Heft 
(1.1.2019) 02
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POTSDAM ALS AUSGANGSPUNKT?

Wissenschaftler und Unternehmer betraten Neuland auf Biosensor-Symposium

Vor kurzem war die Universität Pots­dam Gastgeber für das Symposium Frontiers in Biosensorics. Etwa 160 Teilnehmer aus Wissenschaft und Wirt­schaft ergründeten gemeinsam Mög­lichkeiten, die Forschungsergebnisse im Bereich der Biosensorik kurzfristig in kommerzielle Produkte und Verfah­ren umzusetzen. Das Symposium ver­stand sich dabei vor allem als Forum für den Technologietransfer zwischen Wis­senschaft und Wirtschaft.

So lag es nahe, daß der Potsdamer Infor­mations- und Technologie-Transfer (PITT) die Vorbereitung und Organisation der Ver­anstaltung übernahm und das Konzept ge­meinsam mit Prof. Dr. Frieder Scheller vom Lehrstuhl für Analytische Biochemie und mit Dr. Jutta Fedrowitz vom Arbeitskreis Bio­sensorik des Wissenschaftszentrums Nord­rhein-Westfalen entwickelte. Nicht zuletzt ging es darum, den Bereich der Biosensorik, der in Potsdam besonders stark vertreten ist, auch mit Blick auf die technologische Ent­wicklung im Land Brandenburg in den Mit­telpunkt zu rücken. Dank der Förderung durch das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Branden­burg sowie mit Unterstützung durch die neu­gegründeten Zentren für Biopolymere und für Dünne Organische und Biochemische Schichten (DOBS) war diese Veranstaltung möglich geworden. Zum Gelingen des Sym­posiums trugen außerdem Spenden einzelner Unternehmen bei.

Das bundesweit große Interesse und die Vorträge anerkannter Referenten aus den Ländern Brandenburg, Berlin, Nordrhein- Westfalen sowie aus Österreich und der Schweiz gaben den Veranstaltern recht. So fanden sich unter den Teilnehmern gleicher­maßen Wissenschaftler von universitären und außeruniversitären Forschungseinrichtungen und Unternehmen, Studenten und Nach­wuchswissenschaftler, Vertreter aus Politik und von Institutionen der Forschungs- förderung (insbesondere der Biowissen­schaften) sowie Presse- und Rundfunk­journalisten. Im Anschluß an die einzelnen Vorträge, aber auch in den Konferenzpausen bestand ausgiebig Gelegenheit zu einem in­tensiven Meinungsaustausch zwischen Theorie und Praxis.

Besonderen Erfolg hatte die Ausstellung zum ThemaKommerzielle Biosensoren, auf der nicht weniger als zehn Unternehmen aus dem Osten und Westen Deutschlands sowie drei international tätige Firmen innovative Produkte und Verfahren auf Biosensor-Basis vorstellten. Obwohl das wichtigste An­wendungsfeld der biochemischen Analytik

nach wie vor die medizinische Diagnostik ist, sind Biosensoren auch für andere Bereiche wie Lebensmittelanalytik, Umweltüberwach­ung, die pharmazeutische und die Kosmetik­industrie von großem Interesse.

Die Vielfalt der potentiellen Möglichkeiten des Einsatzes von Biosensoren in kommer­ziellen Anwendungen spiegelte sich auch in den Fachvorträgen zu den drei Themenblök- ken Neue Moleküle für Biosensoren, Dünne Schichten und Biosensor-Anwendungen wi­der. Die Palette reichte von Themen wie

dukten zum Ausdruck kommen lassen. Dies hob auch der Staatssekretär im Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur, Prof. Dr. Friedrich Buttler, in seiner Ansprache an die Teilnehmer des Symposiums hervor. Pro­fessor Scheller regte an, das Symposium auf­grund des großen Widerhalls in Wissenschaft und Wirtschaft zu einer regelmäßigen Größe im Veranstaltungskalender zu machen. So könnte Potsdam gewissermaßen den Aus­gangspunkt für einen intensivierten Mei- nungs- und Informationsaustausch zwischen

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Wissenschaftler und Unternehmer zeigten sich zufneden ob der ersten Ergebnisse ihrer Zusammenarbeit im Biosensor-Bereich. Auf einem Symposium versammelten sie sich kürzlich in Potsdam um Prof. Dr. Frieder Scheller, der diese Wissenschaftsdisziplin in den 70er Jahren aus der Taufe gehoben hat. Unser Bild zeigt die Referenten und Organisatoren der Tagung, die an die 160 Teilnehmer an das Neue Palais lockte. Foto: Rüffert

Screening und Charakterisierung neuer En­zyme für die Analytik (Dr. Hummel, Jülich) und Imprinting-Techniken in synthetischen Polymeren (Prof. Wulff, Düsseldorf) über Dün­ne organische Schichten (Prof. Brehmer, Potsdam) und Mikro-Biosensoren (Dr. Hint- sche, Berlin) bis hin zu Bindungsprotein- Antikörper-Erkennungssystemen (Prof. Spener, Münster) und Integration und Miniaturi­sierung der Probenvorbereitung (Dr. Manz, Ciba AG Basel). Dr. Pfeiffer von der Firma BST Bio Sensor Technologie aus Berlin gab abschließend einen Überblick über bereits existierende kommerzielle Biosensoren.

Mit dem SymposiumFrontiers in Biosen­sorics wurde Neuland beschritten. Nur durch eine fachübergreifende Zusammenar­beit in Forschung und Entwicklung im Grenzbereich zur Biochemie, Organischen Chemie, Materialforschung und Mikro­systemtechnik kann die Biosensorik als Technologie des 21. Jahrhunderts ihre Schranken überwinden und ihre Forschungs­ergebnisse in vielseitig anwendbaren Pro­

Wissenschaft und Wirtschaft in einem Be­reich mit enormen Wachstumserwartungen daistellen, der künftig vertstärkt in gemein­same Forschungs- und Entwicklungsprojekte münden solle.

Denn mit der Biosensorik eröffnet sich ein interessantes Feld zur Kooperation zwischen Wissenschaftlern und Unternehmen über Länder- und Fachgrenzen hinweg. Dabei hat dieses Forschungsfeld seinen Schwerpunkt in den neuen Bundesländern, die diesbezüg­lich mittlerweile eine Vorreiterrolle für ganz Deutschland übernommen haben. Ostdeut­sche Unternehmen sind im Bereich Biosen­sorik zu einer festen Größe geworden.

Der Potsdamer Informations- und Technolo­gie-Transfer (PITT) veröffentlichte zum Sym­posium übrigens einen Technologietransfer­band Biosensorik, in dem sich Wissenschaft­ler und Unternehmen mit ihren Kooperations­angeboten und ihren Arbeitsschwerpunkten vorstellen. Interessenten an dieser Publika­tion können sich an: PITT-Uni Potsdam, Tel. 977-1119 wenden. Andreas Bohlen

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