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(1.1.2019) 16
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STUDIOSI

EIN AUSRUFUNGSZEICHEN IN DER ENTWICKLUNG

Student leitet das zweite Konzil der Universität

Am 3. November 1994 übernahm der Student Stefan Uhlmann das Amt des Vorsitzenden in dem höchsten Gremi­um der Universität Potsdam, dem Kon­zil. Für PUZ Anlaß genug, um nach Be­weggründen, bevorstehenden Aufga­ben und Zielen zu fragen. Das Gespräch führte Petra Görlich.

Der Student Stefan Uhlmann ist neuer Konzilsvor­sitzender. Er steht damit dem höchsten Gremium der Universität vor. Foto: Tribukeit

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PUZ: Herr Uhlmann, Sie sind nunmehr frisch­gewählter Vorsitzender des zweiten Konzils der Universität Potsdam. Stellen Sie sich bitte unseren Lesern kurz vor?

Uhlmann: Das tue ich gern. Ich bin 1972 in Magdeburg geboren und habe dort die Schu­le besucht. 1988 führte mein Weg dann an die damalige Pädagogische Hochschule in Potsdam, um den Vorkurs für künftige Ma­thematik- und Physik- lehrerstudenten zu absolvieren. Das Studium selbst begann 1989. Mein Erstes Staatsexamen legte ich im März dieses Jahres ab. Bereits 1992 ent­schied ich mich für die Hinzunahme eines dritten Faches: Politische Bildung. Der Ab­schluß dieses Faches steht noch aus.

PUZ: Was hat Sie zur Kandidatur für das Amt des Konzilsvorsitzenden bewogen? Uhlmann: Nichts Außergewöhnliches. Ich halte meine Wahl für keine Sensation. Die gesetzlichen Bestimmungen besagen, daß der Vorsitzende des Konzils aus der Mitte seiner Angehörigen zu wählen ist. Man hat sich auf mich geeinigt. Dafür gab es ganz sicher Gründe. Zum einen war klar, daß Prof. Philipp, der bisherige Vorsitzende, nicht wie­der zur Verfügung stehen würde, da er dem Gremium nicht mehr angehört. Zum anderen wußte ich und offensichtlich auch andere um meine Erfahrungen in unterschiedlicher Gre­mienarbeit. Im ersten Konzil übte ich die Funktion eines stellvertretenden Vorsitzen­

den aus. Etwas unerwartet, zumindest für mich, war natürlich die Situation meiner al­leinigen Kandidatur- woran das auch immer gelegen haben mag. Ich glaube, daß mit der Wahl eines Studenten auch ein Ausrufungs­zeichen in der Entwicklung der Hochschule gesetzt werden kann.

PUZ: Fühlen Sie sich fit für das Amt? Uhlmann: Das durchaus. Ich werde versu­chen, mein Bestes zu geben. Im übrigen bin ich kein Einzelkämpfer. Mir zur Seite stehen im Vorstand vier Stellvertreter. Wir fünf wer­den diejenigen sein, die die Arbeit des Kon­zils koordinieren. Auf eben diese kollegiale Leitung lege ich großen Wert.

PUZ: Sie stehen ein Jahr für das Amt zur Verfügung. Was hat sich das Gremium, dem Sie für diese Zeit vorstehen, vorgenommen? Uhlmann: Zunächst eine kurze Klarstellung. Es ist schon richtig, daß ich für ein Jahr zur Verfügung stehe. Das Konzil jedoch ist für zwei Jahre gewählt. Studentische Vertreter innerhalb aller Gremien haben generell eine einjährige Amtszeit. Das heißt, im Juni des nächsten Jahres wird die Neuwahl der im Konzil mit wirkenden Studenten erfolgen. Die Ursache hierfür liegt auf der Hand: es ist der Studienrhythmus. Nun zu Ihrer Frage. Das Konzil ist, wie Sie wissen, das höchste Or­gan der akademischen Selbstverwaltung un­serer Einrichtung. Aufgrund dessen sind sei­ne Aufgaben relativ eindeutig festgelegt. Vorrangiges Anliegen ist die Beratung und Empfehlung langfristiger Entwicklungslinien der Alma mater. Im Juni steht z.B. wieder die Wahl der Hochschulleitung an. Das erfor­dert Vorbereitung. Vor unserem Organ legt die jeweilig amtierende Hochschulleitung Rechenschaft ab. Unmittelbar bevor steht - und das ist mir wichtig - die Erarbeitung und Beschlußfassung einer Grundordnung. Am 1.7.1995 tritt die jetzt gültige vorläufige Grundordnung außer Kraft. Das hat zur Fol­ge, daß es zu diesem Termin einen beschluß­reifen Entwurf geben muß. Dessen Schaf­fung, so ist meine Vorstellung, soll sich durch das Engagement, die Mitwirkung möglichst vieler Hochschulangehöriger vollziehen. Dies wiederum ist Voraussetzung für eine breite Akzeptanz, für die Berücksichtigung unter­schiedlicher Interessen. Ein Schwerpunkt in der Konzilsarbeit wird die Aufmerksamkeit für alle eventuell auf die Universität zukom­menden Probleme im Zusammenhang mit der möglichen Fusion Berlin-Brandenburgs sein.

Eine letzte Bemerkung: Wir haben keine ad­ministrativen Befugnisse. Ein Eingreifen in die aktuelle Tagespolitik der Universität ist nicht beabsichtigt. Das läge außerhalb un­seres Selbstverständnisses.

PUZ: Herr Uhlmann, vielen Dank für das Gespräch.

Zahl der BAföG-Empfänger weiter gesunken

Wie das Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik Brandenburg mitteilt, wurden im Land Brandenburg 1993 insgesamt 18.163 junge Menschen nach dem Bundesausbil­dungsförderungsgesetz (BAföG) mit insge­samt 70,4 Millionen DM gefördert. Damit ist die Zahl der BAföG-Empfänger gegenüber den beiden Vorjahren weiter zurückgegan­gen. 1992 waren es noch 20.317 Geförderte mit 80,6 Millionen DM BAföG-Leistungen und 1991 erhielten 22.632 Geförderte insge­samt 83,3 Millionen DM. 1993 bekamen 28,9 Prozent der BAföG-Empfänger eine Voll­förderung in Höhe des errechneten Gesamt­bedarfs, 71,1 Prozent dagegen eine Teil­förderung. 58,9 Prozent aller Geförderten waren Schüler an allgemeinbildenden und berufsbildenden Schulen und erhielten die BAföG-Leistungen als Zuschuß. Die verblei­benden 41,1 Prozent waren Studierende an Brandenburger Hochschulen und bekamen zusammen 33,1 Millionen DM BAföG-Lei­stungen, die kombiniert als Zuschuß und unverzinsliches Darlehen gewährt wurden. Als durchschnittlichen Forderungsbetrag im Monat erhielten Schüler 458 DM und Studie­rende 505 DM. LDS

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