Nr. 7/93— Seite 6
BERATUNGSSTELLE
ABAKÜS(S)CHEN
Beratungsstelle zur Förderung rechenschwacher Kinder eingerichtet
AB AKÜS( S) CHEN Zehner-, Hunderter-, Tausen-„ABAKÜS(S)CHEN“(Abakus
Mathematik ist nicht jedermanns Sache! Bei einer Rechenschwäche allerdings handelt es sich um eine Teilleistungsschwäche im mathematischen Bereich bei allgemein„normalen“‘ intellektuellen Voraussetzungen. In anderen Fächern können durchschnittliche bis sehr gute Leistungen gezeigt werden. 6% der Schüler in den Altbundesländern sind damit konfrontiert. Festgestellt werden kann die Dyskalkulie(so die wissenschaftliche Bezeichnung), wenn z. B. folgende Erscheinungsbilder bei Kindern vor allem in den ersten Grundschuljahren sichtbar werden: — wenig oder gar kein Verständnis für Mengen und Zahlen; — Rechenabläufe werden„mechanisch“ durchgeführt, nicht verstanden;
der-Überschreitungen werden nur schwer oder gar nicht erreicht;
— Stellenwerte und Zahlenaufbau werden nicht verstanden (aus 12 wird 21);
— Ziffern werden seitenverkehrt geschrieben.
Solche Rechenschwächen erge
ben sich nicht von selbst. Des
halb sollten sie so früh wie möglich erkannt werden, damit schnell und erfolgreich spezielle
Fördermaßnahmen eingeleitet
und durchgeführt werden kön
nen. Diese Erkenntnisse ließen nach gründlichen Recherchen
Grudrun Klewitz(FG Mathe
matik-Didaktik) und Dr. Ange
lika Köhnke(FG Psychologie) aus dem Fachbereich Primarstufe der Universität Potsdam die
Idee reifen, eine„Beratungsstel
le zur Förderung rechenschwa
cher Kinder“ ins Leben zu rufen.
In Deutschland gibt es nur ver
einzelt unterschiedliche dies
bezügliche Bemühungen. An den Universitäten in Bielefeld und Göttingen beschäftigt man sich mit dieser Thematik. Die
Überlegungen der Potsdamer
Initiatorinnen gingen dahin, ei
nen systemhaften Ansatz zu fin
den und ihn an unserer Universität zu realisieren.
Lehrerinnen, Eltern und andere Interessierte fanden sich zur
Eröffnung von„ABAKÜS(S)CHEN“ ein.
Foto: Eckardt
Studenten befragen Unternehmer
ist die Bezeichnung für ein antikes Rechenbrett.) gibt es offiziell seit dem 7. April 1993 in den Räumen der Förderschule für Lernbehinderte(10) in der Potsdamer Albert-Klink-Straße. Umfangreiche Vorbereitungen gingen der Gründung voraus. So haben sich G. Klewitz und Dr. Köhnke einen Helferkreis aufgebaut, der die Möglichkeit bietet, sich zu informieren, sich beraten und anregen zu lassen. Eine Kinderärztin, eine Kinderneurologin, der für Potsdam Stadt und Land einzige Schulpsychologe gehören neben den Genannten dazu.
Weiterhin will man die Diagnose- und Förderkompetenzen der LehrerInnen stärken. OGesprächskreise, Vorträge und der Erfahrungsaustausch sollen für die Eltern der betroffenen Kinder Hilfestellungen geben, damit sie die auftretenden Schwierigkeiten besser bewältigen können. Eine kontinuierliche Zusammenarbeit mit dem Helferkreis, dem Schulamt, der Elterninitiative zur Förderung rechenschwacher Kindere. V. und auch mit der Erziehungsberatungsstelle der Universität Potsdam wird angestrebt.
Da mit verstärkten Übungen den rechenschwachen Kindern nicht geholfen werden kann— sie denken in bildlichen Mustern— besteht das Hauptziel der Beratungsstelle in Zusammenarbeit mit den Eltern und LehrerInnen darin, einen individuellen Förderplan für jedes Kind aufzustellen.
Mittwochs in der Zeit von 13.30 bis 17.30 Uhr sind kompetente Gesprächspartner in der Beratungsstelle(Tel.: 2 17 96) zu erreichen. Am gleichen Tag werden 14tägig von 16.00 bis 17.30 Uhr Vorträge angeboten.
Informationen sind auch direkt bei G. Klewitz(Tel.: 9 76 24 77) oder Dr. Köhnke(Tel.: 9 76 23 58) zu erhalten.
Dr. Barbara Eckardt
Wie viele Unternehmen gibt es in Potsdam? Diese Frage kann derzeit keiner schlüssig und zuverlässig beantworten. Die bisher vorhandene Gewerbekartei entspricht nicht in jedem Falle den Anforderungen der Stadtentwicklung und der Stadtforschung. Um den Grundstein für ein fortzuschreibendes Betriebsstättenkataster der Stadt Potsdam zu legen, haben sich das Amt für Wirtschaftsförderung beim Magistrat, Dezernat für Stadtentwicklung, Wirtschaft und Gewerbe sowie der Fachbereich Geographie, Institut für Wirtschafts- und Sozialgeographie per Vertrag zusammengetan. Unter der Leitung von Doz. Dr. habil. Hans Vierig und Dr. Scarlett Büssow führen seit Mitte Januar und noch bis Mitte Mai 48 StudentInnen, vor allem des 4. bis 6. Semesters, verschiedener Fachbereiche(vorrangig Geographie) der Universität Potsdam Befragungen durch. Die StudentInnen suchen in ihren Wohngebieten nach entsprechenden Unternehmen. Sie erfassen, wenn das Einverständnis vorliegt, Betriebsdaten. Auskünfte werden ebenso erbeten zu kurz- und mittelfristigen Veränderungen, zu Betriebsstandortproblemen und zu Veränderungen hinsichlich Flächenbedarf. Die Stadt ist interessiert an der Auswertung der Daten zur Analyse der Wirtschaftsstruktur Potsdams(Branchen, Zahl der Beschäftigten, Flächen, Güter- und Warengruppen). Verwendung finden die nicht personengebunden gespeicherten Angaben natürlich z. B. auch für die Stadtforschung des Universitätsinstituts. Man darf also auf die Nutzung der von den Studenten erhobenen Daten gespannt sein.
B. E.