Heft 
(1.1.2019) 15
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WISSENSCHAFT

Nr. 15/92 Seite 7

Universität Potsdam erhielt Zugang zu weltweitem Datenbanknetz

Nach fast einjährigen Vorbe­

reitungsarbeiten ist es seit dem

5. Oktober 1992 endlich soweit:

Im STN-Schulungszentrum des

Instituts für Informationswissen­

schaft der Universität Potsdam

besteht an acht PC-Stationen

Zugriff zum Datenbanknetz STN

International(STN= Scientific

& Technical Information Net­

work), einem Verbund von Da­

tenbankhosts mit Sitz in Colum­bus(Ohio, USA), Karlsruhe

(BRD) und Tokyo(Japan).

Den STN-Nutzern stehen mit die­

sen drei Hosts insgesamt 130 Da­

tenbanken aus Wissenschaft und

Technik mit derzeit ca. 100 Mil­

lionen Nachweisen zur Verfü­

gung.

Das Datenbankspektrum umfaßt:

Bibliographische Datenbanken Beispiel: INSPEC Datenbank zur Physik, Elektrotechnik und Elektronik, Computertechnik und Informationstechnologie; enthält über 4 Millionen Nach­weise und wird wöchentlich um 5000 Nachweise ergänzt.

Faktendatenbanken Beispiel 1: BEILSTEIN:. Datenbank mit Struktur- und Fakteninformationen zu ca. 3,5 Millionen Substanzen der or­ganischen Chemie(Stand 10/ 1990).

Beispiel 2: GMELIN Daten­bank mit Struktur- und Fakten­informationen der anorgani­schen und metallorganischen Chemie; informiert über ca. 280 000 Substanzen, bei jährli­cher Fortschreibung um. ca. 80 000 Substanznachweise.

Patentdatenbanken Beispiel: PATOSEP(Patent­Online-System Europa), mit ca, 470 000 Dokumentations­einheiten des Europäischen Patentamtes(seit 1978) und einer wöchentlichen Fort­

Schreibung um ca. 1 200 neue Patente.

Firmen- und Produktdatenbanken

Beispiel: BIOQUIP(BIOtech­nology EQUIPment Suppliers Data Bank), mit Informatio­nen zu Herstellern und Liefe­ranten von Produktionsmitteln der Biotechnologie; umfaßt Angaben zu mehr als 500 Fir­men und über 1 000 Produkt­gruppen.

Forschungsdatenbanken Beispiel: JGRIP(Japanese Government and Public Re­search in Progress), informiert über laufende und abgeschlos­sene Forschungsprojekte öf­fentlicher japanischer For­schungseinrichtungen auf al­

Datenbanken des Karlsruher Hosts relevant. Dazu gehören u. a. die Datenbanken

BIBLIODATA- die alle Wis­sensgebiete umfassende natio­nalbibliographische deutsche Datenbank(ca. 2 Millionen Nachweise);

BLLDB- eine Datenbank mit linguistischer Literatur(ca. 130 000 Nachweise);

FORIS ein Nachweisfonds zu laufenden, geplanten und abgeschlossenen sozialwissen­schaftlichen Forschungsarbei­ten Deutschlands, Österreichs und der Schweiz(ca. 35 000

len Gebieten von Wissenschaft und Technik; jährlich werden etwa 17 000 Projekte erfaßt. Volltextdatenbanken

Die sieben derzeit angebote­nen Volltextdatenbanken ent­halten vorwiegend Veröffent­lichungen aus Zeitschriften der Chemie.

In den vom Fachinformations­zentrum Karlsruhe betriebenen deutschen STN-Host werden schwerpunktmäßig Informatio­nen zu den Gebieten Energie und Technologie, Physik und Astro­nomie, Mathematik und Infor­matik aufgenommen. Aber auch für die Sozial- und Geisteswis­senschaftler sind eine Reihe von

Nachweise);

_ INFODATA- eine bibliogra­phische Datenbank zur Infor­mationswissenschaft und-pra­xis(ca. 60 000 Nachweise);

MATHDI- eine bibliographi­sche Datenbank zum Bereich des Mathematik-Unterrichts und angrenzender Gebiete(ca, 50 000 Nachweise);

_ MONUDOC- eine Faktenda­tenbank zum Bereich der Denkmalpflege(ca. 3 500 Nachweise);

SIGLE- eine bibliographische Datenbank für europäische nichtkonventionelle(graue) Literatur aller Wissensgebiete (ca. 250 000 Nachweise);

_SOLIS eine Datenbank zu

deutschsprachiger sozlalwis­senschaftlicher Literatur(ca. 140 000 Nachweise).

Die Universität Potsdam ist, so wie viele Hochschuleinrichtun­gen Deutschlands, Teilnehmer am WIN(WissenschaftsNetz) des DFN-Vereins(DFN= Deut­sches ForschungsNetz). WIN beruht auf der Datex-P-Techno­logie und bietet dem Nutzer außer dem Zugriff zu externen Daten­banken noch eine Reihe weite­rer Dienstleistungen(Rechner­Rechner-Kommunikation, Da­teitransfer, Elektronischer Nach­richtendienst).

Nach den STN-Schulungszen­tren der Technischen Hochschu­le Merseburg und der Techni­schen Universität Ilmenau ist das Potsdamer STN-Schulungszen­trum die dritte derartige Einrich­tung in den neuen Bundeslän­dern. Die großzügige technische Ausstattung des Potsdamer Zen­trums wurde insbesondere durch Mittel eines Förderprojektes des Bundesministeriums Forschung und Technologie ermöglicht. Die Bereitstellung der Computer­technik erfolgte durch das Fach­informationszentrum Karlsruhe, das als Vertragspartner der Uni­versität für die Startphase dem Potsdamer Schulungszentrum auch kostenlosen Zugang zum STN gewährt.

Hauptaufgabe des STN-Schu­lungszentrums ist es, Studenten und wissenschaftliche Mitarbei­ter aller Fachbereiche sowie weitere Nutzerkreise mit den Möglichkeiten des online-ge­stützten Zugriffs zu den Weltres­sourcen des Wissens vertraut zu machen und sie in die Lage zu versetzen, die eigene wissen­schaftliche Arbeit zunehmend unter Nutzung dieser modernen Informations- und Kommunika­tionstechnologie durchzuführen.

Dr. Eberhardt Gering