Heft 
(1.1.2019) 17
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FORSCHUNGSPROJEKT

Nr. 17/92 Seite 11

Rundtischgespräch zu Fragen des universitären Spracherwerbs Russisch

Am 7. und 8. Oktober 1992 fand an der Universität Potsdam eine Beratung(Rundtischgespräch) einer Arbeitsgruppe statt, die der Vorbereitung eines überregio­nalen(gesamtdeutschen) For­schungsprojektsSprachausbil­dung Russisch an Hochschulen über ein Spektrum modularer Angebote diente. Dazu konn­ten wir u. a. Herrn Prof. Dr. Fried­helm Denninghaus vom Semi­nar für Sprachlehrforschung der Ruhr-Universität Bochum, Herrn Prof. Dr. Volker Lehmann vom Slavischen Seminar der Univer­_ sität Hamburg, Herrn Dr. Jochen Pleines, Direktor des Landes­spracheninstituts Nordrhein­Westfalen und Herrn Prof. Dr. _ Arnold Scharf von der Universi­tät Leipzig begrüßen.

Das Forschungsprojekt versteht sich als ein Beitrag zur Förde­rung des Studiums der russischen Sprache im nunmehr vereinten Deutschland.

Russisch ist die Sprache des zahlenmäßig stärksten Volkes in einem Wirtschaftsraum, der von Osteuropa bis weit nach Asien hinein und bis zum Stillen Ozean reicht. Es bleibt auch nach dem Zerfall der Sowjetunion die für die wechselseitige Verständi­gung der nichtrussischen Völker dieses Raumes notwendige ge­meinsame Zweitsprache(lingua franca) und die Sprache der Wissenschaft. Russisch ist nicht _ zuletzt die Sprache einer bedeu­tenden Literatur, die aus dem Panorama der Weltkultur nicht wegzudenken ist.

Die Notwendigkeit einer sprach­und bildungspolitischen Neube­stimmung des Studiums des Russischen ergibt sich aus den ©xtrem unterschiedlichen Posi­tionen, die es bis zur Vereini­gung in den beiden Teilen Deutschlands hatte:

In der ehemaligen DDR war Russisch die für alle Lehrer vor­geschriebene erste Fremdspra­che an Schulen und Hochschu­len, in den alten Bundesländern hat das Russische bis in die Gegenwart als Schulfremdspra­che einen außerordentlich gerin­gen Verbreitungsgrad und zählt im öffentlichen Bewußtsein bei­nahe zu denexotischen Spra­chen, obwohl entsprechende Stu­diengänge von 25 Universitäten angeboten wurden. Das hat bis heute seine Auswirkungen auf die Erforschung der entsprechen­den Fremdsprachenerwerbspro­zesse, auf das Lehrmittelange­bot und auf die materielle und personelle Ausstattung der Hoch­schulen.

Es gilt daher, die beiderseitigen Potentiale mit ihren verschiede­nen Erfahrungen und Erkennt­nissen, ihren unterschiedlichen Ausbildungsstrukturen und-pro­filen zusammenzuführen und zur Lösung der anstehenden Aufga­ben nutzbar zu machen(vgl. Fremdsprachen und Hochschu­le, ‚Themenheft, 36/1992. ‚des Arbeitskreises der Sprachzen­tren, Sprachlehrinstitute und Fremdspracheninstitute, Bo­chum S. 11-14).

Die Arbeitsgruppe bereitet einen Antrag an die Deutsche For­schungsgemeinschaft(DFG) vor, nach dem zunächst 8 Teilprojek­te in Forschergruppen bearbeitet werden sollen, denen sich später weitere Gruppen mit Teilprojek­ten anschließen können. Als übergreifende Aufgabe ist dabei eine Theoriedidaktischer Mo­dule zu sehen, die, in Analogie zu den Modulen in der Kogniti­ven Wissenschaft, Bausteine für die Ausbildung von(fremd)­sprachlichen Kompetenzen und Teilkompetenzen für ganz be­stimmte differenzierte Ausbil­

dungsziele darstellen. Entspre­chend den im Projekt vorgesehe­nen Recherchen soll ein Katalog von Modulen erstellt werden, für die ein gesellschaftlicher Bedarf besteht.

Zu den Aufgaben der einzelnen Forschergruppen gehört es, nach dem jeweiligen Forschungspo­tential bestimmte Module zu definieren, einzuordnen und zu bearbeiten. Damit können Kon­turen eines zeitgemäßen Bau­kastensystems der universitären praktischen Sprachausbildung Russisch skizziert werden.

Die weitere Arbeit wird zunächst vorwiegend konzeptioneller Na­

tur sein, die eigentliche Arbeit dürfte 34 Jahre in Anspruch nehmen. Für den Herbst 1993 ist ein zweites Kolloquium zu Fra­gen des universitären Sprach­erwerbs und der akademischen Sprachausbildung geplant, auf dem eine Zwischenbilanz gezo­gen werden soll. Die Teilnehmer der Arbeitstagung haben sich an den Fachbereich Slavistik und die Universität Potsdam mit der Bitte gewandt, die Rolle des Gastgebers für dieses Kollo­quium zu übernehmen.

Prof. Dr. phil. habil. H. Schlegel

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