Heft 
(1.1.2019) 16
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CAMPUS

VON SCHMALSPURLEHRERN KEINE REDE

Qualifikation in Mangelfächern - Ein Weiterbildungsmodell in der Lehrerbildung

In den brandenburgischen Schulen herr­schen zum Teil komplizierte Verhältnis­se. Eine der Ursachen liegt in der Schul­reform der neuen Bundesländer. Durch sie entstehen zweierlei Hauptschwie­rigkeiten: Zum einen kristallisieren sich sogenannte Mangelfächer heraus, für die nicht genügend Lehrkräfte zur Ver­fügung stehen, zum anderen gibt es ei­nen Lehrerüberhang für bestimmte Fä­cher und Schulstufen. Um hier Abhilfe zu verschaffen, Schülerinnen und Schü­lern einen niveauvollen Unterricht auch in den Mangelfächem zu gewährleisten und die Entlassung von Lehrern zu um­gehen, arbeitet man in Brandenburg an der Qualifizierung von Lehrern in den besonders gefragten Fachdisziplinen. Dafür ist ein Sonderprogramm zur Wei­terbildung brandenburgischer Lehrkräf­te aus der Taufe gehoben worden, das zeitlich begrenzt ist bis zum Jahr 2000. Sein Träger ist ein gemeinnütziger Ver­einWeiterqualifizierung für branden- burgische Lehrerinnen und Lehrer e.V. (wbl). In ihm wirken das Ministerium für Bildung, Jugend und Sport, das Mi­nisterium für Wissenschaft, Forschung und Kultur, die Universität Potsdam und, als jeweils besonders angespro­chene Partner, das Pädagogische Lan­desinstitut Brandenburg und das uni­versitäre Weiterbildungszentrum zu­sammen.

Zu den Gründungsmitgliedern dieses Vereins gehören die Staatssekretäre beider Ministe­rien und der Rektor der Universität, Prof. Dr. Rolf Mitzner. Den Vorsitz übernommen hat Prof. Dr. Manfred Görtemaker, Prorektor für Lehre und Studium. Das Sonderprogramm umfaßt derzeit die Studienrichtungen Eng­lisch, Französisch, Politische Bildung, Wirt­schaftswissenschaften, Kunst, Musik und Sonderpädagogik. Hinzu kommt demnächst das Angebot Berufliche Fachrichtungen.

Um es vorwegzunehmen, Lehrerweiterbil­dung hat es bereits in den vergangenen Jah­ren in nicht geringem Umfang an der Pots­damer Alma mater gegeben. Deren Hauptan­liegen bestand in der Verbesserung fachli­cher und pädagogischer Kompetenzen. Das Sonderprogramm jedoch ist speziell auf Mangelfächer ausgerichtet und wendet sich vorrangig an diejenigen Pädagogen, deren vorhandene fachliche Schwerpunkte auf Dauer den Einsatz in der Schule nicht mehr ermöglichen würden.

Die Schulen haben auf das Angebot bereits reagiert. Nicht weniger als 2850 Lehrerinnen und Lehrer meldeten sich für die Studienein­schreibung 1994/95. Dabei, so erläutert Prof.

Görtemaker,handelt es sich durchaus nicht nur um Grundschullehrer. Vielmehr zeigen auch Diplomlehrer ihr Interesse. Viele von ihnen unterrichten bereits seit Jahren in dem Fach, für das sie sich nun weiteres Rüstzeug holen. Sie bringen in die Seminare eine be­achtliche Kompetenz ein. Davon profitiert in hohem Maße das Niveau der gesamten Aus­bildung. VonSchmalspurlehrern kann kei­ne Rede sein. Vielmehr stehen am Ende der Qualifikation hervorragend ausgebüdete Leh­rer mit einem soliden Wissen."

Vorbereitung auf Erweiterungsprüfung

Zur Klientel des Programms zählen insgesamt rund 4500 im Schuldienst Stehende. Die wis­senschaftliche Verantwortung für deren Wei­terbildung trägt die Universität Potsdam. Sie stellt einen großen Teil der Räume und der Dozenten sowie alle die Prüfungen durchfüh­renden Professoren. Die abschließende Er­weiterungsprüfung wird, wie üblich, vor dem Landesprüfungsamt abgelegt. Mit ihrem Be­stehen ist die Lehrbefähigung nach § 71 des Ersten Schulreformgesetzes erworben. Alle Studienordnungen, die für das Programm entwickelt worden sind, erfuhren ihre Sank­tionierung durch die Gremien der Universi­tät Potsdam. Die Kommission für Lehre und Studium wie auch der Senat der Hochschu­le trugen und tragen Sorge für die Kompati­bilität der Studieninhalte mit denen des Direktstudiums oder anderer Weiterbildungs- studiengänge der Einrichtung.

Um Absicherung gerungen

Bei der Absicherung des vollständigen Pro­gramms kam es auch zu Problemen. So gab es beispielsweise im BereichFranzösisch Schwierigkeiten, eine Studienordnung mit der gewünschten Kompatibilität zu erarbei­ten.

Als noch komplizierter erwies sich die Sicher­stellung der WeiterbildungsdisziplinSonder­pädagogik". Prof. Dr. Herbert Götze, Direk­tor des Institutes für Sonderpädagogik, dazu: Von den im Institut vermittelten sieben sonderpädagogischen Fachrichtungen sind nur die Geistigbehinderten- und die Ver- haltensgestörtenpädagogik - als Mangel­fächer in Brandenburg - in das Sonderpro­gramm einbezogen worden. Anfängliche Ir­ritationen sind dadurch entstanden, daß wichtige Entscheidungen im Weiterbildungs­zentrum (WBZ) ohne die Einbindung des In­stituts für Sonderpädagogik gefällt worden sind. Man hat jedoch inzwischen Kompro­misse gefunden, die dem Institut eine ent­scheidende Mitbestimmung bei der Gestal­tung des Studiums einräumen. Diese Kom­promisse müssen nun in Handlungen umge­setzt werden.

Dezentrales Studium

60 - 80 Semesterwochenstunden bei einer etwa zwei bis zweieinhalb Jahre währenden Studiendauer werden den Lehrern, die sich in der Qualifikation befinden, abverlangt. In einem kommt man ihnen jedoch entgegen: die Studien finden dezentral an zehn Orten im Land Brandenburg statt. So glaubt man auch die übliche Abbrecherquote vermeiden zu können. Die Veranstaltungsformen sind vielfältig. Sie reichen vom Seminar mit 30 Teilnehmern bis zur Gruppenarbeit zwischen sieben und zehn Anwesenden. Die Studien­inhalte lassen sich in etwa zur Hälfte in Prä­senz- und in Fernstudien teüen. Im Unter­schied zum universitären Lehrbetrieb erfolgt die Ausbildung ganzjährig. Von einer Semes­terregelung hat man zugunsten der Steige­rung von Effektivität und Flexibilität Abstand genommen.

An der Universität Potsdam hofft man nun, daß sich die Auswirkungen des Weiterbil­dungsprogramms in naher Zukunft unmittel­bar in den Schulen bemerkbar machen wer­den. Im übrigen: das Interesse ist nicht für alle angebotenen Fächer gleich. Besonderen Zuspruchs erfreut sich jedoch die Politische Bildung. P.G.

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