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(1.1.2019) 16
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CAMPUS

wird, weitgehend historisch überholt ist. Wir haben sehr viele Bereiche im öffentlichen Dienst, in denen Beamte und Angestellte genau die gleiche Arbeit tun und es ist sehr oft dem Zufall überlassen, ob jemand Beam­ter oder Angestellter ist, dem Zufall oder dem Haushaltsplan. Und ich glaube daher, daß wir auf diesem Feld einen Modemisierungsschub brauchen. Für mich ist nicht einsehbar, war­um z.B. Lehrer oder Mitarbeiter der Univer­sität Beamte sein müssen. Ich bin nicht der Meinung, daß ich als Hochschullehrer ho­heitliche Aufgaben wahrnehme. Natürlich nehme ich Prüfungen ab, aber man sieht ja, es gibt auch angestellte Professoren. Das ist eine überkommene Regelung, die meines Erachtens auf den Prüfstand gehört. Aber - und das ist ganz wichtig - das kann nur von allen Bundesländern gemeinsam gemacht werden. Denn es geht natürlich nicht an, daß hier zwischen westlichen und östlichen Bun­desländern differenziert wird. In dem Mo­ment, in dem man sagt, naja das können wir jetzt schon mal probehalber in den neuen Bundesländern einführen, ergibt sich natür­lich eine Wettbewerbsverzerrung. D.h. die­se notwendige Reorientierung des Beamten­status, die aus meiner Sicht auf jeden Fall kommen wird - denn im Prinzip haben sich auch die Parteien schon mehr oder weniger stark dafür ausgesprochen - die kann nur bundesweit erfolgen. Es geht nicht an, daß man versucht, das im Osten (weil die Gele­genheit gerade günstig ist) einzuführen, um dann zu hoffen, daß der Westen nachzieht. Dann gäbe es erhebliche Wettbewerbsver­zerrungen. Ich kann mir aber insgesamt nicht vorstellen, daß wir in zehn Jahren noch den gleichen Beamtenstatus haben werden wie heute.

PUZ: Vielen Dank für das Gespräch, Herr Jann.

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DIE CHEMIE STIMMT

Treffen zwischen Potsdams Oberbürgermeister und dem Rektor in angenehmer Atmosphäre

Verkehrsprobleme, der Komplex Luftschiffhafen und die Verwendung innerstäd­tischer Gebäude zur Deckung eines Interimsbedarfes der Universität standen ganz oben auf der Themenliste bei einem ausführlichen Gespräch des Potsdamer Ober­bürgermeisters, Dr. Horst Grämlich, mit Vertretern der Uni-Leitung. Dieses Tref­fen fand in großem Einvernehmen statt und hat aufgezeigt, daß die städtischen und universitären Positionen zum überwiegenden Teil identisch sind. So betonte Dr. Grämlich die Wichtigkeit der Hochschule für die Stadt Potsdam und erklärte: Schon heute ist in Potsdam die Wissenschaft der zweitgrößte Arbeitgeber. Es ist selbstverständlich, daß die Interessen und Wünsche der Universität vor diesem Hin­tergrund auch für die Stadt von vorrangigem Interesse sind.

Seitens der Universität verdeutlichten Rektor Prof. Dr. Rolf Mitzner, die Prorektoren Prof. Dr. Gerhard Kempter, Prof. Dr. Wolfgang Loschelder und Prof. Dr. Manfred Görtemaker sowie der Kanzler Alfred Klein vor allem die Problematik der schlechten verkehrstechni­schen Anbindung der drei Uni-Standorte Ba­belsberg, Am Neuen Palais und Golm. Zwar liegt jeder dieser Standorte an einer Schiene, doch gibt es immer noch keine in z.B. halb­stündigen Abständen verkehrende S- oder Regional-Bahn- Verbindung. Dies wäre vor allem deshalb erforder­lich, weil viele Studierende nicht motorisiert sind.

Der OB versprach, sich dieses The­mas anzunehmen und darüber hin­aus bei der Deut­schen Bahn AG bezüglich des ge­planten Über­gangs vom S- Bahnhof Grieb- nitzsee zum nahe- gelegenen Univer­sitätsstandort Ba­belsberg Erkundi­gungen einzuzie­hen. Was die zu erwartende, kon­krete Verkehrs­ausnutzung einer von Babelsberg über die Station Wildpark/Am Neuen Palais nach Golm wei­tergeführten S- bzw. Regional-Bahn-Linie be­trifft, so ist daran gedacht, seitens der Wirt­schafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakul­tät ein Forschungsprojekt zu starten. Dadurch verspricht man sich Aussagen zum Bedarf einer solchen Verbindung, die nicht nur durch Studierende, sondern auch durch Touristen, die nach Sanssouci wollen, ge­nutzt werden könnte und sollte.

Ein weiteres, drängendes Problem stellt die

derzeitige Raumsituation der Hochschule dar. Hat doch die Attraktivität ihres Stand­ortes und des Gründungskonzeptes zur Fol­ge, daß international renommierte Forscher in die brandenburgische Landeshauptstadt kamen und kommen: von 188 bislang ausge­schriebenen Professuren haben derzeit 140 einen Ruf nach Potsdam angenommen. Da­durch kann zwar den in diesem Winterseme­ster knapp 8.000 Studierenden ein qualitativ hochstehendes Angebot gemacht werden;

doch ist die Uni­versität auch vollgelaufen", benötigt sie bis zur Realisierung ihrer beantragten und geplanten Neubaumaßnah­men dringend zu­sätzliche Räume. Im Gespräch mit dem OB war in diesem Zusam­menhang die Rui­nenberg-Kaserne. Der Rektor, Prof. Dr. Rolf Mitzner, machte jedenfalls deutlich, daß für die Universität von einer solchen Lösung Millionen von Drittmittelgel­dern abhängen, die nur fließen können, wenn den Forschern auch entsprechende Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt wer­den. Betont wurde in diesem Zusammenhang von beiden Seiten die bereits jetzt hinter der Hochschule steckende Wirtschaftskraft, die der Stadt beispielsweise in Form von Kon­gressen, Übernachtungen, gastronomischer Versorgung oder sich ansiedelnden Gewer­bebetrieben Vorteile bringt - ganz abgese­hen von den dauerhaft hier lebenden, woh­nenden und Abgaben zahlenden neuen Ein­wohnern. Hg.

Besprachen aktuell anstehende Problemfelder: Potsdams Oberbürgermeister Dr. Hoist Grämlich und Rektor Prof. Dr. Rolf Mitzner (links im Hintergrund). Foto: Puffert

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