STUDENTEN
Nr. 15/92— Seite 11
__ TEMPUS-Jahrestagung des DAAD
TEMPUS
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Am 13. und 14. Oktober dieses Jahres trafen sich im Residence Hotel Potsdam über 100 verantwortliche Mitarbeiter des DAAD mit in- und ausländischen Gästen(z. B. aus Polen, Lettland, Litauen, Estland, Ungarn, Rumänien, Albanien, Tschechoslowakei), um auf ihrer Jahrestagung über die geleistete und in der Perspektive zu leistende Arbeit zu beraten.
Ausrichter der Veranstaltung war die Universität Potsdam. Sie stellte auch die für die Übersetzung notwendigen Dolmetscher.
In seinen Begrüßungsworten machte der Gründungsrektor der Universität, Prof. Mitzner, die Anwesenden mit der gastgebenden Alma mater bekannt. Dabei fanden sowohl die Äußerungen zur Historie als auch zur materiellen und personellen Situation der Einrichtung das Interesse der Zuhörer.
TEMPUS(Trans European Mobility Scheme of University Studies) ist ein Teil des PHAREProgramms der EG, das ausgerichtet ist auf die Unterstützung osteuropäischer Staaten beim Prozeß der Umstrukturierung von Wirtschaft und Gesellschaft. Das Projekt TEMPUS, welches zunächst für drei Jahre bestätigt
worden war, bezieht alle Hochschularten in die Fördermöglichkeiten ein. Gepflegt werden Kooperationen zwischen westeuropäischen und osteuropäischen Hochschulen, die im Rahmen„Gemeinsame Europäische Projekte“ Ausbildungsfragen zum Gegenstand haben. Der Beschluß zur Umsetzung des Programms ist weit gefaßt und tangiert unterschiedliche Bereiche. So soll beispielsweise ein Beitrag geleistet werden zur Herausbildung von Hochschulreformen in mittel- und osteuropäischen Ländern— dies ist sicher nur bedingt möglich. Hinzu kommt die Beförderung des Austausches von Lehrinhalten, die Unterstützung von Mobilität der Lehrenden und Lernenden sowie das Gewähren einer effektiven Ausstattungshilfe.
Vertreter der förderungsberech
tigten Länder brachten im Verlauf der Diskussion ihre Dankbarkeit darüber zum Ausdruck, mit Hilfe von TEMPUS Strukturveränderungen in der Wissenschaftslandschaft ihrer Länder herbeiführen zu können. Insbesondere versucht Ungarn, einen eigenständigen Weg bei der Durchsetzung der jeweiligen Abkommen zu gehen, indem vielfältige Aktivitäten nahezu alle akademischen Felder betreffend initiiert werden.
Bereits im Vorfeld der Tagung wurde die Verlängerung des Programms um weitere vier Jahre beantragt. Eine Erweiterung des Kreises der Teilnehmerstaaten auf Grund aktueller politischer Entwicklungen wäre dann unmittelbare Aufgabe.
Gö., Eck.
Keine Europamüdigkeit unter den Studenten
Entgegen allen Umfrageergebnissen zum Vertrag von Maastricht ist eine Europamüdigkeit unter den Studierenden nicht festzustellen. Im Studienjahr 1992/93 begeben sich allein dank des ERASMUS-Programms voraussichtlich 80 000 Studierende auf„akademische Wanderschaft“ in Europa. Darunter sind über 10 000 deutsche Studenten, an die der DAAD EG-Förder
gelder vergeben hat.
Mit Zufriedenheit konnte der Präsident des DAAD, Professor Dr. Theodor Berchem, anläßlich der Eröffnung einer Informationsveranstaltung des DAAD vor den ERASMUS-Beauftragten der Hochschulen in Würzburg feststellen, daß mit solchen Rekordbeteiligungen die EGMobilitätsprogamme ihre herausragende Bedeutung bei der Verwirklichung einer Europäischen Dimension der BildungsKooperation längst unter Beweis Eestellt haben‘, doch, so hob er warnend hervor,„drohen sie
derzeit geradezu an ihrem eigenen Erfolg zu ersticken‘. Machen die drastisch gestiegenen Stipendienzahlen eine Erhöhung des Finanzvolumens nötig, so steht dieser Forderung auf der anderen Seite ein eklatanter Mangel an Wohnraum für die Studenten in allen Ländern gegenüber, der sich geradezu kontraproduktiv auswirkt und aller vorhandenen Mobilitätsbereitschaft Grenzen setzt.
Die mit Abstand bevorzugten Zielländer deutscher Studierender für das beginnende Studien
jahr sind nach wie vor— und dies gilt sowohl für die alten als auch für die neuen Bundesländer— Großbritannien(3.201/171), Frankreich(2549/78) und Spanien(1050/59).
Insgesamt wurden 523 Teilstipendien an Studierende in den neuen Bundesländern vergeben. Eine vergleichsweise geringe Zahl, die aber in einem anderen Licht erscheint, wenn man bedenkt, daß die Anträge auf diese Runde bereits Ende Oktober 1991 gestellt werden mußten— nur ein Jahr nach der Vereinigung bei weitgehend ungeklärter Lage der jeweiligen Hochschulen. Daß diese Hochschulen in Zukunft zügig aufholen werden, zeichnet sich schon jetzt auch in Potsdam ab.
Für 1992/93 liegen für die Fachbereiche Anglistik, Germanistik,
Romanistik und Physik bestätigte ERASMUS-Programme vor. Das bedeutet, Studenten werden mobil: 10 ERASMUS-Studenten aus EG-Ländern sind bei uns an der Uni bereits eingeschrieben, weitere werden im Laufe des Studienjahres zu Teilstudienaufenthalten erwartet. 12 Potsdamer Studenten sind schon mitten im Studienbetrieb ihrer EG-Partnerhochschule oder bereiten sich unmittelbar darauf vor. Erfreuliche Tendenz: Auch in den Fachbereichen Primarstufe, Politikwissenschaft, Geographie sind ERASMUS-Programme„in Arbeit“. Es ist in jedem Falle ratsam, im Fachbereich nachzufragen und Interesse zu bekunden.
A. Bürger, AAA