Nr. 18/92— Seite 4
INTERVIEW
Gegenwärtig schwierigste Gründungsphase
Am 5. November 1992 fand in der Aula Hegelallee eine von GEW und ÖTV einberufene Gewerkschaftsversammlung statt. Gast der Veranstaltung war der Minister für Wissenschaft, Forschung und Kultur, Hinrich Enderlein. Viele wissenschaftliche Mitarbeiter, aber auch technische Angestellte waren gekommen, um Informationen zu gegenwärtig anliegenden Problemen zu bekommen. Nicht alles konnte geklärt werden. Einige Fragen
blieben offen. PUZ nutzte die|
Möglichkeit, noch einmal „nachzuhaken‘‘.
PUZ: Herr Minister, das oberste Gremium an unserer Alma mater ist der von Ihnen eingesetzte Gründungssenat. Welche Kompetenzen hat dieser in Personalentscheidungsprozessen? Inwieweit wirkt das Ministerium begleitend bzw. dirigierend in derartigen Angelegenheiten?
H. ENDERLEIN: Grundsätzlich gilt auch in diesem Fall die Hochschulautonomie, die wir hoch achten. Vom Gesetz her sind wir dazu verpflichtet und auch nicht bereit, eine andere Haltung einzunehmen, wenn aus Gründen der gegenwärtigen Opportunität bei Mitarbeitern der
Es muß nicht
Universität der Eindruck besteht, daß die Dinge doch besser vom Ministerium geregelt werden sollten. Wir versuchen allerdings bei der Lösung der anstehenden Probleme, intensiv mit der Universität zusammenzuarbeiten. Es gibt eine vielfältige Beteiligung in Entscheidungsfragen. Ich hal
Foto: Rüffert
te es für richtig, daß sich die Universität auch rückversichert beim Ministerium, ehe die Entscheidungen fallen. Bei den Personalangelegenheiten wirken wir allerdings nur in der Form mit, daß wir die Professoren berufen. Das ist das Recht des Ministers, das ich auch ausübe, allerdings auch das auf Vorschlag der Universität. Ich schränke damit die mir vom Hochschulgesetz gege
benen Rechte weitgehend ein, indem ich nicht beabsichtige, von den mir vorgelegten Berufungslisten abzugehen. Ansonsten besteht völlige Personalhoheit von seiten der Universität. Wir müssen aber darauf sehen, daß man im Rahmen der Gesetze vorgeht. Das Haushaltsgesetz muß dabei ebenso als wesentliche Grundlage beachtet werden wie das Hochschulgesetz als die Grundlage, in der die Richtlinien für die Hochschule festgelegt sind. Letztlich müssen natürlich auch die Gesetze, die für Angehörige im öffentlichen Dienst und für Beamte gelten, zur Anwendung gebracht werden. Insofern beschränkt sich die Einwirkung des Ministeriums auf eine klare Rechtsaufsicht.
PUZ: Wir sind uns, glaube ich, einig in der Überzeugung, daß es keine abrupten Übergänge von heute auf morgen geben wird. Ein Nebeneinanderbestehen von Strukturen ist sicherlich absehbar. Das würde dann z. B. auch die Existenz von kwStellen, von„Parkmöglichkeiten‘ usw. beinhalten. Wieviel Zeit und wieviel Geld haben wir also für die Übergangsmaßnahmen?
H. ENDERLEIN: Das wichtigste, daß man vielleicht festhalten sollte, ist, daß es entsprechend
einem Beschluß der Landesregierung keine Sozialpläne geben wird. Für keine einzige Einrichtung des Landes gibt es einen Sozialplan. Wir können da nicht ausscheren. Ich gehe davon aus, daß der Anteil der Mitarbeiter, die so hart von den Neuregelungen betroffen werden, daß sie gekündigt werden müssen, relativ gering ist. Die Universität hat die Bedarfsfeststellung noch nicht abgeschlossen. Erst danach wird eine Aussage darüber möglich sein, wieviel Mitarbei
ter z. B. von solchen Bedarfs-|
kündigungen betroffen sind. Man wird versuchen, diese sozial verträglich abzufedern. Es ist immer noch nicht vom Tisch, daß es Möglichkeiten mit sogenannten„kw-Stellen‘“ geben wird. Das ist zunächst im 1. Anlauf in der Landesregierung noch nicht durchgesetzt. Ich denke aber, die Argumentation in diese Richtung ist so bestechend, daß wir vielleicht doch noch einige „kw-Stellen‘“ bekommen werden.
Ansonsten werden wir alle anderen Möglichkeiten versuchen zu nutzen, um solche durch Übergangsmaßnahmen hervorgerufenen Kündigungen sozial verträglich zu gestalten.
Fortsetzung auf Seite 5
Tomaten-Mais-Eintopf mit Kräuter Baguette
1 Zwiebel
1 Knoblauchzehe 1 EL Olivenöl
2 Tomaten, enthäutet
1 Zucchini
1/2 kl. Dose Maiskörner Basilikumblätter
1 kl. Vollkornbrötchen
®
| m mer 1 TL Kräuterbutter
Zwiebel schälen und würfeln. Knoblauchzehe häuten und würfeln. Beides in einer Pfanne in Öl glasig dünsten. Tomaten klein schneiden, Zucchini waschen, in Scheiben schneiden und zusammen mit dem Mais in die Pfanne geben. Zugedeckt 5 bis 10 Min. schmoren lassen. Zum Schluß mit Basilikum bestreuen. Vollkornbrötchen mit Kräuterbutter bestreichen und dazu reichen.
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