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rechtskonvention und wie die Sozialcharta des Europa- CR
rates den Menschenrechts- schütz. Diese Ebenen wir-
| ken eng zusammen und be- -■ sjl.rii.
■ dingen einander. Zu der \«Ur>®wyl 1 dritten, der universellen, zählen die geographisch nicht begrenzten Menschen- ){ rechtsverbürgungen. Dazu gehören so wichtige UN-Kon- ventionen wie jene gegen Rassendiskriminierung oder für bürgerliche und politische Rechte, für wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte, zum Schutz des Kindes oder gegen Frauendiskriminierung. Ein Problem der Durchdringung der Menschenrechte besteht für den Juristen darin, daß die Staaten diesen universellen Konventionen nicht beitreten müssen. Sie sind souverän und treffen diese Entscheidung selbst. Der allgemeine Druck sei aber inzwischen so groß, daß sich die meisten Staaten diesen Konventionen anschließen. Zahlen belegen das: rund 130 der 195 Staaten sind Mitglieder der UN-Konvention für bürgerliche und politische Rechte.
Wichtig ist dem Zentrumsdirektor auch die Bearbeitung des Themas Recht auf Entwicklung als Teil jedes einzelnen Menschenrechts. Inwiefern entsprechen beispielsweise die osteuropäischen Staaten tatsächlich den festgelegten menschenrechtlichen Standards? Es müsse auch in einer Forschungsarbeit gezeigt werden, unter welchen Umständen Übereinkünfte oder aber rechtliche Festlegungen getroffen werden. Ein nächster wissenschaftlich zu' untersuchender Gegenstand steht mit der Universalität der Menschenrechte in Verbindung. Die Vorstellungen über die Rechte des Individuums weichen teilweise erheblich voneinander ab. Im asiatischen Raum steht die Gruppe traditionell stärker im Vordergrund als in unseren Regionen. „Sich bei diesen voneinander abweichenden Sichten auf ein gemeinsames Menschenbild zu einigen, ist sehr schwer“, konstatiert Prof. Klein. Weiterhin gelte es, sich der Gruppenrechte, insbesondere der Minderheitenrechte, stärker anzunehmen. Individual- und Minderheitenschutz müßten sich ergänzen.
Theoretische Sichten kann Eckart Klein auch in ein anderes Gremium einbringen. Er ist nämlich seit 1. Januar 1995 für die Dauer von vier Jahren Mitglied des Menschenrechtsausschusses der Vereinten Nationen. Als einziger Deutscher wurde er von der Versammlung des UN-Paktes über bürgerliche und politische Rechte von 1966 in diesen seit 1977 bestehenden Ausschuß gewählt. Weiterhin sind die Länder Kostarika, Japan, Indien, Ungarn, Venezuela, USA, Frankreich, Ägypten, Australien, Jamaika, Großbritannien, Israel, Mauritius, Zypern, Chile, Italien und Ekuador vertreten. Ziel ist es, die von
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den Staaten übernommenen menschenrechtlichen Verpflichtungen zu überwachen.
Drei Grundverfahren finden dabei Anwendung. Der Ausschuß überprüft die periodischen Berichte über die Menschenrechtslage der Mitgliedsstaaten. „Das Berichtssystem ist nicht immer effektiv, weil einige Staaten ihre Situation schönen. Es ist deshalb die Aufgabe der Sachverständigen, die Finger auf die Wunden zu legen", erläutert Prof. Klein. Dennoch hält er den eingeschlagenen Weg für gangbar, weil auf diese Weise Öffentlichkeit hergestellt werde. Vom Staaten-Beschwerde- verfahren gegen einen anderen Vertragsstaat werde so gut wie kein Gebrauch gemacht. Man fürchte diplomatische Verwicklungen. Der einzelne, von Menschenrechtsverletzungen Betroffene, oder dessen Angehörige können jedoch ein Individualbeschwerdeverfahren anstrengen. Voraussetzung dafür ist allerdings das Ausschöpfen der Möglichkeiten im eigenen Land. Der mit diesen Aufgaben betraute Ausschuß, dem der Potsdamer Wissenschaftler nun angehört, tagt Ende März bis Anfang April in New York. Besonders gespannt ist er auf den ersten Bericht der USA, die vor zwei Jahren dem Pakt beigetreten sind. B.E.
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Abb.: Amnesty International
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Campus
Den Finger auf die Wunden legen.2
Das Einfache, das schwer
zu machen ist.4
Gefälschte Königsurkunden
in der Mark?.6
Bildung und Erziehung
„unterproportional entwickelt.6
„Für Potsdam besonders reizvoll" .7
Tschechisch-deutsche Kooperation. 8
Großes Interesse aus
Nordrhein-Westfalen.8
Impulse der Straße lebensnotwendig. 8
Potsdam als Ausgangspunkt? .9
Originalgetreue Moderne.10
Aus dem Senat berichtet.10
Sitzungstermine des Senats.11
Die Universität in die Köpfe bringen.11
Titel
Die zweite Stufe muß gezündet werden - Potsdamer Modell der
Lehrerbildung.12
Im Gespräch
Gute Erfahrungen mit der Universität.14
Wissenschaft aktuell
Pentium-Fehler wird behoben.15
Vom Akademiegründer bis
zur Hebamme.16
„Berlinern“ die Brandenburger?.17
Im Gespräch
Evolutionärer Übergang zur Informationsgesellschaft.17
Studiosi
Für viele ist Jobben ein
unbedingtes Muß.19
Freiwillige gesucht! .19
Mehr Studenten zur Förderung
vorgeschlagen.20
Geschichte vor Ort.21
Zwei Tage Börse in Potsdam.21
Afro-Latin Percussion + Music.22
IAESTE - Auslandspraktika
für Studierende.22
Warum nicht Golm?.23
Personalia
Neu ernannte Professoren.24
Giersberg neuer Honorarprofessor.25
Außerplanmäßige Professoren berufen ....26
Neuer Ehrendoktor der Universität.26
Berufungen.26
Der Wahlfahrplan.27
Wahlaufruf (Wahl der Gleichstellungsbeauftragten) .27
Buchtips .27/28
Kultur .28-30
Sport .30/31
Infothek .31/32
Impressum.31
PUTZ 2/95
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