Heft 
(1.1.2019) 18
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Nr. 18/92 Seite 12

WISSENSCHAFT

Das TransferprojektWINGS

Eine erfolgversprechende Zusammenarbeit der Universitäten Potsdam und Saarbrücken

Hinter dem KürzelWINGS verbirgt sich der Bandwurmna­meWissensvermittlung und Informationstechnologien in den Geistes- und Sozialwissenschaf­ten als Titel für ein Projekt, in dem die Universität Potsdam und Saarbrücken gemeinsame Unter­suchungen zum Computereinsatz in diesem Bereich anstellen. Bereits im Jahre 1990 begannen die organisatorischen und theo­retischen Vorüberlegungen un­ter der Leitung von Prof. A. Raasch auf Saarbrücker und Prof. Dr. K. Wedel auf Potsdamer Seite. Lohn der Mühe war die Genehmigung des Transferpro­jektes im Sommer diesen Jahres, mit dem drei neue befristete Mitarbeiterstellen geschaffen werden konnten.

Die Ziele des Projekts bestehen

in der Bündelung und Aufarbei­tung vorliegender Erfahrungen und Kenntnisse beim Einsatz moderner Rechentechnik in For­schung, Lehre und Studium der Geistes- und Sozialwissenschaf­ten sowie in der Erarbeitung neuer Modelle für die Compu­ternutzung in diesen Fächern. Die Zahl der beteiligten Bereiche spiegelt fast das gesamte Spek­trum der Geistes- und Sozialwis­senschaften wider(Anglistik; Romanistik; Germanistik; So­zialwissenschaft; Psychologie; Geschichte sowie außerdem In­formatik). Die Ergebnisse sollen zum einen den Studenten zugute kommen, zum anderen aber auch den in Forschung und Lehre täti­gen Mitarbeitern. Der Transfer­Charakter des Projekts wird durch eine Reihe geplanter fachüber­

greifender und fachspezifischer Workshops und Symposien un­terstrichen, außerdem durch ge­genseitige Lehrveranstaltungen an der Partneruniversität und die gemeinsamen Besuche von Wei­terbildungslehrgängen.

In der ersten Arbeitsphase bis zum Frühjahr 1993 entwickeln die Mitarbeiter in Saarbrücken und Potsdam einen Grundkurs Die Einführung der EDV in den Geisteswissenschaften, der den Studenten notwendige Kenntnis­se und Fertigkeiten am Compu­ter vermitteln soll. Auf dieser Grundlage soll es ihnen gelin­gen, den Anforderungen des Studiums von der Seminar- bis zur Magisterarbeit besser ge­wachsen zu sein und rationeller zu arbeiten. Nach der Erprobung an beiden Universitäten und der

Weiterentwicklung sollen die erarbeiteten Materialien veröf­fentlicht und so auch anderen Lehreinrichtungen zugänglich gemacht werden. Für die Mitar­beiter sind Weiterbildungsver­anstaltungen und-material über Datenbanken und Netzwerke vorgesehen. Am Ende des Pro­jektes soll eine fachübergreifen­de gemeinsame Buchpublikation zu Problemen und Möglichkei­ten der EDV in den Geistes- und Sozialwissenschaften stehen. Außerdem stellen beide Seiten gegenwärtig Vorüberlegungen an, die in die Beantragung eines gemeinsamen langfristigen Mo­dellversuches zur Effektivierung des Studiums mit Hilfe des Rech­nereinsatzes münden können.

Thomas Herzog

Hilfe für Studenten und Wissenschaftler

Fortsetzung von PUZ 17/92, Ss. 12

Studenten ans WIN

Eine stärkere Öffnung des Wis­senschaftsnetzes für Studenten kann nicht nur ihr Studium be­

reichern. Erfahrung im Umgang

mit computergestützten Kom­munikationsdiensten ist auch eine wichtige Zusatzqualifika­tion für viele Bereiche in Wis­senschaft und Wirtschaft. Die Öffnung des WIN für Studenten erfordert es, Zugangsmöglich­keiten von Rechnerarbeitsplät­zen aus dem Computer-Investi­tions-Programm(CIP) oder von häuslichen PCs zu schaffen. Diese Aufgabe kann nicht vom DFN- Verein übernommen wer­den, sie setzt entsprechendes En­gagement und Initiativen in den einzelnen Wissenschaftseinrich­tungen voraus. Der DFN- Verein ist jedoch bereit, Mitgliedsinsti­tutionen bei der Realisierung ent­sprechender Vorhaben zu unter­stützen.

Ein erstes Projekt mit dieser Ziel­

richtung ist die DaWIN-Initiati­ve, die von drei Jura-Studenten an der Universität Münster ins Leben gerufen wurde. Die Ini­tiative soll es Studenten er­möglichen, die Dienste im Deut­schen Forschungsnetz von den universitären CIP-Arbeitsplät­zen(Computer-Investitions-Pro­gramm) und auch vom häusli­chen Arbeitsplatz aus zu nutzen. Das Projekt wird vom Lande Nordrhein-Westfalen gefördert und vom DFN-Verein und von Computer-Herstellern unter­stützt. Studenten, die bereits einen Computer besitzen, kön­nen mit vergleichsweise gerin­gen Zusatzinvestitionen für ein Modem und eine Terminal-Soft­ware über das Telefonnetz von zuhause eine Verbindung zu eigens dafür eingerichteten Zu­gängen am lokalen Rechenzen­trum der Universität Münster auf­bauen. Dort können sie beispiels­weise ein uniweites Informa­tionssystem abrufen. Die Kom­munikation über das WIN mit entfernten Partnern ist ebenfalls

möglich, allerdings muß dazu eine Zulassung(Account) bean­tragt werden.

Wissenschaft braucht schnelle Datennetze

Mit dem Deutschen Forschungs­netz verfügt die deutsche Wis­senschaft über eine zuverlässige Infrastruktur für die Datenkom­munikation, die in den letzten Jahren ständig verbessert wor­den ist. Die Entwicklung des DFN ist damit jedoch keinesfalls abgeschlossen. Im Gegenteil: Der stürmische Leistungszu­wachs von Arbeitsplatzrechnern und lokalen Netzen macht im­mer neue Anwendungen mög­lich und stellt auch die Weitver­kehrsnetze vor große Herausfor­derungen. Wissenschaft und For­schung in Deutschland fordern seit längerem Hochgeschwindig­keits-Datennetze auch um die Chancengleichheit deutscher Hochschulen im internationalen Wettbewerb zu wahren.

Bereits heute gibt es in Wissen­

schaft und Forschung viele An­wendungen und Verfahren, die die Übertragung sehr großer Da­tenmengen erforderlich machen. Das können beispielsweise Meß­daten sein, die bei einem Experi­ment erfaßt werden und zur Auswertung zu einem Supercom­puter an einem entfernten Stand­ort geschickt werden müssen. Auch die bei der Auswertung gewonnenen Ergebnisse können gewaltige Ausmaße annehmen. Oftmals lassen sich Ergebnisse nur dann in angemessener Zeit verstehen und begreifen, wenn sie in visualisierter Form vorlie­gen. Die Bilddaten, die dazu über das Netz übertragen werden, sind sehr umfangreich, besonders wenn zu einer differenzierten Darstellung hohe Auflösungen und viele Ausdrucksgrößen (Farbe, Helligkeit) nötig sind. Dynamische Vorgänge erfordern sogar die Übertragung von gan­zen Sequenzen bewegter Bilder. Pressematerial.

Fortsetzung folgt.