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KONFERENZ
Zu dieser Thematik fand vom 3. bis 5. Juni an der Juristischen Fakultät unserer Universität eine internationale Konferenz statt.
Der Gründungsdekan, Prof. Dr. Rolf Grawert, formulierte als Ziel der Tagung die Darlegung des brisanten Themas aus der Sicht der Fachleute. Außerdem sei eine gute Möglichkeit gegeben, seine Fakultät einer breiteren Öffentlichkeit bekannt zu machen. Er könne sich vorstellen, daß Menschenschutz
Rechtswissenschaft, aber auch darüber hinaus, in Potsdam zukünftig etabliert werden.
Persönlichkeiten verschiedener Bereiche, wie die Bundesministerin für Justiz, Sabine LeutheusserSchnarrenberger, der Präsident des Bundesverfassungsgerichtes, Prof. Dr. Roman Herzog, der Generalanwalt beim Europäischen Gerichtshof, Prof. Dr. Carl-Otto Lenz, der Präsident des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrech
schaftler aus Polen, Rußland und Finnland waren der Einladung nachgekommen.
Zahlreiche Studenten der Universität schenkten den Vorträgen ihre Aufmerksamkeit.
Bewußt den Blick auf Osteuropa lenkend, erfolgte in den Länderberichten eine Bestandsaufnahme, wurden wissenschaftliche Forschungsrichtungen angedacht und Probleme aufgezeigt. Es war weder Anliegen noch Plan,„von den
reicht zu bekommen“‘, so Prof. Grawert.
Bei der Podiumsdiskussion„Minderheitenschutz in Europa“ wurden Gedanken insbesondere zu den aktuellen europäischen Ereignissen ausgetauscht.
Die Konferenz war von Anfang an nicht als Ergänzungsveranstaltung zur UN-Menschenrechtskonferenz in Berlin geplant worden, wie teilweise in der Öffentlichkeit verbreitet.
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Bundesjustizministerin Dr. Sabine Leutheusser-Schnarrenberger im Gespräch mit dem Organisator der Konferenz, Prof. Dr. Rolf Grawert. In ihrem Referat forderte sie u. a. eine verstärkte internationale Zusammenarbeit auf dem Gebiet des Menschenrechtsschutzes. Um politische Machthaber zur Verantwortung ziehen zu können, sprach sie sich für einen internationalen
Der Präsident des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte, Rolv Ryssdal(2. v. I.), sprach über den europäischen Menschenrechtsschutz im Jahre 2000 und leitete die abschließende Podiumsdiskussion zum Minderheitenschutz in Europa. Die Universitätsvertreter bat er:„Helfen Sie mit, daß wir im Jahre 2000 europäische Richter in Strasburg haben.“
Menschenrechtsgerichtshof auf UN-Ebene aus.
„Ein Grund, warum ich gerne nach Potsdam gekommen bin, ist die Möglichkeit, Ihnen persönlich zu Ihrer Gründung zu gratulieren. Der Aufbau einer neuen Universität, einer neuen Juristischen Fakultät, ist eine enorm schwierige Aufgabe. Gegen widrige Umstände und wahrscheinlich mit knapper Kasse den Lehrbetrieb zu garantieren, braucht viel Kraft und Engagement. Allen Beteiligten gilt mein Respekt— ich kann mir vorstellen, was sie arbeiten müssen... Ich wünsche Ihnen, daß sich die Universität Potsdam nach den
langen Jahren der Diktatur auf Dauer der Freiheit der Lehre erfreuen kann und in dieser Freiheit gut gedeiht.
Ich würde mich freuen, wenn die juristische Fakultät mit dieser Konferenz zum Menschenrechtsschutz in Europa nicht nur einen guten Anfang setzt, sondern sich dieses so wichtigen Themas auch weiterhin annimmt. Meine Unterstützung haben Sie dabei.“
Bundesjustizministerin Dr. Sabine Leutheusser-Schnarrenberger am 3. Juni 1992 in Potsdam
Brandenburgs Justizminister, Dr. Hans Otto Bräutigam(l.), brachte seine Freude darüber zum Ausdruck, daß bereits in der Aufbauphase der Fakultät wissenschaftliche Arbeit geleistet werde und wies auf Bezüge des Konferenzthemas zur Brandenburgischen Verfassung hin.