Heft 
(1.1.2019) 18
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DAAD

Im vergangenen Jahr etwa um dieseZeit wurde der erste Hochschulpartnerschaftsver­trag unserer Universität mit ei­ner Hochschule in Übersee un­terzeichnet.

Im Frühjahr 1993 wurden wei­tere Verträge rechtskräftig, so daß beim DAAD Gelder für die Realisierung verschiedenster Aktivitäten in beiden Richtun­gen(Gastaufenthalte in Pots­dam und an den Partnereinrich­tungen) beantragt werden konn­ten im Rahmen eines speziellen Programms, das Beteiligten unterWestpartnerschaften bekannt ist(Förderung des Aus­tausches von Wissenschaftlern, Hochschullehrern, Graduierten und Diplomanden der Hoch­schulen der neuen Bundeslän­der im Rahmen von Partner­schaften mit Hochschulen in westlichen Industrieländern).

Allen Unterzeichnungen der Verträge waren Verhandlungen mit den Partnern und intensive Gespräche in den Fachberei­chen vorausgegangen, die ein begründetes Interesse an aus­ländischen Partnern und deren vorliegendes Gegeninteresse angeben konnten, wo sich kon­krete Vorhaben, Kooperations­felder, mögliche Studenten- und Dozentenmobilität abzeichne­ten.

Im_Frühjahrssemester 1993 suchten die verantwortlichen Mitarbeiter der AAA das per­sönliche Gespräch in den Fach­bereichen, um über mögliche Kontakte innerhalb der ge­schlossenen Verträge zu infor­mieren und besonderen Bedarf, spezielleWünsche in bezug auf wissenschaftliche Partner und Einrichtungen abzuklären.

Die Mehrzahl der Gespräche verlief konstruktiv und brachte allen Beteiligten Anregungen für die weitere Ausgestaltung der Auslandsbeziehungen der Fachbereiche und Fakultäten. Daß nicht alle Fachbereiche mit allen Partnern im Ausland ko­operieren wollen, manchmal

Das AAA um TeNSÄSIUNG von Hochschulpartnerschaften bemüht

auch deren wissenschaftliche und internationale Reputation hinterfragen, scheint mir völlig normal und kein Hindernis zu sein, sondern vielmehr die Möglichkeit zu bieten, fach­liche Akzente zu setzen, passen­de Partner zu suchen und auszu­wählen, selbst aktiv zu werden und die Universität Potsdam in­ternational über Partner ins Ge­spräch zu bringen. Unsere Stu­denten und, wie sich zeigt, auch unsere Lehrkräfte sind durchaus bereit, an kleineren, überschau­baren, nicht unter dieTOP 10 fallenden Hochschulen im Aus­land zu studieren, zu forschen, zu lehren und Erfahrungen zu sammeln.

Pars pro toto sei hier Potsdam College of the State University of New York genannt, eine klei­ne Hochschule im Norden der USA mit hervorragenden Mög­lichkeiten für den Fachbereich Musik, da die Crane School of Music als eigenständige Fakul­tät über die Grenzen des Staates New York hinaus wirkt.

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Seit dem Wintersemester 1992 gibt es mit Potsdam College Studenten- und Dozentenaus­tausch in beiden Richtungen. Inzwischen sind hier in Pots­dam die Fachbereiche Angli­stik/Amerikanistik, Musik und Mathematik als entsendende Fachbereiche beteiligt, die Fachbereiche Musik, Anglistik, Mathematik und Germanistik als empfangende Partner.

Daß es sich dabei jeweils um ein bis zwei Studenten und ein bis zwei Lehrkräfte handelt, die gut geplant und aufeinander abge­

stimmt in den jeweiligen Fach­bereichen ausgetauscht werden, scheint in der Anfangsphase in einer solchen Partnerschaft

günstig, realisierbar und des- S

halb vertrauensbildend zu sein. Natürlich gab es Probleme, na­türlich kam es zu hektischen Aktivitäten, um nicht bedachte, versäumte Dinge nachzuholen, um Informationsdefizite auszu­gleichen. Aber es läuft, es be­wegt sich und lebt.

Ähnlich rege Aktivitäten gibt es bei der Realisierung des Hoch­schulpartnerschaftsvertrages mit Duke University, N. C. zu verzeichnen, den der Fachbe­reich Geschichte ganz wesent­lich ausgestaltet.

Auf ein Problem, das allen Be­teiligten in den Fachbereichen und im AAA zu schaffen macht, möchte ich: hier; ‚eingehen: DAAD-Gelder und DAAD­Termine: für deren Verwen­dung.

Nach der bisherigen Regelung durch den DAAD lagen die Be­werbungen für diese Mittel im Mai, die eigentliche Bewilli­gung erfolgte im Juli-August, die Verwendung war immer auf das laufende Kalender- und Haushaltsjahr begrenzt. Das brachte allen Fachbereichen enorme Probleme, weil zur ei­gentlichen Nutzung dieser Gel­der nur die Zeit von August bis Mitte Dezember finanzrechtlich zulässig ist. Die Fachbereiche, die nach der Bewilligungszusa­ge erst begonnen haben, ihre Partner über ihre geplanten, be­antragten und bewilligten Vor­haben in Kenntnis zu setzen, ge­rieten dadurch natürlich unter Druck.

Daß dieses Vergabeverfahren von vornherein eine Kontinuität über das gesamte akademische bzw. Kalenderjahr ausschließt, liegt auf der Hand. Das wurde von uns und von anderen Aus­landsämtern wiederholt nach Bonn signalisiert. Voraussicht­lich wird 1994 die Antragsrun­de in die ersten Monate vorver­

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lagert werden, so daß zur Um­setzung der Programme mehr Zeit bleibt. In jedem Falle soll­ten die beantragenden Fachbe­reiche mit ihren Partnern bei der Planung der Aktivitäten für das kommende Jahr sowohl inhalt­liche als auch zeitliche Fragen klären und sich auf einen ge­planten Aufenthalt eines Gast­dozenten bzw. eine geplante Ausreise an das Gastinstitut langfristig einrichten. Diese Kommunikation zwischen den Fachbereichen ist unerläßlich und kann nicht vom AAA gelei­stet werden. Im Zusammenhang mit den Partnereinrichtungen sei hier erwähnt, daß die erste Runde der hochschuloffenen Aus­schreibung von Studienplätzen an diesen Hochschulen mit der Nominierung der Bewerber un­serer Universität abgeschlossen ist und die Studenten nun auf die Akzeptanz durch die Part­nereinrichtung warten. Nicht alle Bewerber konnten für die von ihnen gewünschten Universitäten vorgesehen wer­den, sie akzeptierten jedoch nachUmlenkungsgesprächen eine andere ihnen empfohlene Einrichtung, die ihren Studien­vorhaben entspricht. Dieses Verfahren war möglich, weil die Zahl der eingegange­nen Bewerbungen geringer als erwartet war. Wünschen wir den Studenten und den Partnerschaftsbezie­hungen unserer Universität Er­folg.

Antje Bürger

AAA