Heft 
(1.1.2019) 01
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TITEL

BIOSENSOREN AUF DER BIOTEC '94

Potsdamer Technologietransfer organisierte Gemeinschaftsstand

Ende des letzten Jahres fand in Düsseldorf die BIOTEC 94 statt, ein Internationa­les Forum für Biotechnologie und Biomedizin mit Fachmesse. Die BIOTEC wird alle zwei Jahre parallel zur MEDICA veranstaltet, einer der weltweit bedeutendsten Messen auf dem Gebiet der Medizin. Nicht weniger als 104 000, vorwiegend Fach­besucher, kamen an insgesamt vier Messetagen in die Halle. Sie wurden mit einer Reihe innovativer Elemente konfrontiert. Erstmals gab es eine internationale Son­derschau BIOTEC/MEDICANeue Produkte, innovative Verfahren, Forschungser­gebnisse und Dienstleistungen. Erstmals wurde die BIOTEC in der Messehalle 3 auch räumlich fest in die MEDICA integriert, was ihr zu einer gewachsenen Rolle im Gesamtkonzept der Messe verhalf. Zum ersten Mal beteiligte sich das Land Bran­denburg mit einem Gemeinschaftsstand an diesem Forum für Biotechnologie und Biomedizin. Last but not least hatte es einen Neuigkeitswert, daß die Technolo­gie-Transferstelle einer Hochschule den Gemeinschaftsstand konzipierte, vorbe­reitete und organisierte. Hierbei kam dem Potsdamer Informations- und Tech­nologie-Transfer (PITT) die enge Kooperation mit der Transferstelle der Heinrich- Heine-Universität Düsseldorf zugute, die sich nun schon seit über zwei Jahren bewährt hat.

Die insgesamt 14 Aussteller aus Wissen­schaft und Wirtschaft des Landes, darunter sechs aus der Universität Potsdam, waren zu­frieden mit Verlauf und Ergebnissen der Prä­sentation. Das Interesse der Fachbesucher war groß, und viele Institute von Hochschu­len sowie zumeist sehr junge Unternehmen kamen mit wichtigen potentiellen Partnern und Kunden aus allen Teilen Deutschlands sowie aus Europa, Kanada, den USA, Chile und weiteren Ländern ins Gespräch. Zudem hatten sich wichtige Gäste aus den USA auf dem Stand des Landes Brandenburg ange­kündigt. Mit W. Steven Burke und Thomas K. Laundon fanden sich auf Einladung des Pots­damer Informations- und Technologie-Trans­fer (PITT) gleich zwei Vizepräsidenten des North Carolina Biotechnology Center ein. Das North Carolina Biotechnology Center wurde 1984 von der Generalversammlung des Staa­tes als private, nicht profitorientierte Einrich­tung imForschungs-Dreieck" (Research Tri- angle) zwischen der Duke University, der University of North Carolina at Chapel Hill und der North Carolina State University ge­gründet. Heute sind in North Carolina 17 500 Menschen in insgesamt 70 Firmen im Bereich der Biotechnologie beschäftigt. Das North Carolina Biotechnology Center hat inzwi­schen im Auftrag des Staates 33 junge Un­ternehmen mit 3,5 Mio. $ als Startkapital unterstützt, wodurch allein über 900 neue Arbeitsplätze geschaffen wurden.

In einem ausführlichen Gespräch, bei dem Christoph Weber, der künftige Geschäftsfüh­rer des Biotechnologie-Parks Luckenwalde, Dr. Andreas Mätzold von der Gesellschaft für Infrastruktur- und Wirtschaftsentwicklung Potsdam und Dr. Andreas Bohlen vom PITT zugegen waren, wurden Möglichkeiten einer Zusammenarbeit zwischen den Seiten erör­tert. Für die Gesprächspartner aus Branden­burg war es besonders interessant zu hören, wie ein erfolgreicher Technologietransfer von

der Hochschule in die Wirtschaft im Bereich der Biowissenschaften organisiert werden kann. Dabei war die Ausgangssituation in North Carolina ähnlich wie in Brandenburg. Hauptzweig war und ist die Landwirtschaft. Die Gespräche sollen jetzt im Januar im Research Triangle Park in den USA fortge­setzt werden.

Ein besonderer Höhepunkt auf der BIOTEC/ MEDICA war natürlich der Brandenburg- Tag. In kurzen Vorträgen von jeweils etwa 15 Minuten Dauer nutzten die Wissenschaftler und Vertreter der Unternehmen die Gelegen­heit, sich mit ihren Kooperationsprofilen und konkreten Angeboten an die Öffentlichkeit zu wenden. Ständig waren viele Besucher bei den Vorträgen im Rahmen des Treffpunktes Forum zugegen und nutzten die Möglichkeit, sich mit dem Stand von Biotechnologie und Biomedizin im Land Brandenburg bekannt­zumachen. Die Staatssekretärin im Ministe­rium der Justiz, für Bundes- und Europaan­gelegenheiten, Irmgard von Rottenburg, die die Veranstaltung eröffnet hatte, nahm sich

im Anschluß viel Zeit für ausgedehnte infor­mative Gespräche mit allen anwesenden Ausstellern. Der Geschäftsführer der Messe Düsseldorf, Herr Klosterkemper, erwies dem Stand ebenfalls seine Referenz. Weitere Ge­spräche führten die Vertreter des Gemein­schaftsstandes mit Repräsentanten und Aus­stellern des Partnerlandes Nordrhein-Westfa­len. Mitarbeiter verschiedener Medien nah­men im Vorfeld der Messe und direkt auf dem Stand in Düsseldorf Kontakt zum PITT auf, um über das Ereignis zu berichten.

Aus der Universität Potsdam waren Prof. Dr. Flieder Scheller und Prof. Dr. Martin Steup vom Institut für Biochemie und Molekulare Physiologie, Prof. Dr. Wolfgang Meyerhof vom Institut für Ernährungswissenschaft/ DIfE, Dr. Ingo Schneider und Dr. Oswald Blumenstein von der Interdisziplinären Ar­beitsgruppeStoffdynamik in Geosystemen", Dr. Christian Salow und Dr. Fritz Asmus so­wie Dr.-Ing. Konrad Soyez vom Zentrum für Umweltwissenschaften mit ihren Kooperati­onsangeboten in Düsseldorf vertreten. Die vorgestellten Projekte reichten von landwirt­schaftlichen und umweltorientierten Anwen­dungen der Bio­technologie über die Biosensorik bis hin zu medizinisch relevanten The­men. Neben der Aufnahme konkre­ter Kontakte wurde ein wichtiger Bei­trag dazu geleistet, die Universität Potsdam bekannt­zumachen und pra­xisrelevante For­schungen der Hochschule in den Mittelpunkt des öf­fentlichen Interes­ses zu rücken.

Der Potsdamer In- formations- und Technologie-Transfer zielte im Rahmen der gesamten Veranstaltung dar­auf ab, auf die Leistungsfähigkeit des Landes Brandenburg in einem wichtigen Technolo­gie- und Forschungsbereich aufmerksam zu machen und somit als Mittler zwischen Wis­senschaft und Wirtschaft zu fungieren. Ent­sprechend ihrer Aufgabe werden die Mitar­beiter u.a. in der Biotechnologie und Biome­dizin auch künftig darum bemüht sein, kon­krete Projekte mit Unternehmen vorzuberei­ten und zu begleiten. So soll eine transfer­bezogene Förder- und Vertragsberatung als eines der Leistungsangebote des PITT ent­stehen.

Andreas Bohlen

PUTZ 1/95

and BRANDENBURG

Erstmals mit einem Gemeinschaftsstand vertreten war das Land Brandenburg auf der BIOTEC/MEDICA Messe 94 in Düsseldorf. Organisiert wurde dieser Stand maßgeblich von der Informations- und Technologie-Transferstelle der Universität.

Foto: Bohlen

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