TITEL
BIOSENSOREN AUF DER BIOTEC '94
Potsdamer Technologietransfer organisierte Gemeinschaftsstand
Ende des letzten Jahres fand in Düsseldorf die BIOTEC 94 statt, ein Internationales Forum für Biotechnologie und Biomedizin mit Fachmesse. Die BIOTEC wird alle zwei Jahre parallel zur MEDICA veranstaltet, einer der weltweit bedeutendsten Messen auf dem Gebiet der Medizin. Nicht weniger als 104 000, vorwiegend Fachbesucher, kamen an insgesamt vier Messetagen in die Halle. Sie wurden mit einer Reihe innovativer Elemente konfrontiert. Erstmals gab es eine internationale Sonderschau BIOTEC/MEDICA „Neue Produkte, innovative Verfahren, Forschungsergebnisse und Dienstleistungen“. Erstmals wurde die BIOTEC in der Messehalle 3 auch räumlich fest in die MEDICA integriert, was ihr zu einer gewachsenen Rolle im Gesamtkonzept der Messe verhalf. Zum ersten Mal beteiligte sich das Land Brandenburg mit einem Gemeinschaftsstand an diesem Forum für Biotechnologie und Biomedizin. Last but not least hatte es einen Neuigkeitswert, daß die Technologie-Transferstelle einer Hochschule den Gemeinschaftsstand konzipierte, vorbereitete und organisierte. Hierbei kam dem Potsdamer Informations- und Technologie-Transfer (PITT) die enge Kooperation mit der Transferstelle der Heinrich- Heine-Universität Düsseldorf zugute, die sich nun schon seit über zwei Jahren bewährt hat.
Die insgesamt 14 Aussteller aus Wissenschaft und Wirtschaft des Landes, darunter sechs aus der Universität Potsdam, waren zufrieden mit Verlauf und Ergebnissen der Präsentation. Das Interesse der Fachbesucher war groß, und viele Institute von Hochschulen sowie zumeist sehr junge Unternehmen kamen mit wichtigen potentiellen Partnern und Kunden aus allen Teilen Deutschlands sowie aus Europa, Kanada, den USA, Chile und weiteren Ländern ins Gespräch. Zudem hatten sich wichtige Gäste aus den USA auf dem Stand des Landes Brandenburg angekündigt. Mit W. Steven Burke und Thomas K. Laundon fanden sich auf Einladung des Potsdamer Informations- und Technologie-Transfer (PITT) gleich zwei Vizepräsidenten des North Carolina Biotechnology Center ein. Das North Carolina Biotechnology Center wurde 1984 von der Generalversammlung des Staates als private, nicht profitorientierte Einrichtung im „Forschungs-Dreieck" (Research Tri- angle) zwischen der Duke University, der University of North Carolina at Chapel Hill und der North Carolina State University gegründet. Heute sind in North Carolina 17 500 Menschen in insgesamt 70 Firmen im Bereich der Biotechnologie beschäftigt. Das North Carolina Biotechnology Center hat inzwischen im Auftrag des Staates 33 junge Unternehmen mit 3,5 Mio. $ als Startkapital unterstützt, wodurch allein über 900 neue Arbeitsplätze geschaffen wurden.
In einem ausführlichen Gespräch, bei dem Christoph Weber, der künftige Geschäftsführer des Biotechnologie-Parks Luckenwalde, Dr. Andreas Mätzold von der Gesellschaft für Infrastruktur- und Wirtschaftsentwicklung Potsdam und Dr. Andreas Bohlen vom PITT zugegen waren, wurden Möglichkeiten einer Zusammenarbeit zwischen den Seiten erörtert. Für die Gesprächspartner aus Brandenburg war es besonders interessant zu hören, wie ein erfolgreicher Technologietransfer von
der Hochschule in die Wirtschaft im Bereich der Biowissenschaften organisiert werden kann. Dabei war die Ausgangssituation in North Carolina ähnlich wie in Brandenburg. Hauptzweig war und ist die Landwirtschaft. Die Gespräche sollen jetzt im Januar im Research Triangle Park in den USA fortgesetzt werden.
Ein besonderer Höhepunkt auf der BIOTEC/ MEDICA war natürlich der Brandenburg- Tag. In kurzen Vorträgen von jeweils etwa 15 Minuten Dauer nutzten die Wissenschaftler und Vertreter der Unternehmen die Gelegenheit, sich mit ihren Kooperationsprofilen und konkreten Angeboten an die Öffentlichkeit zu wenden. Ständig waren viele Besucher bei den Vorträgen im Rahmen des Treffpunktes Forum zugegen und nutzten die Möglichkeit, sich mit dem Stand von Biotechnologie und Biomedizin im Land Brandenburg bekanntzumachen. Die Staatssekretärin im Ministerium der Justiz, für Bundes- und Europaangelegenheiten, Irmgard von Rottenburg, die die Veranstaltung eröffnet hatte, nahm sich
im Anschluß viel Zeit für ausgedehnte informative Gespräche mit allen anwesenden Ausstellern. Der Geschäftsführer der Messe Düsseldorf, Herr Klosterkemper, erwies dem Stand ebenfalls seine Referenz. Weitere Gespräche führten die Vertreter des Gemeinschaftsstandes mit Repräsentanten und Ausstellern des Partnerlandes Nordrhein-Westfalen. Mitarbeiter verschiedener Medien nahmen im Vorfeld der Messe und direkt auf dem Stand in Düsseldorf Kontakt zum PITT auf, um über das Ereignis zu berichten.
Aus der Universität Potsdam waren Prof. Dr. Flieder Scheller und Prof. Dr. Martin Steup vom Institut für Biochemie und Molekulare Physiologie, Prof. Dr. Wolfgang Meyerhof vom Institut für Ernährungswissenschaft/ DIfE, Dr. Ingo Schneider und Dr. Oswald Blumenstein von der Interdisziplinären Arbeitsgruppe „Stoffdynamik in Geosystemen", Dr. Christian Salow und Dr. Fritz Asmus sowie Dr.-Ing. Konrad Soyez vom Zentrum für Umweltwissenschaften mit ihren Kooperationsangeboten in Düsseldorf vertreten. Die vorgestellten Projekte reichten von landwirtschaftlichen und umweltorientierten Anwendungen der Biotechnologie über die Biosensorik bis hin zu medizinisch relevanten Themen. Neben der Aufnahme konkreter Kontakte wurde ein wichtiger Beitrag dazu geleistet, die Universität Potsdam bekanntzumachen und praxisrelevante Forschungen der Hochschule in den Mittelpunkt des öffentlichen Interesses zu rücken.
Der Potsdamer In- formations- und Technologie-Transfer zielte im Rahmen der gesamten Veranstaltung darauf ab, auf die Leistungsfähigkeit des Landes Brandenburg in einem wichtigen Technologie- und Forschungsbereich aufmerksam zu machen und somit als Mittler zwischen Wissenschaft und Wirtschaft zu fungieren. Entsprechend ihrer Aufgabe werden die Mitarbeiter u.a. in der Biotechnologie und Biomedizin auch künftig darum bemüht sein, konkrete Projekte mit Unternehmen vorzubereiten und zu begleiten. So soll eine transferbezogene Förder- und Vertragsberatung als eines der Leistungsangebote des PITT entstehen.
Andreas Bohlen
PUTZ 1/95
and BRANDENBURG
Erstmals mit einem Gemeinschaftsstand vertreten war das Land Brandenburg auf der BIOTEC/MEDICA Messe 94 in Düsseldorf. Organisiert wurde dieser Stand maßgeblich von der Informations- und Technologie-Transferstelle der Universität.
Foto: Bohlen
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