Heft 
(1.1.2019) 05
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FORSCHUNG

Nr. 5/94 - Seite 13

WIP-ProjektgruppeGeophysikalische Methodik

Projektleiter: Dr. I. Kapp

Angewandte Geophysik, Umweltgeophysik

Es existiert ein breites Spek­trum geophysikalischer Verfah­ren, die in der Vergangenheit vorwiegend für die Lagerstät­tenexploration und Grundla­genforschung eingesetzt wur­den. Für umweltrelevante Fra­gestellungen sind detaillierte Kenntnisse des lokalen Unter­grundes bis zu Tiefen von nur einigen 10 Metern von besonde­rem Interesse. Das trifft bei­spielsweise für Aufgabenstel­lungen der Altlastenerkundung oder der Untersuchung des Deponieuntergrundes und der Möglichkeiten der Schadstoff­ausbreitung zu. Für derartige Fragestellungen entstehen für die geophysikalische Metho­denentwicklung neuartige An­satzpunkte. Während früher die Messungen und Interpretations­chemata stets so angelegt wa­ren, daß sich oberflächennahe lokale Besonderheiten nicht be­merkbar machen - sie wurden als Störgröße behandelt -, sind in der Umweltgeophysik gerade diese Besonderheiten von be­

sonderem Interesse. Geophysik und Ingenieurgeologie treffen hier mit ihren jeweils typischen Arbeitsmethoden auf gemeinsa­me Fragestellungen.

Innerhalb des bundesweiten VerbundvorhabensMethoden zur Erkundung und Beschrei­bung des Untergrundes von De­ponien und Altlasten (Projekt­leitung BGR Hannover) führen wir die Auswertung eines um­fassenden Tests verschiedener flachseismischer Anregungs­und Registrierapparaturen mit Blick auf ihre Eignung bei der Erkundung von umweltrelevan­ten Grundwasserleithorizonten durch. Neben den praktischen und angewandten Aspekten die­ses umfassenden Datensatzes sind mit diesen Experimenten sehr gute Möglichkeiten für eine wissenschaftliche Bearbei­tung der Fragen der Wellenan­regung gegeben.

Weiterhin führen wir geoelek- trische und geomagnetische Untersuchungen durch. Dieser Methodenkomplex kann für verschiedene angewandte Auf­gaben eingesetzt werden. Wir untersuchten Fragen der Schad­stoffausbreitung im Umfeld der

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Geomagnetische Kartierung einer neolithischen Doppelkreis­grabenanlage im Fläming

Deponie Vorketzin, erkundeten und führen spezielle Untersu- Bodendenkmäler (archäologi- chungen zur Erkundung militä- sche Anwendungen, s. Abb.) rischer Altlasten durch.

WIP-GruppeAllgemeine Geophysik

Projektleiter: Prof. Dr. habil. S. Franck

Untersuchung von Evolutionsprozessen im globalen System der Erde

Basierend auf langjährigen Er­fahrungen bei der Modellierung der Evolution terrestrischer Pla­neten, sind für den verbleiben­den Zeitraum des WIP Untersu­chungen zur Entwicklung der fe­sten Erde und der verschiedenen Sphären (Hydrosphäre, Atmo­sphäre, Biosphäre und Anthro- posphäre) mit ihren Wechselwir­kungen vorgesehen. Damit soll ein Beitrag zur Erforschung großskaliger Prozesse und Trends im globalen Ökosystem Erde im Rahmen des IGBP Global Change geleistet und das wissenschaftliche Spektrum der Geoökologieforschung er­

weitert werden. Diese Arbeiten ermöglichen eine sinnvolle Ein­bindung in die Forschung und Lehre der Fachdisziplinen Geo­wissenschaften und Geoökolo­gie an der Universität Potsdam.

Für die Evolution des Systems Erde ist insbesondere der globale Kohlenstoff- und Wasserkreis­lauf zwischen Erdmantel, konti­nentaler Lithosphäre, ozeani­scher Kruste, Ozean und Atmo­sphäre von Bedeutung. In eige­nen Arbeiten wird die Evolution dieses Systems mittels kompli­zierter Konvektionsmodelle be­schrieben. Dabei finden die

neuesten Forschungsergebnisse aus vielen geowissenschaftli- chen Disziplinen Anwendung (z. B. Wärmefluß, Geschwindig­keit der Ozeanbodenausbreitung, Mantelentgasungsraten, C0 2 - Partialdruck). Es wird eine nega­tive Rückkopplung zwischen Mantelvolatilengehalt, Entga­sung und Abkühlung der Erde beobachtet. Die Uratmosphäre bildete sich durch einen sehr schnellen Entgasungsprozeß in weniger als 100 Millionen Jah­ren. Die anthropogenen Effekte (Verbrennung fossiler Brenn­stoffe, Zerstörung von Biomas­se, Albedoänderung durch Urba­nisierung) werden als Störungen der Dynamik des natürlichen Sy­stems beschrieben. Eine interna­tionale Zusammenarbeit besteht mit Wissenschaftlern des CAL- TECH in Pasdena/USA.

Internationales Studienseminar British Cultural Studies

In der Zeit vom 13. bis 18. März 1994 führen der Bri­tish Council Köln und die Universität Potsdam gemein­sam ein internationales Studi­enseminar zu British Cultural Studies durch. Die Seminare und Workshops werden gelei­tet von den britischen Profes­soren Dr. Susan Bassnett, University of Warwick, und Dr. David Punter, University of Durham. Damit wird in die­sem Jahr der Potsdamer Alma mater die Ehre zuteil, die Weiterbildungsreihe für Leh­rende an deutschen Hoch­schulen und Universitäten zu Fragen des Studiums briti­scher Gesellschaft und Kultur auszurichten.