Heft 
(1.1.2019) 18
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STUDENTEN

Nr. 18/92 Seite 11

Per Brief wurden wir im August diesen Jahres(also in den Seme­sterferien!) durch das Studenten­werk Potsdam über die neuen Mietpreise ab 1. 10. 1992 in Kenntnis gesetzt.

Die Steigerungen lagen, im Ver­gleich zu den bis 31.9. 1992 gültigen Mieten, zwischen 60 und 100 Prozent. Im Begleit­schreiben des Studentenwerkes berief man sich auf die zweite Berechnungsverordnung(BV), die Kostenabrechnungen für 1991 und das Ziel, perspekti­visch kostendeckend zu wirt­schaften.

Die wenigen Studenten, die zu diesem Zeitpunkt anwesend waren, empörten sich im kleinen Kreis, die anderen bekamen zu Semesterbeginn das große Stau­nen.

Da allgemeines Unverständnis über die neuen Mieten vorhan­den war, nahmen sich einige von uns die Zeit, die Kostenauf­schlüsselung des Studentenwer­kes zu studieren und stießen auf Kostenpunkte, die eigentlich nicht von ohnehin sozial schwach gestellten Studenten getragen werden sollten. Daraus abgelei­tet, bildete sich die sogenannte IG Studentisches Wohnrecht, welche als erstes einen Forde­rungskatalog erarbeitete, der sowohl der Studentenschaft als auch den einzelnen Fraktionen des Landtages zugänglich ge­macht wurde. Dazu folgten im weiteren Verlauf eine Unter­

schriftensammlung(1200 ge­sammelte Stimmen) und am 28. 10. 1992 eine Demonstration vor dem Landtag, auf der wir öf­fentlich auf unser Problem auf­merksam machten und Minister Enderlein die Unterschriften übergaben. Einziges Ergebnis war die Zusicherung von Ge­sprächen von seiten der SPD und der PDS und die Planung einer

Druckmittel weg, aber gleich­zeitig die Konstruktivität der ausstehenden Gespräche nicht gefährdet.

Daß diese Sorge unnötig war, zeigte der Verlauf des Gesprä­ches: Fraktionsvertreter der PDS, die auch Gesprächsbereitschaft signalisiert hatten, wurden durch die Vertreter der SPD von vorn­herein ausgegrenzt, obwohl wir

Studenten-Demo gegen Mietwillkür

Zustandsbegehung im Unikom­plex Golm für den 3. 11.1992. Einige von uns hatten echte Erwartungen an letztere ge­knüpft, die in der Endkonsequenz zur vorläufigen Aussetzung des geplanten Teilmietboykotts führ­ten. Wir hätten uns nicht ohne konsequente Schritte in Gesprä­che mit ökonomisch Mächtige­ren einlassen sollen. Damit war zwar unser einziges wirksames

Foto: Tribukeit

eingeladen hatten! Eigentlich hätten wir an dieser Stelle gehen müssen, aber wir wollten reden und legten unsere Forderungen noch einmal konkret dar. Nach­dem sich schon Wissenschafts­ministerium, SPD und Studen­tenwerk gegen letzteres ausge­sprochen hatten, ging auch ein SPD-Fraktionsmitglied, das sich bis dahin für unsere Vorstellun­gen nach Anlehnung an das so­

Wir haben Zeıt für Ste

ziale Mietrecht(d. h. Mietbin­dung, Mietminderungsklauseln, Wohngeld als Zuschuß nicht als Darlehen) eingesetzt hatte, davon ab. Eine Anpassung der Mieten an die Wohnqualität (keine Mietminderung) bzw. eine höhere Stützung der Altlasten­behebung durch das Land wird es also nicht geben. Unterm Strich kamen nur Nebensächlich­keiten heraus!

Dem Studentenwerk werfen wir vor, nicht genug finanzielle Unterstützung vom Land zu for­dern. Als Interessenvertreter der Studenten sollte es keine Mario­nette des Landes sein. Den Poli­tikern werfen wir Ignoranz vor. Wir Studenten haben keine Lust, die Politiker- und Finanzgebah­ren das Landes auch noch durch

| Abwarten und Schweigen zu

legitimieren bzw. zu bestärken. Unsere Antwort darauf: Teilwei­ser Mietboykott in Form. der

% Weiterzahlung der alten Mieten

(September 1992) bis zu annehm­baren Regelungen über Mietrecht und-höhe. Wir hoffen auf Rückhalt in der Studentenschaft und Verständ­nis bei unseren Lehrkräften. IG Studentisches Wohnen

Kontaktadresse: StuRa der Uni Potsdam Am Neuen Palais 10/ (F-Baracke)

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