Heft 
(1.1.2019) 15
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STUDENTEN

Nr. 15/92 Seite 11

__ TEMPUS-Jahrestagung des DAAD

TEMPUS

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Am 13. und 14. Oktober dieses Jahres trafen sich im Residence Hotel Potsdam über 100 verant­wortliche Mitarbeiter des DAAD mit in- und ausländischen Gä­sten(z. B. aus Polen, Lettland, Litauen, Estland, Ungarn, Ru­mänien, Albanien, Tschechoslo­wakei), um auf ihrer Jahresta­gung über die geleistete und in der Perspektive zu leistende Arbeit zu beraten.

Ausrichter der Veranstaltung war die Universität Potsdam. Sie stellte auch die für die Über­setzung notwendigen Dolmet­scher.

In seinen Begrüßungsworten machte der Gründungsrektor der Universität, Prof. Mitzner, die Anwesenden mit der gastgeben­den Alma mater bekannt. Dabei fanden sowohl die Äußerungen zur Historie als auch zur mate­riellen und personellen Situation der Einrichtung das Interesse der Zuhörer.

TEMPUS(Trans European Mo­bility Scheme of University Stu­dies) ist ein Teil des PHARE­Programms der EG, das ausge­richtet ist auf die Unterstützung osteuropäischer Staaten beim Prozeß der Umstrukturierung von Wirtschaft und Gesellschaft. Das Projekt TEMPUS, welches zunächst für drei Jahre bestätigt

worden war, bezieht alle Hoch­schularten in die Fördermöglich­keiten ein. Gepflegt werden Kooperationen zwischen west­europäischen und osteuropäi­schen Hochschulen, die im Rah­menGemeinsame Europäische Projekte Ausbildungsfragen zum Gegenstand haben. Der Beschluß zur Umsetzung des Programms ist weit gefaßt und tangiert unterschiedliche Berei­che. So soll beispielsweise ein Beitrag geleistet werden zur Herausbildung von Hochschul­reformen in mittel- und osteuro­päischen Ländern dies ist si­cher nur bedingt möglich. Hinzu kommt die Beförderung des Austausches von Lehrinhalten, die Unterstützung von Mobilität der Lehrenden und Lernenden sowie das Gewähren einer effek­tiven Ausstattungshilfe.

Vertreter der förderungsberech­

tigten Länder brachten im Ver­lauf der Diskussion ihre Dank­barkeit darüber zum Ausdruck, mit Hilfe von TEMPUS Struk­turveränderungen in der Wissen­schaftslandschaft ihrer Länder herbeiführen zu können. Insbe­sondere versucht Ungarn, einen eigenständigen Weg bei der Durchsetzung der jeweiligen Abkommen zu gehen, indem vielfältige Aktivitäten nahezu alle akademischen Felder betref­fend initiiert werden.

Bereits im Vorfeld der Tagung wurde die Verlängerung des Programms um weitere vier Jahre beantragt. Eine Erweite­rung des Kreises der Teilneh­merstaaten auf Grund aktueller politischer Entwicklungen wäre dann unmittelbare Aufgabe.

., Eck.

Keine Europamüdigkeit unter den Studenten

Entgegen allen Umfrageergebnissen zum Vertrag von Maa­stricht ist eine Europamüdigkeit unter den Studierenden nicht festzustellen. Im Studienjahr 1992/93 begeben sich allein dank des ERASMUS-Programms voraussichtlich 80 000 Studieren­de aufakademische Wanderschaft in Europa. Darunter sind über 10 000 deutsche Studenten, an die der DAAD EG-Förder­

gelder vergeben hat.

Mit Zufriedenheit konnte der Präsident des DAAD, Professor Dr. Theodor Berchem, anläßlich der Eröffnung einer Informa­tionsveranstaltung des DAAD vor den ERASMUS-Beauftrag­ten der Hochschulen in Würz­burg feststellen, daß mit solchen Rekordbeteiligungen die EG­Mobilitätsprogamme ihre her­ausragende Bedeutung bei der Verwirklichung einer Europäi­schen Dimension der Bildungs­Kooperation längst unter Beweis Eestellt haben, doch, so hob er warnend hervor,drohen sie

derzeit geradezu an ihrem eige­nen Erfolg zu ersticken. Ma­chen die drastisch gestiegenen Stipendienzahlen eine Erhöhung des Finanzvolumens nötig, so steht dieser Forderung auf der anderen Seite ein eklatanter Man­gel an Wohnraum für die Stu­denten in allen Ländern gegen­über, der sich geradezu kontra­produktiv auswirkt und aller vorhandenen Mobilitätsbereit­schaft Grenzen setzt.

Die mit Abstand bevorzugten Zielländer deutscher Studieren­der für das beginnende Studien­

jahr sind nach wie vor und dies gilt sowohl für die alten als auch für die neuen Bundesländer Großbritannien(3.201/171), Frankreich(2549/78) und Spa­nien(1050/59).

Insgesamt wurden 523 Teilsti­pendien an Studierende in den neuen Bundesländern vergeben. Eine vergleichsweise geringe Zahl, die aber in einem anderen Licht erscheint, wenn man be­denkt, daß die Anträge auf diese Runde bereits Ende Oktober 1991 gestellt werden mußten nur ein Jahr nach der Vereini­gung bei weitgehend ungeklär­ter Lage der jeweiligen Hoch­schulen. Daß diese Hochschulen in Zukunft zügig aufholen wer­den, zeichnet sich schon jetzt auch in Potsdam ab.

Für 1992/93 liegen für die Fach­bereiche Anglistik, Germanistik,

Romanistik und Physik bestätig­te ERASMUS-Programme vor. Das bedeutet, Studenten werden mobil: 10 ERASMUS-Studenten aus EG-Ländern sind bei uns an der Uni bereits eingeschrieben, wei­tere werden im Laufe des Stu­dienjahres zu Teilstudienaufent­halten erwartet. 12 Potsdamer Studenten sind schon mitten im Studienbetrieb ihrer EG-Partnerhochschule oder bereiten sich unmittelbar darauf vor. Erfreuliche Tendenz: Auch in den Fachbereichen Primarstufe, Politikwissenschaft, Geographie sind ERASMUS-Programmein Arbeit. Es ist in jedem Falle ratsam, im Fachbereich nachzufragen und Interesse zu bekunden.

A. Bürger, AAA