PORTRAT
Nr. 2/94 - Seite 5
Mathematiker ist jüngster Professor
Prof. Dr. Peter Maaß beschäftigt sich mit Inversen Problemen und Wavelet-Analysis Foto: Eckardt
-«am*
* ;
Schaut man in das Vorlesungsverzeichnis der Universität Potsdam, so findet sich unter dem Bereich Mathematik der Name Prof. Dr. rer. nat. habil. Peter Maaß. Er ist Sprecher der Abteilung Numerik, vertritt seit 1. April 1993 den Lehrstuhl und ist seit 1. Oktober 1993 für die Universität ernannter Professor.
Das Geburtsjahr 1959 verrät, daß der Mathematiker sich derzeit jüngster Professor an unserer Einrichtung nennen kann. Betrachtete man seinen Werdegang vom Studium in Karlsruhe, Cambridge und Heidelberg über die Promotion 1988 in Berlin und die Habilitation 1993 in Saarbrücken, so ist festzustellen, das seine Entwicklung kontinuierlich und ohne Zeitverzug aufwärts verläuft. „Wenn ich mir fünf Städte in Deutschland als Tätigkeitsorte hätte aussuchen können, so wäre Potsdam auf jeden Fall da
bei.“ Demzufolge bezeichnet er es als sehr erfreulich, ein Angebot aus Potsdam erhalten zu haben. Er begründet seine Entscheidung, den Ruf an unsere Universität angenommen zu haben mit ihm schon vorher bekannten guten Möglichkeiten zur Zusammenarbeit mit Fachkollegen. Das betrifft vor allem die Kooperation mit der Abteilung Angewandte Mathematik, insbesondere mit dessen Sprecher, Prof. Dr. Hans Kaiser, und der Max-Planck-Arbeitsgruppe „Partielle Differentialgleichungen und komplexe Analysis“ von Prof. Dr. Bert-Wolfgang Schulze. Die Aufnahme durch diese Wissenschaftler sei sehr gut gewesen.
Der Bereich von Prof. Maaß umfaßt drei Mitarbeiterinnen, dazu kommen zwei Drittmittelstellen. Er sieht seine vorrangige Aufgabe darin, die Forschung aufzubauen. Zu seinen Schwerpunkten Inverse Proble
me (Rekonstruktion eines Modelles aus Meßdaten) und Wavelet-Analysis gibt es Projekte, die gemeinsam mit dem GeoForschungsZentrum Potsdam und den Konrad-Zuge- Zentrum Berlin realisiert werden. So arbeiten die Wissenschaftler gegenwärtig beispielsweise an einem vom Bundesministerium für Forschung und Technologie geförderten Projekt, in dem Möglichkeiten des Einsatzes von Wavelettech- niken zur schnellen Bildübertragung untersucht werden. Konkret geht es darum, daß eine Firma Druckvorlagen mit Telefonleitungen vom Rechner direkt an die Druckmaschinen schickt. Beteiligt sind eine Software- und die Anwenderfirma. Prof. Maaß wünscht sich in diesem Zusammenhang im Interesse eines reibungsloseren Ablaufs der Forschungsarbeit auch innerhalb der Universität einen erheblich geringeren Verwaltungsaufwand.
Erfreut zeigt sich der Hochschullehrer darüber, daß die Studierenden im Osten in der Regel ernsthafter arbeiten, mehr „Rebellentum“ und Initiative z. B. im Hinblick auf kulturelle Angebote kann er sich jedoch durchaus vorstellen. Daß auch er sie annehmen würde und sein Kontakt zu den jungen Leuten gut ist, nimmt man ihm unbenommen ab.
Übrigens ist der Naturwissenschaftler gelegentlich im Potsdamer „Waschhaus“ zu finden.
Dr. Barbara Eckardt
Physikalisches Kolloquium
Am Mittwoch, dem 9. Februar 1994,17.15 Uhr, Haus 19, Raum 415, Universitätskom
plex Am Neuen Palais, findet das nächste Kolloquium statt. Es spricht Prof. Dr. Uwe Langbein, Fachbereich Physikalische Technik der Fachhochschule Wiesbaden, zum Thema:
„Frequenzverdopplung in wellenleitenden Langmuir- Blottget-Schichtsystemen“.
Nachwahl Konzil
Die Stimmenauszählung der Nachwahl zum Konzil am 17. 1. 94 ergab folgendes Ergebnis:
Liste 1 (Phil.-Fak. I): keinen Sitz Liste 2 (Phil.-Fak. II): Kirsch, Bärbel Liste 3 (Math.-Nat. Fak.): Mitzner, Rolf (Mandat ruht)
Scheller, Frieder (nimmt Sitz für Prof. Mitzner wahr)
Gebäude in der Hegelallee im Kreuzfeuer
Bekanntlich gehört zu den Universitätsgebäuden auch ein 2500 m 2 großes Haus in der Potsdamer Hegelallee, einstmals Sitz der Viktoria-Gymnasiums. Heue wird es vom Bereich Technische Bildung/Arbeitslehre und vom Studienkolleg genutzt. Auf das Gebäude wird seit längerer Zeit Anspruch vom benachbarten Einsteingymnasium erhoben. In letzter Zeit gingen eine Reihe Meldungen durch die Presse, die die Universitätsleitung zur Information der Mitarbeiter veranlassen.
Von Beginn der Rückforderung an hatte die Universität ihre generelle Bereitschaft zur Rückgabe des Hauses erklärt. Voraussetzung sind allerdings eine zeitlich verträgliche Lösung sowie ein gleich großes Äquivalent zur Unterbringung unserer Studenten und Mitarbeiter. Bei den Studenten handelt es sich zumeist um Ausländer, die sich auf ein Studium in Deutschland vorbereiten. Für inzwischen getätigte Investitionen (technische Ausrüstung u. ä.) muß die Universität auf einer Ausgleichszahlung bestehen, da an anderer Stelle erneut Ausrüstungen notwendig sind.
Mitte Januar glätteten sich nun die Wogen. Zwischen der Universität und Vertretern der Stadt konnte ein Termin- und Maßnahmeplan erarbeitet werden. Mit der Gutenbergstraße 67 steht für die Universität bereits ein Ersatzobjekt zur Verfügung, ein weiteres, das voraussichtlich das Studienkolleg aufnehmen soll, wird noch gesucht. Betroffene Universitätsangehörige werden über die Vorgänge laufend unterrichtet.
R. D.