Heft 
(1.1.2019) 18
Einzelbild herunterladen

Nr. 18/92 Seite 6

WISSENSCHAFT

Zwei Jahre Erziehungs­beratungsstelle des Fach­bereiches Psychologie

Seit ihrer Gründung im Novem­ber 1990 sind nun zwei Jahre vergangen; ein Zeitraum intensi­ver Arbeit und auch Verände­rungen liegt hinter uns.

Unser Angebot, ratsuchenden Eltern, Kindern und Jugendli­chen bei der Bewältigung ver­schiedener Probleme(u. a. Schul­versagen, Ängstlichkeit, Aggres­sivität, Weglaufen, Störungen der Familienbeziehungen) zu helfen, wurde mit großer Resonanz angenommen. Hatten wir an­fangs dabei nur die Einwohner der Stadt Potsdam im Blick, so gehören heute zu unseren Klien­ten auch viele, die aus dem Land­kreis Potsdam kommen.

Frau Prof. Kirsch

und Herr Dr. Marschner bei der Eröffnung der EBS am 5. 11. 1992

Foto: Rüffert

Nach wie vor gehören zu unse­

'ren Arbeitsprinzipien,

daß die Ratsuchenden freiwil­lig zu uns kommen,

daß die Beratung kostenlos ist,

daß die Mitarbeiter der EBS

_ der Schweigepflicht unterlie­gen.

Im Verlaufe unserer Tätigkeit

gingen wir mehr und mehr zur

Beratung des Systems Familie

über.

Um der gesamten Breite der

Störungsgruppen und Beratungs­

anlässe entsprechen zu können,

nutzen wir ständig die Weiterbil­

dungsangebote der Bundeskon­ferenz für Erziehungsberatung e. V. So konnten wir für unsere Klienten bereits empirische Spieltherapie, Training aggres­siver Kinder, Training mit Ju­gendlichen und verschiedene Entspannungsverfahren in unse­re Arbeit einbringen.

Auch die räumlichen Vorausset­zungen werden immer besser. Bis zum vergangenen Studienjahr arbeiteten in unserer EBS sechs Mitarbeiter aus den Fachberei­chen Pädagogik und Psycholo­gie, die neben Lehr- und For­schungsverpflichtungen diese beratende Aufgabe wahrnahmen. Heute sind wir nur noch zu dritt. Das hat zur Konsequenz, daß ein

| bewährtes Arbeitsprinzipdie

Fallberatung zu zweit aufge­geben werden mußte und somit ein wichtiger Teil jedes Bera­tungsprozesses, die Reflexion über diesen, erschwert ist. Au­ßerdem bedarf es von unserer Seite erheblicher Anstrengun­gen, um zwischen Anmeldung und Erstkontakt nicht zuviel Zeit verstreichen zu lassen. Wir ha­ben die Hoffnung, daß im Zuge

‚der Neu-Strukturierung der Uni­

versität und des Fachbereiches Psychologie die personelle Be­setzung der EBS nicht aus dem Auge verloren wird, damit die Universität diese so notwendige Dienstleistung für das Potsda­mer Territorium weiter gewähr­leisten kann. Auch möge bedacht werden, daß die EBS ein wichti­ger Eckpfeiler in der Ausbildung der Diplom-Psychologen und der Beratungslehrer darstellen soll. Gegenwärtig betreuen wir sechs Praktikanten der Ausbildungs­richtungBeratungslehrer und eine Praktikantin der Fachhoch­schule Potsdam des Fachberei­ches Sozialwesen. Dr. I. König Erziehungsberatungs­stelle

Jetzt auch Diplompsycholo­genausbildung in Potsdam

Große strukturelle Veränderun­gen an der Potsdamer Universi­tät werden sichtbar, so auch im Fachbereich Psychologie, der in diesem Studienjahr erstmalig ein Psychologiestudium ermöglicht. Die Potsdamer Universität er­weitert damit ihr Studienange­bot und wird neben Berlin, Leipzig, Jena, Dresden, Greifs­wald zu einem weiteren Zen­trum für diese akademische Aus­bildungsrichtung in den neuen Bundesländern. Nach aufwendigen konzeptionel­len Vorarbeiten der Strukturkom­mission und des Fachbereiches Psychologie ist nun dieser Stu­diengang formal sowie inhalt­lich abgesichert. Die Diplomausbildung der Psy­chologen wird auf drei sachlich ineinandergreifende, mit der Ge­staltung der Lehrerbildung ko­ordinierte Forschungs- und Be­rufsfelder ausgerichtet: Entwicklungsförderung im Kindes- und Jugendalter schulische und berufliche Be­ratung sowie berufliche Bildung am Arbeits­platz. Über zentrale Ausschreibungen bezüglich der Studiermöglich­keiten in der Bundesrepublik wurden die ersten 30 Studenten immatrikuliert. Das Studium umfaßt eine Regel­studienzeit von neun Semestern und schließt mit der Qualifika­tion Diplom-Psychologe ab. Der erste Ausbildungsabschnitt (Grundstudium) von vier Seme­stern wird mit der Diplom-Vor­prüfung abgeschlossen, deren Bestehen Voraussetzung für die Zulassung zur Hauptprüfung ist. Der zweite Abschnitt umfaßt fünf Semester und endet mit der Di­plomprüfung. Die inhaltliche Ge­staltung der Ausbildung erfolgt u. a. durch die psychologischen Disziplinen: Allgemeine Psychologie Persönlichkeits- und Differen­tielle Psychologie Entwicklungspsychologie

Biopsychologie Methodenlehre Sozialpsychologie Statistik Diagnostik Pädagogische Psychologie Klinische Psychologie Arbeits-, Betriebs- und Orga­nisationspsychologie Studienbegleitende Praktika sind in diese Ausbildung eingeschlos­sen sowie ein Praxishalbjahr. Dieses Praxishalbjahr soll den Studenten die Möglichkeit ge­ben, sich über die eigentliche Be­rufspraxis der Psychologen ex­emplarisch in einem speziellen Berufsfeld zu orientieren, die An­wendung und Bewertung psy­chologischer Arbeitstechniken und Vorgehensweisen in diesem Bereich zu erlernen und erwor­bene Fachkompetenzen unter Anleitung zu praktizieren. Im Ergebnis der Psychologieaus­bildung sind dann Einsätze in klinischen, pädagogischen, so­zialen, arbeitsorganisatorischen Berufsfeldern möglich. Es ist uns ein Bedürfnis, der I. Matrikel viel Freude im Psy­chologie-Studium und viel Er­folg bei der Bewältigung ihrer Studienaufgaben zu wünschen. Dr. Herboth, FB Psychologie

TV& Computer Center Groß SOFTWARE SERVICE

Wir verschicken kostenlos:

PUBLIC DOMAIN SHAREWARE

Katalog Disketten 3,5" und 51/4"

gegen Rückporto 2,00 DM Briefmarken

In

Ihren Brief bitte an:

TV& Computer Center Groß E.-Thälmann-Str. 85 O-1590 Potsdam

ABSENDER NICHT VERGESSEN!