholm, Helsinki) oder als Existenz„Zwi
schen Demut und Auflehnung“
(Wanda Laszcak, Opole) boten
reichlich Stoff für eine angeregte,|
informative Diskussion. Eine grundverschiedene Lebenswirklichkeit der Teilnehmerinnen aus Ost- bzw. Westeuropa und der unterschiedliche Stand der feministischen Forschung bedingte fast zwangsläufig stark differierende Sichten auf die Problematik. Dieses Kolloquium kann als erster vielversprechender Ansatz für weiterreichende wissenschaftliche Kontakte zu den vertretenen Institutionen in St. Petersburg(Puskinskij dom— Akademie der Wissenschaften, Herzen-Universität) und anderen Einrichtungen in Rußland gewertet werden.
Die Publikation der Konferenzbeiträge ist geplant.
Dr. Angela Huber FB Slawistik
Vorgestellt: Projektgruppe„Kosmologie“ beim Fachbereich Mathematik
Kosmologie, die Lehre von der Entstehung und Entwicklung des Universums, kann, je nach Fragestellung, der Astronomie, der Physik, der Mathematik oder der Philosophie zugeordnet werden.
Wir bearbeiten ausschließlich theoretische Fragestellungen zur Theorie des frühen Universums, so daß uns die Zuordnung über ART(Allgemeine Relativitäts-Theorie) zur angewandten Geometrie(und mithin zur Mathematik) sinnvoll erschien. Unsere Themen lassen sich mit„Inflationäres Weltmodell“ und„Quantenkosmologie“‘ grob charakterisieren. In den Mitteilungen der DMV(Deutsche Mathematiker-Vereinigung) war kürzlich zu lesen, daß die Differentialgeometrie in den neuen Bundesländern unterreprä
| sentiert sei. Wir können demnach mit
der ART, als der Differentialgeometrie der gekrümmten Raum-Zeit, diese Lücke ein wenig schließen.
Die Gruppe besteht seit 1. 1. 1992 und wird durch Doz. Dr. sc. Hans-Jürgen Schmidt geleitet; als wissenschaftlicher Mitarbeiter ist Dr. sc. Uwe Kasper dabei. Zwei Studenten(aus Münster und Braunschweig) und eine Studentin(aus Potsdam) haben ihr Interesse geäußert, nach ihrem Diplom in unserer Gruppe zu promovieren. Sie
AOK für das Land Brandenburg
erhielten bereits Angebote für definierte Teilthemen unseres Arbeitsprogramms als Dissertationsthemen.
Für zwei weitere Wissenschaftler(aus China bzw. der Schweiz) wurden Anträge(bei der A.-v.-Humboldt-Stiftung bzw. der Deutschen ForschungsGemeinschaft) auf befristete Stellen als Mitarbeiter in unserer Gruppe gestellt. Durch das großzügig ausgestattete Wissenschaftler-Integrations-Programm(WIP) konnten die technischen Voraussetzungen für effektives Arbeiten(also Computer, Kopierer, Faxgerät und Literatur) sehr schnell erfüllt werden.
Da wir gleich zu Jahresbeginn einen Arbeitsraum in den Communs(K 322, Tel.: 9 71 04 37) erhielten und regelmäßig am Oberseminar der Abteilung Geometrie, das von Prof. B. Klotzek geleitet wird, teilnehmen, fühlen wir uns recht gut integriert. Auch wurden von uns schon im Frühjahrssemester 1992 Vorlesungen und Seminare veranstaltet, die gut besucht waren.
Alte(Moskau, Greifswald und Sternwarte Babelsberg) und neue(Münster, TU Berlin, Rom, Konstanz) Wissenschaftskontakte werden gepflegt und beleben unsere Arbeit.
Dr. Hans-Jürgen Schmidt
Herzlich willkommen in der AOK-Beratungsstelle Babelsberg
Dieses schöne Backsteinhaus in der Kopernikusstraße 32 in Babelsberg beherbergt seit dem 22. Mai eine weitere Beratungsstelle der AOK. Neben der AOK-Geschäftsstelle in der Potsdamer Innenstadt gibt es damit jetzt auch in Uninähe eine Anlaufstelle. Die Mitarbeiter um Leiterin Gina Strauch informieren über alle AOK-Lei
stungen und stellen u. a. Versicherungsbescheinigungen aus. Im
Haus sind übrigens auch verschiedene Ärzte und eine Apotheke un
tergebracht.
Die Beratungsstelle ist Montag, Mittwoch und Donnerstag von 7.30
bis 13.00 Uhr geöffnet.
chen.
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bis 15.30 Uhr, Dienstag von 7.30 bis 18.00 Uhr und Freitag von 7.30
Die AOK-Berater sind auch telefonisch unter 7 51 31/32 zu errei