Heft 
(1.1.2019) 17
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WISSENSCHAFT/FORSCHUNG

Nr. 17/92 Seite 9

Drittes Botanisches Graduiertenkolloquium an der Universität

Ausgehend von den guten Er­fahrungen mit dem seit Jahren erfolgreich durchgeführten Rhein-Main-Kolloquium, an dem sechs Universitäten dieser Region beteiligt sind, wurde in Berlin auf Initiative von Prof. Dr. Jürgen Schmitt(FU) das Havel-Spree-Kolloquium aus der Taufe gehoben. Die erste Veranstaltung wurde am 10. Dezember 1990 vom Institut für Pflanzenphysiologie und Mikro­biologie der Freien Universität organisiert, die zweite am 19. Oktober 1991 vom Institut für Allgemeine Botanik der Hum­boldt-Universität.

DasHavel-Spree-Kolloquium IIT fand in diesem Jahr an der Universität Potsdam statt, Gast­geber waren am 7. November 1992 die Institute für Allgemei­ne Biologie und Botanik. Der Fachbereichsdirektor, Doz. Dr. Helmut Scheel, unterstrich in seiner Begrüßung die wissen­schaftliche und politische Bedeu­tung dieses nun schon zur Tradi­tion gewordenen Kolloquiums. Die Veranstaltung eröffnete gute Möglichkeiten zum wissen­schaftlichen Austausch zwischen den Hochschulen Berlins und Potsdams. Den Nachwuchswis­senschaftlern wurde Gelegenheit gegeben, ihre Arbeit in der Öf­fentlichkeit darzustellen. Für die Mehrzahl der Redner war das der erste öffentliche Auftritt mit eigenen Resultaten. Doktoran­dinnen und Doktoranden(nicht aber Diplomanden und Promo­Vierte) aus Arbeitsgruppen ver­schiedener Institute trugen Teil­ergebnisse ihrer bisherigen For­schungen für ihre Dissertationen vor. 15 Kurzvorträge verteilten sich einigermaßen gleichmäßig auf die Referenten von der Tech­Nischen Universität(5), der Humboldt-Universität, der Frei­en Universität, der Universität Potsdam(je 3) und des Instituts für Genbiologische Forschung Berlin(1).

Die Themen reichten von Unter­suchungen zur Struktur und Funktion bestimmter Kompo­nenten und Enzyme des Photo­syntheseapparates der höheren Pflanzen hier lag der themati­sche Schwerpunkt über geneti­sche Fragestellungen bis hin zu vegetationskundlichen Untersu­chungen im FeuchtgebietUn­tere Havel.

Informationen über die Projekte im Labor, Denkanstöße bei wis­senschaftlichen Problemstellun­gen und neueste Techniken der experimentellen Arbeit standen im Vordergrund. Wichtig für die Aspiranten und Promotionsstu­denten war vor allem die kriti­sche Diskussion über bisherige Ergebnisse und der damit ver­bundene Erfahrungsaustausch. Der so geschaffene Überblick hat Felder für eine mögliche Koope­ration zwischen den beteiligten Einrichtungen eröffnet. Das Kol­loquium bot für den wissen­schaftlichen Nachwuchs die Möglichkeit, über die Vorstel­lung seiner Arbeit miteinander ins Gespräch zu kommen und förderte so Kontakte zu Fach­kollegen mit ähnlichen Arbeits­gebieten. Ein Besuch des Bota­nischen Gartens der Universität Potsdam war eingeschlossen.

Eine Besonderheit dieses Gra­duierten-Kolloquiums bestand außerdem darin, daß auch die gesamte Vorbereitung, Organi­sation und Durchführung in den Händen der jungen Wissen­schaftler aus Potsdam lag. Anke Schelski, Promotionsstudentin im zweiten Jahr, war dafür ver­antwortlich.

Von allen Teilnehmern wurde dasHavel-Spree-Kolloquium III als eine gelungene Veran­staltung eingeschätzt. Da IV. findet im nächsten Jahr an der Technischen Universität in Ber­lin statt.

Dr. Rolf Rammelt

Tagung mit internationaler Beteiligung

An unserer Alma mater fand am 10. November 1992 erneut eine wissenschaftliche Tagung statt, diesmal im Uni-Gebäude He­gelallee. Der Einladung der Ver­anstalter, Universität Potsdam und Projektgruppe Hochschul­forschung Berlin-Karlshorst, wa­ren zahlreiche Gäste aus dem In­und Ausland gefolgt. Die Tagung stand unter dem Thema: Attrak­tivität durch Internationalität die Wissenschaftsbeziehungen der Hochschulen der neuen Bun­desländer mit Osteuropa auf dem Prüfstand.

Eröffnet wurde die Veranstal­tung von Gründungsrektor Prof. Mitzner und dem Leiter der seit

hervor. Übereinstimmung herr­schte darüber, daß neue Ideen für die Weiterentwicklung inter­nationaler Wissenschaftsbezie­hungen notwendig seien. Der Prozeß der Umstrukturierung der Wissenschaftslandschaft in den neuen Bundesländern sowie in den mittel- und osteuropäischen Staaten biete die Chance des Durchsetzens von Neuem. Jetzt sei es wichtig, die Weichen zu stellen.

Daß dieses geschieht, wurde in der abschließenden Podiumsdis­kussion u. a. mit Vertretern der Stadt Potsdam(Motzkus), des Deutschen Akademischen Aus­tauschdienstes(Dr. Wegener),

1'/, Jahren bestehenden Projekt­gruppe Hochschulforschung, Prof. Wagemann. Beide zeigten sich befriedigt über das Zustan­dekommen des Symposiums, Prof. Mitzner beschrieb den gegenwärtigen Stand der Aus­landsbeziehungen als ein Eruie­ren vorhandener Möglichkeiten und den Beginn ihrer Ausschö­pfung. Der Wissenschaftleraus­tausch entwickle sich bereits positiv; im studentischen Bereich gebe es noch größere Defizite.

In den ca. 10 von deutschen und ausländischen Referenten verle­senen Erfahrungsberichten von unserer Universität sprach Prof. Denecke, FB Mathematik trat trotz unterschiedlicher nationa­ler Kontexte viel Gemeinsames

Foto: Rüffert

der Deutschen Forschungs­gemeinschaft(Dr. Schenk), der Hochschulrektorenkonferenz (Dr. Mühle) sowie der entspre­chenden EG-Kommission(R. Thomas) deutlich. Alle an der von Prof. Goldschmidt, Max­Planck-Institut für Bildungsfor­schung Berlin, geleiteten Diskus­sion Teilnehmenden betonten die Unerläßlichkeit der Stabilisie­rung und des weiteren Ausbaus ganz konkreter Wissenschafts­beziehungen über Programme bzw. Unterstützungsangebote. Deren Realisierung sei über die jeweiligen Organisationen durch die Bereitstellung finanzieller Mittel zumindest für absehbare Zeit gesichert.

P.G.