Heft 
(1.1.2019) 07
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Nr. 7/93 Seite 6

BERATUNGSSTELLE

ABAKÜS(S)CHEN

Beratungsstelle zur Förderung rechenschwacher Kinder eingerichtet

AB AKÜS( S) CHEN Zehner-, Hunderter-, Tausen-ABAKÜS(S)CHEN(Abakus

Mathematik ist nicht jeder­manns Sache! Bei einer Rechenschwäche al­lerdings handelt es sich um eine Teilleistungsschwäche im ma­thematischen Bereich bei allge­meinnormalen intellektuellen Voraussetzungen. In anderen Fächern können durchschnittli­che bis sehr gute Leistungen gezeigt werden. 6% der Schüler in den Altbundesländern sind damit konfrontiert. Festgestellt werden kann die Dyskalkulie(so die wissen­schaftliche Bezeichnung), wenn z. B. folgende Erscheinungsbil­der bei Kindern vor allem in den ersten Grundschuljahren sicht­bar werden: wenig oder gar kein Verständ­nis für Mengen und Zahlen; Rechenabläufe werdenme­chanisch durchgeführt, nicht verstanden;

der-Überschreitungen wer­den nur schwer oder gar nicht erreicht;

Stellenwerte und Zahlenauf­bau werden nicht verstanden (aus 12 wird 21);

Ziffern werden seitenverkehrt geschrieben.

Solche Rechenschwächen erge­

ben sich nicht von selbst. Des­

halb sollten sie so früh wie möglich erkannt werden, damit schnell und erfolgreich spezielle

Fördermaßnahmen eingeleitet

und durchgeführt werden kön­

nen. Diese Erkenntnisse ließen nach gründlichen Recherchen

Grudrun Klewitz(FG Mathe­

matik-Didaktik) und Dr. Ange­

lika Köhnke(FG Psychologie) aus dem Fachbereich Primarstu­fe der Universität Potsdam die

Idee reifen, eineBeratungsstel­

le zur Förderung rechenschwa­

cher Kinder ins Leben zu rufen.

In Deutschland gibt es nur ver­

einzelt unterschiedliche dies­

bezügliche Bemühungen. An den Universitäten in Bielefeld und Göttingen beschäftigt man sich mit dieser Thematik. Die

Überlegungen der Potsdamer

Initiatorinnen gingen dahin, ei­

nen systemhaften Ansatz zu fin­

den und ihn an unserer Universi­tät zu realisieren.

Lehrerinnen, Eltern und andere Interessierte fanden sich zur

Eröffnung vonABAKÜS(S)CHEN ein.

Foto: Eckardt

Studenten befragen Unternehmer

ist die Bezeichnung für ein anti­kes Rechenbrett.) gibt es offi­ziell seit dem 7. April 1993 in den Räumen der Förderschule für Lernbehinderte(10) in der Potsdamer Albert-Klink-Straße. Umfangreiche Vorbereitungen gingen der Gründung voraus. So haben sich G. Klewitz und Dr. Köhnke einen Helferkreis auf­gebaut, der die Möglichkeit bie­tet, sich zu informieren, sich beraten und anregen zu lassen. Eine Kinderärztin, eine Kinder­neurologin, der für Potsdam Stadt und Land einzige Schul­psychologe gehören neben den Genannten dazu.

Weiterhin will man die Diagno­se- und Förderkompetenzen der LehrerInnen stärken. OGe­sprächskreise, Vorträge und der Erfahrungsaustausch sollen für die Eltern der betroffenen Kin­der Hilfestellungen geben, da­mit sie die auftretenden Schwie­rigkeiten besser bewältigen kön­nen. Eine kontinuierliche Zu­sammenarbeit mit dem Helfer­kreis, dem Schulamt, der Eltern­initiative zur Förderung rechen­schwacher Kindere. V. und auch mit der Erziehungsberatungs­stelle der Universität Potsdam wird angestrebt.

Da mit verstärkten Übungen den rechenschwachen Kindern nicht geholfen werden kann sie den­ken in bildlichen Mustern be­steht das Hauptziel der Bera­tungsstelle in Zusammenarbeit mit den Eltern und LehrerInnen darin, einen individuellen För­derplan für jedes Kind aufzustel­len.

Mittwochs in der Zeit von 13.30 bis 17.30 Uhr sind kompetente Ge­sprächspartner in der Beratungs­stelle(Tel.: 2 17 96) zu erreichen. Am gleichen Tag werden 14tägig von 16.00 bis 17.30 Uhr Vorträge angeboten.

Informationen sind auch direkt bei G. Klewitz(Tel.: 9 76 24 77) oder Dr. Köhnke(Tel.: 9 76 23 58) zu erhalten.

Dr. Barbara Eckardt

Wie viele Unternehmen gibt es in Potsdam? Diese Frage kann derzeit keiner schlüssig und zuverlässig beant­worten. Die bisher vorhandene Gewerbekartei entspricht nicht in jedem Falle den Anforderun­gen der Stadtentwicklung und der Stadtforschung. Um den Grundstein für ein fortzuschrei­bendes Betriebsstättenkataster der Stadt Potsdam zu legen, haben sich das Amt für Wirt­schaftsförderung beim Magistrat, Dezernat für Stadtentwicklung, Wirtschaft und Gewerbe sowie der Fachbereich Geographie, Institut für Wirtschafts- und Sozialgeographie per Vertrag zusammengetan. Unter der Leitung von Doz. Dr. habil. Hans Vierig und Dr. Scar­lett Büssow führen seit Mitte Januar und noch bis Mitte Mai 48 StudentInnen, vor allem des 4. bis 6. Semesters, verschiede­ner Fachbereiche(vorrangig Geographie) der Universität Potsdam Befragungen durch. Die StudentInnen suchen in ih­ren Wohngebieten nach entspre­chenden Unternehmen. Sie er­fassen, wenn das Einverständnis vorliegt, Betriebsdaten. Aus­künfte werden ebenso erbeten zu kurz- und mittelfristigen Verän­derungen, zu Betriebsstandort­problemen und zu Veränderun­gen hinsichlich Flächenbedarf. Die Stadt ist interessiert an der Auswertung der Daten zur Ana­lyse der Wirtschaftsstruktur Pots­dams(Branchen, Zahl der Be­schäftigten, Flächen, Güter- und Warengruppen). Verwendung finden die nicht personengebun­den gespeicherten Angaben na­türlich z. B. auch für die Stadt­forschung des Universitätsinsti­tuts. Man darf also auf die Nutzung der von den Studenten erhobe­nen Daten gespannt sein.

B. E.