DAAD
Im vergangenen Jahr etwa um diese„Zeit wurde der erste Hochschulpartnerschaftsvertrag unserer Universität mit einer Hochschule in Übersee unterzeichnet.
Im Frühjahr 1993 wurden weitere Verträge rechtskräftig, so daß beim DAAD Gelder für die Realisierung verschiedenster Aktivitäten in beiden Richtungen(Gastaufenthalte in Potsdam und an den Partnereinrichtungen) beantragt werden konnten im Rahmen eines speziellen Programms, das Beteiligten unter„Westpartnerschaften‘“‘ bekannt ist(Förderung des Austausches von Wissenschaftlern, Hochschullehrern, Graduierten und Diplomanden der Hochschulen der neuen Bundesländer im Rahmen von Partnerschaften mit Hochschulen in westlichen Industrieländern‘‘).
Allen Unterzeichnungen der Verträge waren Verhandlungen mit den Partnern und intensive Gespräche in den Fachbereichen vorausgegangen, die ein begründetes Interesse an ausländischen Partnern und deren vorliegendes Gegeninteresse angeben konnten, wo sich konkrete Vorhaben, Kooperationsfelder, mögliche Studenten- und Dozentenmobilität abzeichneten.
Im_Frühjahrssemester 1993 suchten die verantwortlichen Mitarbeiter der AAA das persönliche Gespräch in den Fachbereichen, um über mögliche Kontakte innerhalb der geschlossenen Verträge zu informieren und besonderen Bedarf, spezielle„Wünsche‘“ in bezug auf wissenschaftliche Partner und Einrichtungen abzuklären.
Die Mehrzahl der Gespräche verlief konstruktiv und brachte allen Beteiligten Anregungen für die weitere Ausgestaltung der Auslandsbeziehungen der Fachbereiche und Fakultäten. Daß nicht alle Fachbereiche mit allen Partnern im Ausland kooperieren wollen, manchmal
Das AAA um TeNSÄSIUNG von Hochschulpartnerschaften bemüht
auch deren wissenschaftliche und internationale Reputation hinterfragen, scheint mir völlig normal und kein Hindernis zu sein, sondern vielmehr die Möglichkeit zu bieten, fachliche Akzente zu setzen, passende Partner zu suchen und auszuwählen, selbst aktiv zu werden und die Universität Potsdam international über Partner ins Gespräch zu bringen. Unsere Studenten und, wie sich zeigt, auch unsere Lehrkräfte sind durchaus bereit, an kleineren, überschaubaren, nicht unter die„TOP 10“ fallenden Hochschulen im Ausland zu studieren, zu forschen, zu lehren und Erfahrungen zu sammeln.
Pars pro toto sei hier Potsdam College of the State University of New York genannt, eine kleine Hochschule im Norden der USA mit hervorragenden Möglichkeiten für den Fachbereich Musik, da die Crane School of Music als eigenständige Fakultät über die Grenzen des Staates New York hinaus wirkt.
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Seit dem Wintersemester 1992 gibt es mit Potsdam College Studenten- und Dozentenaustausch in beiden Richtungen. Inzwischen sind hier in Potsdam die Fachbereiche Anglistik/Amerikanistik, Musik und Mathematik als entsendende Fachbereiche beteiligt, die Fachbereiche Musik, Anglistik, Mathematik und Germanistik als empfangende Partner.
Daß es sich dabei jeweils um ein bis zwei Studenten und ein bis zwei Lehrkräfte handelt, die gut geplant und aufeinander abge
stimmt in den jeweiligen Fachbereichen ausgetauscht werden, scheint in der Anfangsphase in einer solchen Partnerschaft
günstig, realisierbar und des- S
halb vertrauensbildend zu sein. Natürlich gab es Probleme, natürlich kam es zu hektischen Aktivitäten, um nicht bedachte, versäumte Dinge nachzuholen, um Informationsdefizite auszugleichen. Aber es läuft, es bewegt sich und lebt.
Ähnlich rege Aktivitäten gibt es bei der Realisierung des Hochschulpartnerschaftsvertrages mit Duke University, N. C. zu verzeichnen, den der Fachbereich Geschichte ganz wesentlich ausgestaltet.
Auf ein Problem, das allen Beteiligten in den Fachbereichen und im AAA zu schaffen macht, möchte ich: hier; ‚eingehen: DAAD-Gelder und DAADTermine: für deren Verwendung.
Nach der bisherigen Regelung durch den DAAD lagen die Bewerbungen für diese Mittel im Mai, die eigentliche Bewilligung erfolgte im Juli-August, die Verwendung war immer auf das laufende Kalender- und Haushaltsjahr begrenzt. Das brachte allen Fachbereichen enorme Probleme, weil zur eigentlichen Nutzung dieser Gelder nur die Zeit von August bis Mitte Dezember finanzrechtlich zulässig ist. Die Fachbereiche, die nach der Bewilligungszusage erst begonnen haben, ihre Partner über ihre geplanten, beantragten und bewilligten Vorhaben in Kenntnis zu setzen, gerieten dadurch natürlich unter Druck.
Daß dieses Vergabeverfahren von vornherein eine Kontinuität über das gesamte akademische bzw. Kalenderjahr ausschließt, liegt auf der Hand. Das wurde von uns und von anderen Auslandsämtern wiederholt nach Bonn signalisiert. Voraussichtlich wird 1994 die Antragsrunde in die ersten Monate vorver
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lagert werden, so daß zur Umsetzung der Programme mehr Zeit bleibt. In jedem Falle sollten die beantragenden Fachbereiche mit ihren Partnern bei der Planung der Aktivitäten für das kommende Jahr sowohl inhaltliche als auch zeitliche Fragen klären und sich auf einen geplanten Aufenthalt eines Gastdozenten bzw. eine geplante Ausreise an das Gastinstitut langfristig einrichten. Diese Kommunikation zwischen den Fachbereichen ist unerläßlich und kann nicht vom AAA geleistet werden. Im Zusammenhang mit den Partnereinrichtungen sei hier erwähnt, daß die erste Runde der hochschuloffenen Ausschreibung von Studienplätzen an diesen Hochschulen mit der Nominierung der Bewerber unserer Universität abgeschlossen ist und die Studenten nun auf die Akzeptanz durch die Partnereinrichtung warten. Nicht alle Bewerber konnten für die von ihnen gewünschten Universitäten vorgesehen werden, sie akzeptierten jedoch nach„Umlenkungsgesprächen‘‘ eine andere ihnen empfohlene Einrichtung, die ihren Studienvorhaben entspricht. Dieses Verfahren war möglich, weil die Zahl der eingegangenen Bewerbungen geringer als erwartet war. Wünschen wir den Studenten und den Partnerschaftsbeziehungen unserer Universität Erfolg.
Antje Bürger
AAA