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(1.1.2019) 16
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EUROPA FASSBAR MACHEN

Zur Partnerschaft mit der Universität Camerino/Italien

Camerino bietet ein mittelalterliches Stadtbild, von dem sich schon bald Vertreter der Potsdamer Universität vor Ort einen Eindruck vermitteln lassen werden. Foto: hh.

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Partnerschaften zwischen Hochschulen sind ebenso wie Kooperationen von Städten nur dann sinnvoll, wenn sie auch von Menschen getragen und ge­lebt werden. Um das Gebilde Europa faßbar zu machen und mit Leben zu er­füllen, wurden in den letzten Jahren zahlreiche Verträge unterzeichnet. So auch im wissenschaftlichen Bereich. Die Universität Potsdam profitiert dabei heute von früheren Kontakten nach Ost­europa, die man nach der Wende lang­sam wieder aufbaute; und sie bemüht sich um neue Beziehungen zu außer- und westeuropäischen Hochschulen. In dieser Reihe wäre auch die Partner­schaft zur Universität Camerino in Ita­lien zu sehen, die in diesem Jahr abge­schlossen wurde und nun belebt wer­den soll.

Zu diesem Zweck weilte kürzlich Professor Dr. Mario Giannella, der Rektor der Univer­sität Camerino, in Potsdam. Im Zuge eines Gespräches mit Rektor Professor Dr. Rolf Mitzner und den Professoren Dr. Helene Harth, Dr. Georg Küpper, Dr. Erhard Stölting und Dr. Dieter Wagner sowie Dr. Sabine Zangenfeind konnte vereinbart werden, daß voraussichtlich im März 1995 diverse Dozen­ten nach Camerino reisen, dort erste Kontak­te mit Wissenschaftlern ihres Faches aufneh­men und Vorträge halten werden. Gedacht ist dabei primär an Naturwissenschaftler (da die Naturwissenschaften in Camerino sehr stark vertreten sind); aber auch die Potsda­mer Politikwissenschaftler und die Juristen bekundeten Interesse an gemeinsamen Pro­jekten.

Einverständnis bestand darüber, die Aus­tauschbeziehungen zunächst auf der Ebene von Dozenten zu belassen und sie erst nach einer Intensivierung auf Assistenten, Dokto­randen und Studierende auszudehnen. Zur sprachlichen Vorbereitung der Studenten sind dabei Intensivkurse an der Heimat­universität vorgesehen, wobei die Potsdamer Jura-, Politikwissenschafts- und Soziologie­studenten es nach Einschätzung Prof. Harths dank integrierter Sprachkurse innerhalb ihres Studiums relativ leicht haben dürften. Der Rektor aus Camerino stellte in Aussicht, daß die deutschen Studierenden einen Wohn­heimplatz an seiner Hochschule bekommen könnten, wenn sie zwischen Mitte Juli und Mitte September in Italien wehten.

Darüber hinaus beschloß die Runde, verstärkt zu Kongressen an die jeweüs eigene Hoch­schule einzuladen und die vorhandenen Theatergruppen miteinander in Kontakt zu bringen. Der Vertreter der Universität Camerino zeigte sich interessiert an der De­legation einer Lehrkraft, die von November bis Mai russische Sprachkurse in Italien ab­halten könnte (bei freier Unterkunft und ei­nem Entgeld von rund 1000 DM).

Bereits geklärt werden konnte, so Prof. Dr. Helene Harth, die Entsendung eines Com­puterfachmannes aus Potsdam, der in Camerino bei der Behebung von technischen Schwierigkeiten im Sprachenzentrum mithel­fen sollte.

Doch möchten sowohl die Partner aus Camerino als auch die Potsdamer über die­se Ebene hinausgehen und die Kooperation im Hochschulbereich nur als Teil eines grö­ßeren Paketes sehen. Prof. Harth und den anderen schwebt dabei eine Regional­partnerschaft zwischen Umbrien/Marche und Brandenburg vor, durch die auch Schul­kontakte, die Zusammenarbeit kleiner Fir­men, der Austausch von Vereinen und vie­les mehr ermöglicht werden könnte. Als Ba­sis dafür betrachtet die Romanistin Helene Harth die bereits seit längerem bestehende Städtepartnerschaft zwischen dem unweit von Camerino gelegenen Perugia und Pots­dam.Dies würde einer breiten Bevölke­rungsschicht die Möglichkeit zum Austausch geben, meint sie. - Eine italienische Woche in der Potsdamer Gastronomie? Helene Harth möchte für solch eine Regionalpartnerschaft jedenfalls auch um Unterstützung bei der ita­lienischen Botschaft und dem italienischen Außenministerium werben.

Hg.

Zwei, die sich gut verstehen: der Rektor der Universität Camerino, Prof. Dr. Mario Giannella (links), und Rektor Prof. Dr. Rolf Mitzner. Foto: Tribukeit

PUZ 16/94

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