Heft 
(1.1.2019) 15
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KULTUR/STUDIUM

Nr. 15/93 Seite 11

Endgültige Emanzipation einer nicht mehrStudentenbühne

JELISAWETA BAM im Lindenpark

Was sich am 6. Oktober dem Zuschauer im Lindenpark bot, war durchdachtes, durchge­spieltes und durchgehaltenes Profi-Theater, jedoch keines­wegs mehr Laien- oder Studen­tenbühne! Die Unterstützung der Universität hat an dieser Stelle Früchte getragen. Dies sollte Mut machen, den einge­schlagenen Weg weiter zu ge­hen. Was wurde gezeigt: bedrückend Aktuelles und Zeitloses Zzu­gleich, aufgelöst in Bildern apo­kalyptischen Ursprungs. Über­raschend logisch erscheint die Stückauswahl, obwohl Daniil Charms bereits 1942 in einem Leningrader Gefängnis Vver­starb. Einige Szenen verweisen fast prophetisch auf die nur mit Auschwitz vergleichbaren Phä­nomene der totalen Vernichtung alles Menschlichen.

Absurdes Theater lebt im Ge­gensatz zum existentialistischen Debattierstück von einzelnen Schauspielerleistungen. Die Akteure auf der Bühne trugen dem Rechnung; man merkte die überschwengliche Spielfreude, die den Zuschauer sofort in den Bann zog. Einzelne schauspiele­rische Leistungen herauszuhe­ben, wäre an dieser Stelle unge­recht; zu loben ist die durch je­den Spieler hervorragend unter­setzte Ensemblevorstellung. Nun bietet das Stück natürlich was bei der Wahl durch den Regisseur sicherlich keine un­wesentliche Rolle spielte ge­nügend Spielraum, um auf der Bühne voll aus sich herauszuge­hen. Vielfältig ist das Spektrum literarischer und_theaterge­schichtlicher Anspielungen. Der Schrank als zweiter Ein- und Ausgang, dem zwei Gestalten

Studenten der Freizeitpädagogik schufen dieses Objekt, wel­ches auf dem Universitätsgelände in Golm seinen Platz gefun­

den hat.

Foto: Eckardt

entsteigen, die sofort an die Prügler aus KafkasProzeß erinnern uund gleichzeitig Wla­dimir und Estragon in S. Bek­kettsWarten auf Godot antizi­pieren, seien in diesem Zusam­menhang nur stellvertretend genannt. Gleichsam gewinnt der Zuschauer auch und gerade am permanenten Wechsel von Tra­gik und Komik Spaß, obwohl das sogenannte befreiende La­chen immer wieder im Halse steckenbleibt. Bei aller Betrof­fenheit der bedrückenden Fin­sternis der(Un)Handlung auf der Bühne, der Theaterfreund verließ nicht unendlich zermürbt die Spielstätte im Lindenpark. Man hatte einen interessanten und anregenden Abend dank des Stückes und der Schauspielerlei­stungen gewonnen. Wer kann das schon jeden Abend von sich behaupten? P. Görlich

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Physik-ERASMUS

Alles deutet darauf hin, das ERASMUS-Programm wird ein voller Erfolg. Organisiert von Professoren verschiedener euro­päischer Länder, trafen sich im September Studenten und Pro­fessoren zu einem Intensivkurs in Lissabon. Die Vorlesungen, gehalten von Physikern und Ingenieuren, vermittelten So­wohl Grundlagen als auch neu­ste Resultate der Forschung auf dem Gebiet der Elektrete.

Für alle war es auch eine Gele­genheit, sich persönlich näher kennenzulernen, so zum Bei­spiel bei einem gemütlichen Abendessen in einem Restaurant mit dem für Portugal typischen Fado. Eine Form des Gesanges, den man nur in diesem Teil der Welt findet.

Geplant sind noch weitere Workshops dieser Art. Der nächste wird sich schon im kommenden Jahr mitsmart materials beschäftigen. Das Programm wird finanziell von der Europäischen Gemeinschaft BSHAESP: Fischer, Hopfner

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