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TSCHECHISCH-DEUTSCHE KOOPERATION
Drei Wissenschaftler rinnen Unterzeichneten kürzlich in Potsdam einen Kooperationsvertrag über die Zusammenarbeit „ihrer" Philosophischen Fakultäten: für die Karls-Universität Prag gab die Unterschrift Prof. Dr. Sofia Hermo- chovä, Prodekanin der Philosophischen Fakultät und zuständig für deren Auslandsbeziehungen
(Bildmitte); die Universität Potsdam repräsentierten die Dekaninnen Prof. Dr. Helene Harth, Philosophische Fakultät I (rechts im BUd), und Prof. Dr. Bärbel Kirsch, Philosophische Fakultät II (links). Die Kooperation schließt die Beteiligung aller Institute der Potsdamer Fakultäten ein und sieht eine Reihe von gemeinsamen wissenschaftlichen Aktivitäten sowie verschiedene Formen des Austausches in Lehre und Forschung vor. Neben gemeinsamen Forschungsprojekten der einzelnen Lehrstühle und Institute ist nun auch der Austausch von Studenten bis zu einem akademischen Jahr möglich. Wissenschaftler können Forschungsaufenthalte und Kurzzeitdozenturen bis zu einem Semester
wahrnehmen. Vereinbart wurde ferner die gegenseitige Information über Studiengänge, Lehrprogramme und -methoden. Der Vertrag geht auf die Initiative des Institutes für Slavistik zurück. Im Mai 1994 hatte der in Prag geborene und 1968 in die Bundesrepublik emigrierte Sprachwissenschaftler Prof. Dr. Peter Kosta - er hat seit 1993 in Potsdam den Lehrstuhl für Westslavische Sprachwissenschaft inne - mit der Prager Universität bestehende Kontakte intensiviert, um eine Partnerschaft auf Fakultätsebene in die Wege zu leiten. Mit dieser Partnerschaft wird eine mehr als tausendjährige Tradition deutschtschechischer Beziehungen in der Kultur und Wissenschaft fortgesetzt. De.
Großes Interesse aus Nordrhein-Westfalen
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Auf ihrem Gang über das Universitätsgelände am 10. Januar besuchten die Mitglieder des Ausschusses für Wissenschaft und Forschung des Landtages Nordrhein-Westfalen auch die Räume, in denen das Grundpraktikum Physik stattfindet. Die Parlamentarier, die vom 9.-12.1. 1995 in Berlin und Brandenburg weilten, hatten sich zuvor über den Aufbaustand der Universität Potsdam informieren lassen. Auskunft gaben der Rektor, die Prorektoren Prof. Dr. Wolfgang Loschelder und Prof. Dr. Gerhard Kempter, die fünf Dekane sowie der Kanzler der Universität. Das Interesse der Gäste galt vorrangig Personalproblemen, dem Potsdamer Modell der Lehrerbildung, der hiesigen Juristenausbildung, dem Profil der Universität und ihren Bestrebungen, die Entwicklung zur Massenuniversität zu vermeiden. Mit großem Interesse wurde zur Kenntnis genommen, daß in Potsdam Konzepte und Wege versucht werden, die in Nordrhein-Westfalen nicht realisiert werden konnten. Insofern warte man auch in NRW auf die Ergebnisse. De./Foto: Rüffert
Impulse der Straße lebensnotwendig
Zum Thema „Schulsport seit 1989 - Rückblicke, Einblicke, Ausblicke“ referierte Prof. Dr. Jürgen Rode, Sportpädagoge am Institut für Sportwissenschaft der Universität, kürzlich im Rahmen der Vortragsreihe „Potsdamer Forum Sport“.
Werden Schülerinnen und Schüler nach ihrem Lieblingsfach befragt, antworten mehr als die Hälfte: Sport. Gefragt nach den Sportarten, die sie bevorzugen, nennen sie Trendsportarten, wie Streetball und Streetsoccer. Diese werden in der Regel jedoch nicht im Schulsportunterricht angeboten. Dort herrschen noch immer sechs bis acht traditionelle Kernsportarten vor. „Impulse der Straße sind für den Schulsport der Zukunft lebensnotwendig", urteilt Rode daher. Lehrpläne sollten nicht als unbefragte Maßstäbe für den Unterricht, sondern als Orientiemngs- hüfen genommen werden. Und insgesamt - so Rode - muß die Planbarkeit der Erziehungsprozesse skeptisch eingeschätzt werden. In einer Zeit, in der Bewegungsräume für Kinder und Jugendliche immer knapper werden und sich Handlungsräume sowie Interessen und Neigungen jüngerer Menschen verändern, erfaßt der traditionelle Sportartenunterricht nicht das Sport- und Spielbedürfnis der Kinder und Jugendlichen. Es ist daher die Aufgabe des Schulsports, allen Schülern eine sich ständig ändernde Realität von Sport zu vermitteln, bei der sie ein „Miteinander - Gegeneinander - Nebeneinander" erleben können. Rode fordert daher einen themenorientierten Unterricht, der über eine Sportartenorientierung hinausgeht. „Elementarisierung statt Spezialisierung“ ist das Stichwort. Die Einführung von Epochalunterricht zusätzlich zum bisherigen Schulsport sieht Rode als mögliche Konsequenz der gegenwärtigen Situation. Dabei sollte der Sportunterricht von einem Lehrerinnenteam durchgeführt werden, das erhebliche Spielräume in der Unterrichtsgestaltung hat und die Schülerinnen und Schüler über mehrere Jahre betreut. Der Sportunterricht in der Schule müßte exemplarisches, methodenorientiertes, praktisches, sachbezogenes und soziales Lernen ermöglichen. Dies seien keine pädagogischen Träumereien, doch sollten Phantasie und Utopie erlaubt sein, so Rode.
Britta Nordhause
030/6946070
• Banddurchsagen Tag + Nacht!
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