Heft 
(1.1.2019) 12
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Nr. 12/92 Seite 4

KONFERENZ

Zu dieser Thematik fand vom 3. bis 5. Juni an der Juristischen Fakultät unserer Universität eine internatio­nale Konferenz statt.

Der Gründungsdekan, Prof. Dr. Rolf Grawert, formulierte als Ziel der Tagung die Darlegung des bri­santen Themas aus der Sicht der Fachleute. Außerdem sei eine gute Möglichkeit gegeben, seine Fakul­tät einer breiteren Öffentlichkeit bekannt zu machen. Er könne sich vorstellen, daß Menschenschutz­

Rechtswissenschaft, aber auch darüber hinaus, in Potsdam zukünf­tig etabliert werden.

Persönlichkeiten verschiedener Bereiche, wie die Bundesministe­rin für Justiz, Sabine Leutheusser­Schnarrenberger, der Präsident des Bundesverfassungsgerichtes, Prof. Dr. Roman Herzog, der General­anwalt beim Europäischen Ge­richtshof, Prof. Dr. Carl-Otto Lenz, der Präsident des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrech­

schaftler aus Polen, Rußland und Finnland waren der Einladung nachgekommen.

Zahlreiche Studenten der Univer­sität schenkten den Vorträgen ihre Aufmerksamkeit.

Bewußt den Blick auf Osteuropa lenkend, erfolgte in den Länderbe­richten eine Bestandsaufnahme, wurden wissenschaftliche For­schungsrichtungen angedacht und Probleme aufgezeigt. Es war we­der Anliegen noch Plan,von den

reicht zu bekommen, so Prof. Grawert.

Bei der PodiumsdiskussionMin­derheitenschutz in Europa wur­den Gedanken insbesondere zu den aktuellen europäischen Ereignis­sen ausgetauscht.

Die Konferenz war von Anfang an nicht als Ergänzungsveranstaltung zur UN-Menschenrechtskonferenz in Berlin geplant worden, wie teil­weise in der Öffentlichkeit ver­breitet.

rechtsfragen im Rahmen der te, Rolv Ryssdal sowie Wissen­

Referenten die ‚blaue Blume' über- B. E.

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Bundesjustizministerin Dr. Sabine Leutheusser-Schnarrenber­ger im Gespräch mit dem Organisator der Konferenz, Prof. Dr. Rolf Grawert. In ihrem Referat forderte sie u. a. eine verstärkte internationale Zusammenarbeit auf dem Gebiet des Menschen­rechtsschutzes. Um politische Machthaber zur Verantwortung ziehen zu können, sprach sie sich für einen internationalen

Der Präsident des Europäischen Gerichtshofes für Menschen­rechte, Rolv Ryssdal(2. v. I.), sprach über den europäischen Menschenrechtsschutz im Jahre 2000 und leitete die abschlie­ßende Podiumsdiskussion zum Minderheitenschutz in Euro­pa. Die Universitätsvertreter bat er:Helfen Sie mit, daß wir im Jahre 2000 europäische Richter in Strasburg haben.

Menschenrechtsgerichtshof auf UN-Ebene aus.

Ein Grund, warum ich gerne nach Potsdam gekommen bin, ist die Möglichkeit, Ihnen persön­lich zu Ihrer Gründung zu gratu­lieren. Der Aufbau einer neuen Universität, einer neuen Juristi­schen Fakultät, ist eine enorm schwierige Aufgabe. Gegen widrige Umstände und wahr­scheinlich mit knapper Kasse den Lehrbetrieb zu garantieren, braucht viel Kraft und Engage­ment. Allen Beteiligten gilt mein Respekt ich kann mir vorstel­len, was sie arbeiten müssen... Ich wünsche Ihnen, daß sich die Universität Potsdam nach den

langen Jahren der Diktatur auf Dauer der Freiheit der Lehre er­freuen kann und in dieser Frei­heit gut gedeiht.

Ich würde mich freuen, wenn die juristische Fakultät mit dieser Konferenz zum Menschenrechts­schutz in Europa nicht nur einen guten Anfang setzt, sondern sich dieses so wichtigen Themas auch weiterhin annimmt. Meine Un­terstützung haben Sie dabei.

Bundesjustizministerin Dr. Sa­bine Leutheusser-Schnarren­berger am 3. Juni 1992 in Pots­dam

Brandenburgs Justizminister, Dr. Hans Otto Bräutigam(l.), brachte seine Freude darüber zum Ausdruck, daß bereits in der Aufbauphase der Fakultät wissenschaftliche Arbeit gelei­stet werde und wies auf Bezü­ge des Konferenzthemas zur Brandenburgischen Verfas­sung hin.