KULTUR/STUDIUM
Nr. 15/93— Seite 11
Endgültige Emanzipation einer nicht mehr„Studentenbühne“
„JELISAWETA BAM“ im Lindenpark
Was sich am 6. Oktober dem Zuschauer im Lindenpark bot, war durchdachtes, durchgespieltes und durchgehaltenes „Profi‘“-Theater, jedoch keineswegs mehr Laien- oder Studentenbühne! Die Unterstützung der Universität hat an dieser Stelle Früchte getragen. Dies sollte Mut machen, den eingeschlagenen Weg weiter zu gehen. Was wurde gezeigt: bedrückend Aktuelles und Zeitloses Zzugleich, aufgelöst in Bildern apokalyptischen Ursprungs. Überraschend logisch erscheint die Stückauswahl, obwohl Daniil Charms bereits 1942 in einem Leningrader Gefängnis Vverstarb. Einige Szenen verweisen fast prophetisch auf die nur mit Auschwitz vergleichbaren Phänomene der totalen Vernichtung alles Menschlichen.
Absurdes Theater lebt im Gegensatz zum existentialistischen Debattierstück von einzelnen Schauspielerleistungen. Die Akteure auf der Bühne trugen dem Rechnung; man merkte die überschwengliche Spielfreude, die den Zuschauer sofort in den Bann zog. Einzelne schauspielerische Leistungen herauszuheben, wäre an dieser Stelle ungerecht; zu loben ist die durch jeden Spieler hervorragend untersetzte Ensemblevorstellung. Nun bietet das Stück natürlich— was bei der Wahl durch den Regisseur sicherlich keine unwesentliche Rolle spielte— genügend Spielraum, um auf der Bühne voll aus sich herauszugehen. Vielfältig ist das Spektrum literarischer und_theatergeschichtlicher Anspielungen. Der Schrank als zweiter Ein- und Ausgang, dem zwei Gestalten
Studenten der Freizeitpädagogik schufen dieses Objekt, welches auf dem Universitätsgelände in Golm seinen Platz gefun
den hat.
Foto: Eckardt
entsteigen, die sofort an die Prügler aus Kafkas„Prozeß“ erinnern uund gleichzeitig Wladimir und Estragon in S. Bekketts„Warten auf Godot“ antizipieren, seien in diesem Zusammenhang nur stellvertretend genannt. Gleichsam gewinnt der Zuschauer auch und gerade am permanenten Wechsel von Tragik und Komik Spaß, obwohl das sogenannte befreiende Lachen immer wieder im Halse steckenbleibt. Bei aller Betroffenheit der bedrückenden Finsternis der(Un)Handlung auf der Bühne, der Theaterfreund verließ nicht unendlich zermürbt die Spielstätte im Lindenpark. Man hatte einen interessanten und anregenden Abend dank des Stückes und der Schauspielerleistungen gewonnen. Wer kann das schon jeden Abend von sich behaupten? P. Görlich
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Physik-ERASMUS
Alles deutet darauf hin, das ERASMUS-Programm wird ein voller Erfolg. Organisiert von Professoren verschiedener europäischer Länder, trafen sich im September Studenten und Professoren zu einem Intensivkurs in Lissabon. Die Vorlesungen, gehalten von Physikern und Ingenieuren, vermittelten Sowohl Grundlagen als auch neuste Resultate der Forschung auf dem Gebiet der Elektrete.
Für alle war es auch eine Gelegenheit, sich persönlich näher kennenzulernen, so zum Beispiel bei einem gemütlichen Abendessen in einem Restaurant mit dem für Portugal typischen Fado. Eine Form des Gesanges, den man nur in diesem Teil der Welt findet.
Geplant sind noch weitere Workshops dieser Art. Der nächste wird sich schon im kommenden Jahr mit„smart materials‘ beschäftigen. Das Programm wird finanziell von der Europäischen Gemeinschaft BSHAESP: Fischer, Hopfner
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