VOM „OUTPOST" DER UNI
Rege Produktion von Lehrmitteln durch die Cottbusser Pädagogen
Im Zuge der Neu- bzw. Umstrukturierung der Brandenburger Hochschullandschaft wurde im Winter 1991/92 das bis dahin bereits über Zwischenstationen im Status veränderte Cottbusser Institut für Lehrerbildung zur Außenstelle der Universität Potsdam umgewandelt. Von Beginn an begrenzte man dessen Existenz bis 1996. Die Leitung dieses Pädagogischen Instituts übernahm Prof. Dr. Klaus-Dieter Mende. In seiner Hand lag die Überführung der damals vorhandenen Fachschulausbildung in eine Ausbildung mit universitärem Standard. Um die Absicherung einer entsprechend hohen Qualität der Lehre bemühen sich gegenwärtig 56 Lehrkräfte. 360 Studenten befinden sich derzeit an der Einrichtung. Zu den am rührigsten erscheinenden Fachgruppen der Außenstelle zählen die des Sachunterrichts. Deren Angehörige können auf eine rege Publikation von Lehrmitteln für die Grundschule verweisen. Dazu befragte PUZ-Redakteurin Petra Görlich den in der Fachgruppe Sachunter- richt/Gesellschaftslehre tätigen wissenschaftlichen Mitarbeiter Manfred Brandt.
PUZ: Sie arbeiten, bezogen auf Ihre Publikationstätigkeit, eng mit dem Verlag Volk und Wissen zusammen. Seit wann gibt es diese Kooperation?
Brandt: Die Zusammenarbeit existiert schon längere Zeit. Zurückzuführen ist sie auf bereits vor der Wende vorhandene Kontakte. Mit dem Wegfall des DDR-Staates mußten auch wir uns neue Konzeptionen überlegen. Es begann eine umfangreiche Recherchetätigkeit für den Verlag. Vorhandenes Material mußte aufgearbeitet werden. 1990 sind wir dann mit neuen Ideen angetreten.
PUZ: Bekamen Sie auch von anderer Seite Unterstützung?
Brandt: Die Federführung hatte schon die Fachschaft Sachunterricht vom Pädagogischen Institut Cottbus. Verbündete gab es aber natürlich. So erhielten wir z.B. Unterstützung von weiteren Mitarbeitern der Universität wie Prof. Dr. Hartmut Giest, Dr. Rainer Möller und anderen.
PUZ: Auf welche Publikationen können sie verweisen?
Brandt: Unsere Vorstellungen gingen von
Anfang an in Richtung eines komplexen Lehrmaterials.
So entstanden die Arbeitshefte für die Hand des Schülers, speziell für die Klassenstufen 3 und 4. Erarbeitet wurden ebenfalls ergänzende Materialien. Wir haben beispielsweise eine „Heimatreihe" herausgegeben - für jedes neue Bundesland drei Hefte. Unterteilt sind sie in drei Gebiete. Das erste befaßt sich mit volkskundlichen Inhalten, das zweite mit naturkundlichen Fragen und das dritte mit historischem Wissen zum jeweiligen Land. Im übrigen sind bisher Brandenburg, Thüringen und Sachsen berücksichtigt worden. Die Broschüren zu Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern sollen im nächsten Jahr erscheinen. Das Ganze wird durch eine Handreichung für Lehrer ergänzt. Das sind in einem Karteikasten gespeicherte Informationen. Sie beinhalten Fakten zur Historie, Volkskunde, Flora und Fauna, aber auch zu Persönlichkeiten unterschiedlicher Bereiche des entsprechenden Landes.
PUZ: Wichtig ist natürlich, daß die Unterrichtsmaterialien auch von Schülern und Leh-
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Manfred Brandt von der Fachgruppe Fachunterricht des Pädagogischen Instituts der Uni Potsdam in Cottbus arbeitet eng mit dem Verlag „ Volk und Wissen“ zusammen. Auch diese Produktion aus der Heimat-Reihe erschien dort. Foto: zg.
rem angenommen werden? Wie ist die Resonanz auf ihr Angebot?
Brandt: Über den Absatz der Arbeitshefte können wir uns nicht beklagen. Sie „gehen“ sehr gut. Auch die Hefte für die Schüler werden angenommen. Ein Grund dafür dürfte im relativ geringen Preis von 9,80 DM liegen. Die Handreichung für die Lehrer ist erst seit wenigen Wochen auf dem Markt. Hier kann man über Verkaufszahlen noch nichts sagen. PUZ: Herr Brandt, wir danken Ihnen für das Gespräch.
DIE AZUBIS „EROBERTEN" GÜLPE
Die Azubis der Uni hatten Spaß an ihren Streifzügen durch Flora und Fauna im Naturschutzgebiet der biologischen Station Gülpe. Foto: Stiebitz
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Kürzlich machten sich rund 20 Auszubildende der Uni, darunter Kauffrauen für Bürokommunikation, Gärtner vom Botanischen Garten und Chemielaboranten, mit ihrer Ausbildungsleitern: Hilda Kapp und Sack und Pack auf den Weg in die biologische Station Gülpe der Universität Potsdam. Mit dem Fahrrad und zwei Autos ging es vom Stadtbahnhof Potsdam los. Dort angekommen, stellte ihnen Dr. Ralf-Udo Mühle die biologische Station vor, und nach einer Stärkung mit Kaffee und Kuchen ging es gleich hinaus in die Umgebung. Dr. Ralf-Udo Mühle erklärte ihnen die Besonderheiten von Flora und Fauna in diesem Naturschutzgebiet. Am meisten beeindruckt zeigten sie sich von den Bibern, die entlang der Havel ihre Burgen bauen. Gestaunt wurde auch über die Futterplätze der Biber. Einige von den Azubis machten sich morgens um 6.00 Uhr auf den Weg, um eines von diesen Tieren aufzuspüren, aber leider hatten sie dabei wenig Glück. Am Nachmittag zeigte ihnen Dr. Mühle noch ein paar interessante Diaaufnahmen über die Tier- und Pflanzenwelt und beantwortete Fragen. Am zweiten Tag ging es dann zum Gülper See, wo sie von einem Hochstand die verschiedensten Vögel be-
PUZ 16/94
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