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AUSSTELLUNG
Das Fest in der Stadt Bubastis
„Wenn sie nun zum Fest nach Bubastis ziehen, tun sie folgendes: Männer und Frauen fahren zusammen, und auf jedem Kahn eine Menge von beiden. Einige der Frauen haben Klappern bei sich ..„die Männer aber blasen Flöte, die ganze Fahrt über, die restlichen Frauen und Männer aber singen und klatschen mit den Fländen. Und wenn sie auf ihrer Fahrt zu einer anderen Stadt kommen, legen sie mit dem Boot am Ufer an und tun folgendes: Einige Frauen tun, wie ich schon sagte, andere aber höhnen und necken mit lauten Rufen die Frauen in dieser Stadt, andere führen einen Tanz auf, andere stehen auf und heben ihre Kleider hoch. Das tun sie bei jeder Stadt am Fluß. Wenn sie aber nach Bubastis gekommen sind, feiern sie und bringen ihre Opfer dar, und Wein aus Reben geht bei diesem Fest mehr drauf als in dem ganzen Jahr sonst. Und da kommen zusammen, die Kinder nicht gerechnet, an die sieben mal hunderttausend, wie die Einheimischen erzählen.“
(Herodot II, 60)
Schätze aus dem Alten Ägypten
Fünf Grabungskampagnen führten den Archäologen Dr. Christian Tietze und seine Mitarbeiter seit 1991 ins ägyptische Teil Basta. Über die Grabungen existieren umfangreiche Dokumentationen in Bild und Text. Dieses Material wurde aufbereitet und ist an der Universität Potsdam vom 10. Mai bis 1. Juni zu sehen. Anschließend geht die Ausstellung ins Ägyptische Museum nach Berlin-Charlottenburg. Im Rahmen der vorbereitenden Arbeiten zur Ausstellung sprachen wir mit Dr. Tietze. Der Archäologe gehörte ehemals zur Akademie der Wissenschaften der DDR und ist über das Wissenschaftier-Integrationsprogramm zum Historischen Institut der Universität Potsdam gekommen.
Zu Teil Basta hat es einige Veröffentlichungen in der Presse gegeben. Was machen die Besonderheiten dieses Ortes aus?
Dr. Tietze: Spricht man von Teil Basta, fällt den meisten die Katzengöttin Bastet ein. Jede Stadt in Ägypten hatte ihr heiliges Tier. Teil Basta gehörte zu den alten Kulturstätten am Rande des östlichen Nildeltas und verehrte die Katze. Ende des letzten/Anfang dieses Jahrhunderts wurden riesige Katzenfriedhöfe entdeckt. Die Katzen waren im allgemeinen mumifiziert, teilweise lagen sie in Bronzegefäßen.
Die zweite Assoziation zu Teil Basta ist weniger bekannt. Die Stadt gehörte zu den Hauptstädten des Späten Ägypten. Links des Nils waren Memphis, Theben und Amama gelegen, zu denen im Ostdelta zählte Bubastis.
Die ehemals 70 ha große Stadt umfaßt heute noch ein Gelände von 1,5 km x 800 m.
Große Bedeutung kam der Stadt durch das Heiligtum der Katzengöttin Bastet zu. Mitten durch die Stadt floß der östlichste Nilarm. Er teilte sich in der Stadt, so daß eine Insel entstand. Auf dieser Insel stand die mehrteilige Tempelanlage der Katzengöttin Bastet. Sie ist wahrscheinlich durch ein Erdbeben zerstört worden und wurde dann als Steinbruch genutzt.
In Teil Basta ist mehrfach nach den Zeugnissen der Geschichte gesucht worden. Welche Eckpunkte der Grabungen gibt es?
Dr. Tietze: Teil Basta ist 1798/ 99 bekannt geworden, als die napoleonische Expedition nach Ägypten führte. Damals hat
man auch in den Ruinen „gearbeitet“. Seit Jahrhunderten wird in Ägypten wild gegraben, sogenannte Raubgräber sind häufig am Werk. Darunter leiden die Anlagen erheblich. Hier befand sich kein Fundamentstein mehr an seiner ursprünglichen Stelle.
In der Wissenschaft tauchte der Ort erst Ende vorigen Jahrhunderts auf. Der Schweizer Navil- le legte den Mittelteil der Tempelanlage frei und zog Gräben. Für unsere Verhältnisse hat Na- ville unwissenschaftlich gearbeitet, aber er war Ägyptologe und hat Wesentliches zur Geschichte der Stadt beigetragen. Mitte dieses Jahrhunderts waren eine Reihe von Ägyptern am Werk, allerdings nicht im Bereich der Tempelanlage. Man hat Friedhöfe ausgegraben und einen imponierenden Palast aus dem Mittleren Reich freigelegt.